von Janne Joerg Kipp

Vermögensaufteilung: Das Beste für Ihr Depot

Aktien aktuell noch günstig

Angesichts dramatischer Schwankungen und gigantischer Schulden wird die Vermögensaufteilung immer wichtiger. Die alte Lieblingsformel "100-Lebensalter" ist schlicht falsch. Wir nennen Ihnen eine andere Aufteilung.

Der Streit um die aktuell beste Vermögensaufteilung hält unvermindert an. Die Einen meinen: die Deflation kommt und setzen auf Anleihen. Andere rechnen mit der Inflation - und empfehlen stattdessen Aktien.

Nur eine Formel ist mit Sicherheit falsch, auch wenn Sie diese immer noch an verschiedenen Stellen hören.

Vermögensaufteilung: "100-Lebensalter" = Aktienanteil: grotesk falsch

Die Formel selbst ist ein "Klassiker". "100-Lebensalter" heißt es, sei die richtige Größenordnung für Aktien. Hintergrund: je älter Investoren sind, desto geringer sollte das Risiko sein. Das ist für Sie aus zwei Gründen vollständig ungeeignet und falsch.

1. Das Lebensalter hat mit der Aktienquote schon deshalb nichts zu tun, weil Sie Aktien in der Regel nicht für 30, 40 Jahre kaufen werden. Und wenn: können sogar Erben die noch übernehmen. Aussitzen können Sie Probleme daher genauso wie in jüngsten Jahren.

2. Ist das Risiko der Geldanlage nicht durch Ihr Lebensalter bestimmt. Wir halten etwa Aktien aktuell für weniger riskant als Anleihen - wenn es die richtigen, also substanzstarken Aktien sind. Warum sollte sich jemand mit einem geringen Anteil begnügen?

Auf Basis der aktuellen Bewertungen finden Sie alleine im Dax sehr günstige Werte. RWE zählt dazu sowie Allianz. Beide haben ein KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von weniger als 9.

Vermögensaufteilung: So vermeiden Sie Fehler

Vor Ratschlägen wie aus einem Finanzmagazin, in dem das ideale Depot für Ihr Vermögen passend zur Finanzkrise aufgezeigt wird, können wir Sie nur warnen. Dieses Depot ist nicht ideal.

Das Depot enthält Anleihen. Alleine dieser Umstand ist für die kommende Finanzkrise der Fehler schlechthin. Die Gelddruckerei in der Eurozone hat jetzt noch einmal zugenommen. Damit aber steigt die Gefahr der Inflation fast schon stündlich.

Anleihen sind Geldschulden, die Ihnen die Schuldner in späteren Jahren zurückzahlt. Ist das Geld dann weniger wert, haben Sie Kaufkraft verloren. Die Idee dazu ist ausgesprochen einfach. Umso unverständlicher, wenn das ideale Depot immer noch Anleihen enthält.

Darin befinden sich sogar insgesamt 4 verschiedene Anleihen. Der Gesamtanteil der Anleihen am Depot beträgt 50(!)%. Ein großer Fehler.

Vermögensaufteilung: Aktien: 16% - der zweite Fehler

Aktien finden sich in diesem Depot nur zu 16%. Dies ist der zweite Fehler bei der Zusammenstellung des Ideal-Depots. Tagesgeld umfasst einen Depotanteil in Höhe von 18%, Gold ist mit 15% dabei.

Im Grunde genommen ist alles Meinungs- und Geschmackssache. Hier aber ist der Fehler objektiv. Zusammen mit 50% Anleihen vergrößert alleine das Tagesgeld den gesamten "Geld"bestand auf 68%.

Zieht die Inflation auf 5% an, wird das Depot Jahr für Jahr 5% * 0,68 weniger wert sein, also 3,4% nur aufgrund der Inflation verlieren.

Diese Rechnung wird nicht in Ihrem Sinn sein. Daher stellen wir ein Ideal-Depot anders zusammen:

  • Investieren Sie etwa 50% mindestens in Aktien. Die Sachwerte werden in der inflationären Phase gewinnen.
  • Investieren Sie wie hier vorgeschlagen tatsächlich (auch: maximal) 15% in das gelbe Edelmetall Gold.
  • Investieren Sie einen Teil des Restvermögens in Immobilien: entweder in die selbst genutzte Wohneinheit oder in Immobilienaktien respektive offene Immobilienfonds wie den oft vorgestellten.
  • Halten Sie soviel Geld vorrätig, wie Sie für einen oder zwei Monate für den Alltag benötigen.

Konkrete Hinweise dazu: Unsere Lieblingsaktien bleiben die Werte von Unternehmen mit hoher Substanz. Dazu zählen diejenigen, die eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote haben und/oder ihren Markt beherrschen.

Ein Beispiel ist die Schweizer Nestlé. Der Nahrungsmittelkonzern weist nicht nur stets steigende Kurse aus, sondern vor allem stabile Gewinne und einen weltweit erzielbaren Umsatz.

Bei einer Lebensmittelkrise wird das Großunternehmen sogar die Preise selbst - weitgehend - setzen können. Damit geht die Krise faktisch an den Schweizern vorbei. Wenn Sie aktuell kaufen: bleiben Sie über einen längeren Zeitraum dabei.

 
 
Tags: DAX, RWE, Allianz, Inflation, Gold  

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.