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Stop-Loss-Marken: Verlustbegrenzung richtig betreiben

Wenn Sie Ihre Gesamtanlagen an der Börse zusammenfassen, sollten Sie von vornherein kalkulieren, wo Ihre absolute Schmerzgrenze für mögliche kurzfristige Verluste liegt.

Falls Sie insgesamt 50.000 € als Dispositionsmasse zur Verfügung haben, können oder wollen Sie vielleicht maximal 5.000 oder 7.500 € an Verlust hinnehmen.

Das bedeutet in diesem Fall nichts anderes, als dass jede einzelne Wertpapierposition im Durchschnitt maximal 10 – 15% an Wert verlieren darf.

Aber natürlich wäre es unsinnig, etwa einer Zinsanlage diesen „Spielraum“ nach unten zu geben.

Umgekehrt müssen Sie einem Optionsschein oder einer Option, deren tägliche Preisschwankungsbreiten sehr viel größer ausfallen als die von Aktien, grundsätzlich auch ein größeres Verlustpotential zubilligen.

Mancher Anleger mag vorübergehend sogar bereit sein, einen kurzfristigen Kapitalverlust von 30% oder sogar noch mehr hinzunehmen.

Wenn er genug Atem hat und dies emotional aushalten kann, ist ein solches „Aussitzen“ kräftiger Einbrüche auch nicht die schlechteste Strategie.


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Für kursschwankungsbreite Aktien gilt: Setzen Sie Ihre Stop-Loss-Marken nicht zu eng

Legen Sie am besten bereits beim Kauf eines Wertpapiers eine Stop-Loss-Marke fest.

Mehr dazu: Vor- und Nachteile von Stop-Strategien

Auch wenn Sie diese wiederum ganz schematisch durch eine %-Regel bestimmen können – mit beispielsweise 5, 10, 15 oder 20% unterhalb des Kaufkurses –, ist ein differenzierteres Vorgehen doch sinnvoller.

Schauen Sie sich jede Position Ihres Depots einzeln an und notieren Sie den unteren Kurs, zu dem Sie auf jeden Fall verkaufen wollen.

Wenn Sie konsequent danach verfahren, wissen Sie auch immer genau, wie groß Ihr Verlust insgesamt ausfällt, falls wirklich alle Stricke reißen und jede Position ins Minus gerät.

Am besten ist es daher, wenn Sie sich eine Liste nach dem unten aufgeführten Schema anlegen, in der alle notwendigen Angaben enthalten sind.

Falls bei Erreichen der Stop-Marke keine Klarheit besteht, verkaufen Sie die Hälfte

Die Stop-Kurse sollten Sie nur im Notfall als automatisch auszuführende Order in den Markt legen – dann etwa, wenn Sie verreisen und die Gefahr besteht, dass Sie nicht rechtzeitig reagieren können.

Mehr dazu: Gewinnsicherung durch automatische und manuell festgelegte Stop-Loss-Limits

Watch-Liste: Wann auf jeden Fall verkauft werden soll

Tragen Sie Ihre Stop-Limits für jede Einzelposition Ihres Depots in eine nach diesem Schema angelegte Liste ein und berechnen Sie darauf den Verlust aus der Einzelposition und für Ihr gesamtes Depot.

Im Normalfall sollten Sie sich immer vorbehalten, die Situation bei Erreichen der Marke noch einmal zu überdenken.

Manchmal gibt es Situationen, die es ratsam erscheinen lassen, mit dem Verkauf lieber noch zu warten.

Machen Sie sich klar, dass Verlustbegrenzungen den Sinn haben, die Substanz Ihres Vermögens zu schützen.

Im Zweifelsfall sollte also der Erhalt Ihres Kapitals vor den möglichen Chancen, durch ein Zuwarten wieder in die Gewinnzone zu kommen, klar im Vordergrund stehen.

Falls Sie aber aus den bisherigen Erfahrungen wissen, dass es Ihnen ohnehin schwerfällt, Entscheidungen zu treffen, die Ihnen dann nicht bloß auf dem Papier, sondern in der Wirklichkeit Verluste bescheren, verfahren Sie am besten wie folgt:

Verkaufen Sie grundsätzlich unbesehen wenigstens die Hälfte der Position bei Erreichen der Stop-Marke.


Börsen ABC: Order festlegen und aufgeben
 


7. April 2012

Von: David Gerginov. Über den Autor

Die Welt der Finanzen und der Politik hat David Gerginov von jeher fasziniert. Aber auch das Weitergeben von wichtigen Informationen und Hintergrundwissen ist ihm wichtig. Mit seinen Beiträgen möchte er Lesern wichtige Fakten vermitteln und bei der Vertiefung des eigenen Wissens helfen.