MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Vermögenswirksame Leistungen: Geschenke sollte man annehmen

Ein Geldgeschenk von bis zu 3.400 € sollte sich niemand entgehen lassen. Das ist grob der Betrag, den VL-Sparer in Form von vermögenswirksamen Leistungen bereits nach einer Mindestsparzeit von 6 Jahren einstreichen können – ohne jegliche Verzinsung wohlgemerkt.

Diese erzielbare Summe von jährlich rund 560 € ergibt sich aus verschiedenen Zuschüssen, auf die Arbeitnehmer je nach persönlichen Voraussetzungen und der gewählten Sparform Anspruch haben.

VL-Sparer: Geld vom Chef und vom Staat

Vermögenswirksame Leistungen gibt es vor allem für Bausparverträge, für die Tilgung von Baukrediten, für Bankspar- und Aktienfonds-Sparpläne.

Wer Vermögen aufbaut, wird teils vom Arbeitgeber, teils vom Staat unterstützt. Je nach Branche und Tarifvertrag gibt es bis zu 480 € vom Chef. Der Staat gewährt Sparzulagen bis zu 43 € und für Bausparverträge eine Wohnungsbauprämie von maximal 45 €.

Letztere gibt es natürlich nicht, wenn sich ein VL-Sparer für die Sparvariante eines Aktienfonds entscheidet, doch dafür beträgt die Sparzulage dann bis zu 80 €. Für Ehepaare gibt es jeweils das Doppelte. Alle Werte beziehen sich auf ein Jahr.

Die Zulagen vom Arbeitgeber sind grundsätzlich frei verhandelbar, aber normalerweise im Tarifvertrag geregelt. Diese freiwilligen Leistungen rangieren zwischen monatlich 6,65 € und 40 €. Nicht immer viel, aber zum verschenken zu schade. Außerdem ist es ein Beitrag zur eigenen Sparleistung. Je nach Höhe zieht der Arbeitgeber die Eigenleistung vom Gehalt ab und überweist beide Beträge auf die Sparanlage.

In der Regel läuft ein VL-Sparvertrag 6 Jahre lang. Die allgemeine Spielregel: In der Zeit werden regelmäßig Sparraten eingezahlt. Ein Jahr später erst steht das Geld zur Verfügung. Während dieser Ruhezeit kann man schon mit dem nächsten Sparplan anfangen.

Baukredit tilgen

Mit vermögenswirksamen Leistungen lassen sich bereits laufende tilgen. Ob die Immobilie selbst bewohnt oder vermietet wird, spielt keine Rolle. Ebenso unerheblich ist es, ob es sich um eine Sondertilgung oder laufende Raten handelt. Wer als Single höchstens 17.900 € bzw. als Ehepaar 35.800 € im Jahr verdient, hat Anspruch auf eine Sparzulage von bis zu 43 € bzw. 86 €.

Leistungen beim Bausparvertrag

Bei Abschluss eines Bausparvertrags gibt es zudem eine Wohnungsbauprämie. Hier liegen die Einkommensgrenzen bei 25.600 €, für Eheleute das Doppelte. Singles bekommen bis zu 45 €, Ehepaare bis zu 90 € im Jahr.

Aber aufpassen: Während die Arbeitnehmersparzulage auf die vermögenswirksamen Leistungen gezahlt wird, gibt es die Wohnungsbauprämie nur, wenn zusätzlich eigene Beiträge geleistet werden. Zur Berechnung: Die Sparzulage beträgt 9% und die Prämie 8,8% der eingezahlten Summe. Die Wohnungsbauprämie setzt voraus, dass das Geld später für eine Immobilie verwendet wird.

Banksparpläne ohne staatliche Zulagen

Für Banksparpläne gibt es natürlich keine Wohnungsbauprämie, leider aber auch keine Sparzulage. Hier bleibt es beim Arbeitgeberzuschuss. Je nachdem wie hoch der ausfällt, kann sich ein Banksparplan lohnen, wenn trotz magerer Zinsen ein Schlussbonus von 14% winkt.

Damit kann die durchschnittliche Rendite, abhängig vom Anbieter 3,5% und mehr betragen. Da staatliche Zuschüsse entfallen, ist keine Mindestsparzeit von 7 Jahren zu beachten.

Optimale Lösung mit Aktienfonds

Wer bei seiner Anlage einen längeren Zeitraum einkalkuliert, kann mit Aktienfonds Renditen zwischen 5% und 10% einkalkulieren. VL-Sparer kommen bei sparplanfähigen Fonds neben der Arbeitgeberleistung zusätzlich in den Genuss der Arbeitnehmersparzulage. Die ist in dem Fall sogar höher und beträgt bis zu 80 € bzw. 160 € für Eheleute, aber nur innerhalb der Einkommensgrenze von 20.000 € bzw. 40.000 €.

Am einfachsten ist ein Investment in einen Fonds, der die Wertentwicklung eines Index passiv abbildet. Der ETF von DB X-Trackers auf den MSCI World etwa kostet nur 0,3%. Die Verwaltungskosten betragen lediglich 0,45% des mittleren Kurswerts pro Jahr.

Konstellation mit allen Zulagen

Wer clever ist, kann unter Berücksichtigung seiner Einkommensgrenzen gleich von allen Förderungen profitieren: Arbeitgeberzulage, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie.

Dazu schließt man einen Aktienfondssparplan und einen Bausparvertrag ab. Beim Aktiensparen gibt es die erhöhte staatliche Sparzulage von 80 €, wenn im Jahr 400 € eingezahlt werden. Beim Bausparvertrag werden 470 € eingezahlt, was eine Sparzulage von 43 € einbringt.

Und wenn man zusätzlich 512 € im Jahr in den Bausparvertrag zahlt, kommt noch die Wohnungsbauprämie über 45 € hinzu. Bei Ehepaaren verdoppeln sich diese Werte. Die Arbeitgeberzulage bis zu 480 € allerdings gibt es nur einmal.

Vermögenswirksame Leistungen mögen für manchen auf Anhieb langweilig klingen, weshalb sie von rund der Hälfte aller Anspruchsberechtigten nicht wahrgenommen werden. Doch beim genauen Hinsehen sind es verschenkte Chancen, mit geschenktem Geld Rendite zu erwirtschaften.

18. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.