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Verluste durch niedrige Zinsen: Sparer zahlen drauf

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Notenbank (EZB) hat in den vergangenen Jahren vor allem hochverschuldete Länder in Südeuropa (Griechenland, Spanien, Portugal) geholfen.

Durch die niedrigen Zinsen konnten sich diese Länder günstig am Kapitalmarkt refinanzieren. Nach Berechnungen des Top-Ökonomen Hans-Werner Sinn haben diese Krisenländer in den letzten Jahren 350 Mrd. € an Zinsen gespart.

Die großen Verlierer dieser Nullzinspolitik waren jedoch die Sparer in Deutschland. Ein Blick auf die Leitzinsen zeigt warum. Der Hauptrefinanzierungssatz steht aktuell bei 0,05%, der für Sparer wichtige Einlagesatz der Banken liegt sogar mit minus 0,2% im negativen Bereich. Inzwischen verhängen die ersten Banken sogar Strafzinsen.

Trotz Niedrigzinsen: Deutsche setzen auf Spareinlagen

Laut Angaben der Deutschen Bundesbank verfügen die Deutschen über ein Geldvermögen von über 5 Billionen €. 40% bzw. etwa 1,9 Billionen € liegen auf Spar-, Giro- oder Festgeldkonten – trotz niedriger Zinsen. Damit hat jeder Bundesbürger im Schnitt fast 24.000 € auf seinem Konto, so Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB).

Lediglich 6% oder 300 Mrd. € werden laut Bundesbank direkt in Aktien angelegt, die in der Regel Renditen von 7 bis 8% abwerfen – ein Fehler, wie ein Blick auf die Verluste durch niedrige Zinsen belegt.

Verluste durch niedrige Zinsen: 1.366 € fehlen jedem Sparer

Laut Berechnungen von Hans-Werner Sinn (Chef des Ifo-instituts), haben deutsche Sparer nach Ausbruch der Finanzkrise von 2008 bis Ende 2014 rund 300 Mrd. € durch niedrige Zinsen verloren.

Allein in den letzten 5 Jahren summierten sich die Verluste durch niedrige Zinsen für die deutschen Sparer auf 190 Mrd. €, so eine Studie der DZ Bank. Damit muss umgerechnet jeder Sparer von 2010 bis Ende 2015 auf rund 1.947 € an Zinseinnahmen verzichten.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Deutschen auch vom niedrigen Zinsniveau auf dem Kreditmarkt profitieren. Dadurch lassen sich zum Beispiel der Hausbau oder ein Autokauf günstig finanzieren. Die Einsparungen durch niedrige Kreditzinsen beziffert die DZ Bank auf 78 Mrd. €.

Unter dem Strich bleibt dennoch ein Verlust von 112 Mrd. € bzw. 1.366 € pro Bürger durch das niedrige Zinsniveau in den vergangenen 5 Jahren. In 2015 dürften weitere 900 € durch entgangenen Zinsen hinzukommen, schätzt man bei DZ Bank.

Aktienanleger fahren besser

Deutlich besser fuhren Anleger, die ihr Geld in Aktien anlegten. Nach Angaben des Bankenverbands konnten Anleger mit Aktien und Aktienfonds in den letzten Jahren die meisten anderen Anlageklassen hinter sich lassen.

Wer in den letzten 30 Jahren 100 € monatlich in einen Aktienfonds mit Investitionsschwerpunkt Deutschland investiert hat, verfügte Ende 2014 dank einer jährlichen Rendite von rund 7% über eine Summe von rund 121.000 €.

Doch auch mit kleineren Beträgen und bei einer konservativen Kalkulation lohnt sich das Aktiensparen. Bei einer Jahresrendite von 6% wurden aus monatlich 50 € in zehn Jahren immerhin 8.165 €.

15. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands