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Vermeiden Sie diese 3 typischen Fehler

Sie können nur besser als der Markt sein, wenn Sie gegen den Markt handeln. Das lässt sich schlüssig und schnell begründen:

Sie haben dieselbe Performance wie z. B. der DAX 30, wenn Sie den DAX 30 genau 1:1 abbilden.

Damit sind Sie nie schlechter, aber eben auch nie besser als der DAX 30. Dasselbe gilt natürlich auch für den Dow Jones, S&P 500 usw.

Um den Markt bzw. Vergleichs-Index zu schlagen, müssen Sie, anders als die Mehrheit der Marktteilnehmer, also gegen die Mehrheit dieser handeln.

Damit sind Sie ggf. ein sogenannter Contrarier. Ein solcher definiert sich dadurch, dass er bewusst anders als die Mehrheit der Marktteilnehmer handelt.

Anleger-Stimmung ist wichtig

Für meine Empfehlungen analysiere ich u. a. die Stimmung und mehrheitliche Erwartungs-Haltung der Anleger.

Ich untersuche Aktiengesellschaften mit niedriger Erwartungs-Haltung der Anleger, um gewinnbringende Chancen für Calls zu finden.

Auf der anderen Seite untersuche ich Unternehmen mit hoher Erwartungs-Haltung der Investoren für aussichtsreiche Einstiege mit Puts, um von fallenden Aktienkursen zu profitieren.

Damit stelle ich mich oft auch gegen die Mehrheits-Meinung. Aber ich definiere diesen Teil der Strategie anders, als er möglicherweise gedeutet wird.


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Es gibt viele Investoren, die sich Contrarier nennen. Aber diese Anleger handeln nicht nach den Grundsätzen von Humphrey B. Neill (geb. 1891 / gest. 1977).

Klassiker für erfolgreiches Investieren

Humphrey B. Neill analysierte die Geschehnisse an der Börse und schrieb das Buch „The Art of Contrary Thinking“. Das Buch bewerte ich als Klassiker für erfolgreiches Investieren gegen die Mehrheits-Meinung.

Viele Investoren nennen ihren Anlagestil konträr, weil sie nach den Merksätzen „Kauf bei schlechten Nachrichten“ und „Verkauf bei guten Nachrichten“ handeln. Oder sie handeln nach dem Kostolany-Zitat: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern.“

Sie kaufen also nur, weil alles dagegen spricht. Diese Investoren machen es sich zu einfach und verlieren meist viel Geld.

Das Buch von Neill und seine Gedanken brachten den Durchbruch der psychologisch-technischen Analyse in Amerika. Bis dahin hatte man sich hauptsächlich auf fundamentale Marktdaten gestützt.

Mit diesem Buch kamen die ersten Ansätze, Verhaltensweisen von Marktteilnehmern zu beobachten und diese mit Kursverläufen zu verknüpfen.

Vermeiden Sie diese 3 typischen Fehler

Vermeiden Sie diese 3 typischen Fehler, die oft als „konträres Investieren“ gesehen werden:

  1. Halten Sie nicht an Positionen fest, nachdem der Markt Ihnen bewiesen hat, dass eine Investitions-Entscheidung falsch war. Das ist keine konträre Anlage-Entscheidung, sondern ein ganz typisches Massen-Verhalten, das zu Verlusten führt.
  1. Der nächste Ansatz, der oft als „konträr“ bezeichnet wird, ist eine Form des betriebswirtschaftlichen „Value-Ansatzes“. Diese Form hat sich darauf spezialisiert, vermeintlich billige Aktien zu kaufen, nachdem es hohe Kursverluste gegeben hat. Ein entscheidender Punkt ist aber, nicht niedrige Kurse zum Kauf zu nutzen, sondern eine niedrige Erwartungs-Haltung der Investoren.
  1. Der 3. Fehler, der oft als „konträrer Ansatz“ bezeichnet wird, ist das „Traden gegen den Trend.“ Bei diesem Trading-Verhalten wird automatisch die Gegen-Position in nahezu jeder Marktlage eingenommen. Ständig wird künstlich ein Trendwechsel gesucht, den es aber nur ganz gelegentlich und zufällig gibt. Diese Vorgehensweise entspricht nicht der Strategie aus Neills Buch „The Art of Contrary Thinking“.

Erfolgreich gegen die Mehrheits-Meinung investieren

Gedankenlos einem Trend zu folgen, ist verlustbringend. Genauso verlustbringend ist es auch, sich gedankenlos gegen einen Trend zu stellen.

Investoren, die gedankenlos einem Trend folgen, verlieren viel Geld, wenn sich der Trend umkehrt. Denn an dieser Stelle sind sie meist voll investiert.

Trader, die gedankenlos gegen einen Trend investieren, stellen sich gegen einen „heranrasenden Zug“ und werden von diesem überrollt. Neill schrieb: „Die Menge liegt richtig mitten im Trend, aber verliert an beiden Enden.“

Investoren, die sich im Sinne von Neill gegen die Mehrheits-Meinung stellen, verbinden Mehrheits-Meinung der Investoren mit Charttechnik und fundamentalen Recherchen zu einer ganzheitlichen Analyse.

Meine Analyse-Methode des konträren Ansatzes berücksichtigt, dass auch die Mehrheit oft richtig handelt.

Nur wenn meine Analyse von Anleger-Stimmung, Charttechnik und fundamentalen Fakten einen Widerspruch aufzeigt, führt es zu gewinnbringenden Empfehlungen mit Optionen nach dem konträren Ansatz.

18. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.