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Stufenzinsanleihe verkaufen: Kündigungs-Option kann zum Fallstrick werden

Stufenzinsanleihen sind verzinsliche Wertpapiere wie andere Anleihen auch. Wie auch bei anderen Schuldverschreibungen steht die Höhe des Zinssatzes, den der Herausgeber an den Investor bezahlt, im Vorhinein fest.

Der Unterschied liegt darin, dass die Zinsen sich über die Jahre wie eine Treppe verhalten: Sie steigen an oder sie fallen. Die Anlage in eine Stufenzinsanleihe kann sich so durchaus lohnen. Gerade auf den späteren Stufen der Zinstreppe steigt der Kupon an.

Das Recht des Ausstellers zu einer vorzeitigen Kündigung kann diesen Vorteil zunichte machen – und je nach Marktlage ist es auch wahrscheinlich, dass der Emittent davon Gebrauch macht.

Feste Zeitpunkte für Stufen

Die Zeitpunkte stehen fest, an denen der Zinssatz sich jeweils ändert. In der Regel ändern sich die Zinsen bei Stufenanleihen einmal im Jahr. So kann die Treppe aufwärts oder abwärts gehen. Einige Stufenanleihen beginnen im ersten Jahr mit einem hohen Zinssatz, der dann Jahr für Jahr gesenkt wird.

Sie beginnen also sagen wir bei 8% und fallen dann Jahr für Jahr. Bei anderen steigt der Zins über die Jahre an. Sie beginnen also beispielsweise bei zwei Prozent, bringen im zweiten und in den Folgejahren dann immer mehr Zinsen für den Anleger.

„Erzwungener“ Verkauf möglich

Doch beim Kauf solcher Stufenanleihen und den dazu abzuschließenden Verträgen ist Vorsicht geboten. Denn manche Stufenanleihen sehen ein einseitiges Kündigungsrecht der Banken vor. Dies erfolgt dann zumeist zum jährlichen Zinstermin.

Dann könnte im Vertrag zwar drin stehen, dass es im ersten Jahr 3, im zweiten 4% usf. gibt. Allerdings kann die Bank dann irgendwann kündigen, den Investor also quasi zum Verkauf zwingen und ihm sein Geld wieder zurück geben, ohne die zunächst vereinbarte Laufzeit einzuhalten und damit die steigenden Zinsen bis zum Ende zu zahlen.

Grundsätzlich ist vor solchen Stufenanleihen mit einseitigem Kündigungsrecht also zu warnen – wer in Stufenzinsanleihen investieren will sollte sich das Kleingedruckte der Verträge genau anschauen.


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Das ist in der Regel schlecht für den Anleger: Hätte er gewusst, dass es dazu kommt, so wäre er zum Beispiel mit einer Festgeldeinlage vielleicht besser gefahren.

Der Anleger hätte vermutlich vergleichbare Zinsen eingestrichen, sein Kapital wäre durch eine Einlagensicherung geschützt gewesen und er hätte ständig über sein Guthaben verfügen können.

Beim Verkauf drohen Kursverluste

Ob der Aussteller seine Option zur Kündigung wahrnimmt oder nicht, hängt zumeist vom allgemeinen Zinsniveau ab. Denn eigentlich handelt es sich nicht wirklich um eine Kündigung, sondern um einen Rückkauf – schließlich leiht sich der Aussteller Geld vom Anleger. Er tilgt also sozusagen seine Schulden.

Ziehen die Marktzinsen währen der Dauer einer Stufenzinsanleihe an, so hat er jedoch keinen Grund für eine Kündigung. In diesem Fall hätte er hat sich günstiger Geld geliehen als es dann auf dem Finanzmarkt möglich wäre.

Sinkt das Zinsniveau, macht die Kündigung für den Aussteller oft Sinn. Er kann sich das Geld nun zu günstigeren Konditionen holen und so höhere Zinsstufen umgehen.

Doch auch ein vorzeitiger Verkauf der Anleihe ist oft nicht ratsam. Denn in der Regel handelt sich der Anleger mit einem vorzeitigem Verkauf Kursverluste ein.

Denn wenn der Anleger einen Teil der Zinsen für die ersten Jahre bereits kassiert hat, ist ein möglicher Käufer in der Regel nicht sonderlich motiviert, die Stufenanleihe ohne Kursabschlag zu übernehmen.

Am Ende gibt es das eingesetzte Kapital in voller Höhe zurück

Am Ende der Laufzeit gibt es wie bei anderen Anleihen auch das eingesetzte Kapital auch bei Stufenanleihen wieder vollständig zurück. Vorausgesetzt, der Emittent ist zwischenzeitlich nicht in Zahlungsunfähigkeit geraten.

Anleger sollten daher genau darauf achten, ob eine vorzeitige Kündigung der Stufenzinsanleihe möglich ist und gegebenenfalls ihre Kalkulation danach ausrichten. Im Zweifel sitzt der Emittent dadurch am längeren Hebel. Da nicht zuletzt das allgemeine Zinsniveau den Ausschlag gibt, ist der Anleger meist benachteiligt.

Steigt es und eine Kündigung bleibt aus, so hätte er wahrscheinlich bessere Anlagemöglichkeiten gehabt, kann die Anleihe jedoch nicht verlustfrei kündigen. Die steigenden Zinsen haben den Kurs gedrückt und eine Kapitalgarantie besteht nur zum Ende der Laufzeit.

Sinken die Zinsen, ist das zwar prinzipiell im Sinne des Anlegers, da der Wert der Stufenzinsanleihe steigt. Doch dann steht häufig eine Kündigung an und eine ähnlich profitable Anlage ist zu diesem späteren Zeitpunkt aufgrund des höheren Zinsniveaus nicht verfügbar.

Stufenzinsanleihen mit Kündigungsrecht sollten daher grundsätzlich höher verzinst sein als Produkte ohne diese Option.

Vorteile und Nachteile von Stufenzinsanleihen

Der Vorteil von Stufenzinsanleihen liegt also in der vergleichsweise hohen Sicherheit und der sicheren Kalkulationsgrundlage für beide Seiten – den Herausgeber und den Käufer einer Stufenzinsanleihe.

Für die Herausgeber ist die Geldbeschaffung auf diese Art zudem meist günstiger als das Begeben von gewöhnlichen Anleihen.

Als Anleger sollte man sich auf jeden Fall die Verträge genau ansehen – denn sollte die herausgebende Bank den Vertrag vorzeitig kündigen, hätte man möglicherweise sein Geld lukrativer auf einem Festgeldkonto für einige Jahre parken können.

16. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.