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Vermögensanlage: So legen die Deutschen an

Die Finanzindustrie hat in Deutschland die Oberhand. Sie sammelt das Geld für die großen Kapitalsammler wie den Staat oder Bankgeschäfte ein.

Dies zeigt sich auch anhand der jüngst veröffentlichten Bilanz der Deutschen Bundesbank über die private Vermögensanlage, vor allem umgewandelt in eine prozentuale Sichtweise, überdeutlich.

2013: Vermögensanlage in Deutschland – prozentual betrachtet

Es zeigt sich, dass Aktien einen Anteil von etwa 5,3% am Gesamtvermögen einnehmen. Der Bargeldanteil bleibt unverdient hoch, die „Festverzinslichen“ haben nur einen relativ geringeren Anteil gegenüber anderen Zinsanlagen.

Versicherungsansprüche machen unverändert gegenüber vorhergehenden Jahren einen Anteil von fast 30% aus. Das heißt unter dem Strich: Versicherungsansprüche und Einlagen, die kaum verzinst werden, nehmen zusammen ungefähr 70% des Vermögensein.


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Die Erträge dieser nicht verzinsten oder langfristig zu minimalen Zinsen angelegten Vermögensformen sind nicht der Rede wert. Das bedeutet: Das Geld in Deutschland ist schlecht angelegt. Dies ist angesichts der Beratungsqualität in Deutschland kein Wunder. Denn es verdienen der Staat, die Banken und die Versicherungswirtschaft.

Die Staaten sind die Hauptprofiteure des Spiels. Denn Staaten begeben Anleihen und verkaufen diese quasi an den Markt, in erster Linie aber an die Zentralbank(en) und Versicherungen. Wenn private Investoren dazu kommen, die direkt Anleihen kaufen, umso besser. Damit der Abverkauf der Anleihen funktioniert, haben die Staaten sich allerdings besonders perfide Instrumente zurechtgelegt.

VermögensartQ1/2013Q2/2013
Bargeld/Einlagen40,42%40,59%
Bargeld und Sichtguthaben21,54%22,04%
Termingelder5,39%5,31%
Spareinlagen12,11%11,97%
Sparbriefe1,39%1,27%
Festverzinsliche4,63%4,41%
Aktien5,35%5,26%
Sonstige Anteilsrechte3,99%4,01%
Zertifikate8,69%8,57%
Versicherungsansprüche29,98%30,18%
Pensionsansprüche6,20%6,23%
Forderungen sonstig0,74%0,74%
Gesamt100,00%100,00%
 
Verbindlichkeiten100,00%100,00%
Kredite98,98%99,01%
Sonstige1,02%0,99%
 
Saldo68,73%68,77%
Verschuldungsquote59,00%59,00%

Quelle: Eigene Berechnungen

Die Versicherungen als Kapitalsammelstellen

Die Versicherungen sind in erster Linie wichtige Kapitalsammelstellen. Dies zeigt zunächst der Blick auf deren volkswirtschaftliche Bedeutung: 1,355 Billionen Euro beträgt das Gesamtvolumen der Versicherer in Deutschland, dieses Geld wird zum Großteil angelegt.

Allerdings geht die Rechnung im Versicherungswesen nicht auf: Im Jahr 2012 stehen rund 253.000 Berater gut 30 Millionen Haushalten gegenüber. Also betreut jeder Berater etwa 100 Haushalte in Deutschland. Wenn diese Makler überleben wollen und dafür 100.000 Euro im Jahr (inklusive KFZ-Kosten, Bürokosten etc.) benötigen, wird es teuer.

Jeder Haushalt müsste einen Finanzierungsbeitrag von 800 Euro jährlich für einen Makler oder Berater leisten. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von vielleicht 40.000 Euro in Deutschland ist dies ein stolzer Betrag von mehr als 5% dessen, was den Nettoverdienst ausmacht, allein an Makler-, oder Beraterprovisionen – und muss gleichzeitig sicher angelegt werden.

Das bedeuten die gesetzlichen Einschränkungen der Versicherungsgesellschaften

Versicherungsgesellschaften selbst sind vom Gesetzgeber reguliert worden. Sie sind in der Wahl der Instrumente auf sichere Anlagen beschränkt. Hier geht es um das sogenannte „Sicherungsvermögen“, und damit den Betrag, den die Versicherungsnehmer bei einer Insolvenz des Versicherers unmittelbar zurückerhalten können.

Deshalb muss dieses Vermögen wie auch andere Teile des sonstigen „gebundenen Vermögens“ von Versicherungen besonders sicher angelegt sein. Ohne in alle Einzelheiten einzusteigen: Es geht um die Relation der sogenannten Eigenmittel von Versicherungsgesellschaften zum Wert der Kapitalanlagen, die selbst noch einmal nach dem Risiko gewichtet werden.

Deshalb ist es für Versicherungen wichtig, in „sichere“ oder vom Gesetzgeber als „sicher“ bezeichnete Geldanlagen zu investieren. Dazu gehören aber vor allem Anleihen, wie zum Beispiel Staatsanleihen, während Immobilien nicht dazu zählen. Hier kommt es nicht auf das Rating und damit die Bewertung durch Agenturen an, sondern nur auf den Umstand, dass ein Staat selbst haftet.

Bliebe noch die Frage, womit Staaten haften – aber das beantwortet der Gesetzgeber nicht. In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch interessant, dass unabhängige Institutionen wie „Finanztest“ auch vom Staat finanziert werden – vielleicht erklärt dies teilweise die Vorliebe des Magazins für diese Finanzierungsform.

6. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jan Krengel. Über den Autor

Bereits als Teenager faszinierte Jan Krengel das Thema Börse – schließlich versprach einem der Neue Markt schnellen Reichtum. Da er schnell begriff, dass es Vermögen nicht ohne Fleiß und Disziplin gibt, begann der heranwachsende Börsenstar ettliche Fachliteratur zu studieren und ging auch beruflich den klassischen Weg.