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Baum-Verschattung: Beseitigung bei Verletzung der Abstandsvorschriften

Die Verschattung des Grundstücks durch Bäume des Nachbargrundstücks ist ärgerlich und kann gerne mal zu einem Streit zwischen den jeweiligen Nachbarn führen. Aber: Rechtfertigt eine Verschattung des Grundstücks auch den Anspruch auf die Beseitigung der betroffenen Bäume?

Der Bundesgerichtshof (BGH) fällte Anfang Juli 2015 ein Urteil über genau diese Frage: Nämlich, ob ein Grundstückseigentümer von seinem Nachbarn die Beseitigung von Bäumen verlangen kann, wenn diese sein Grundstück verschatten.

Der Fall: Klage auf Beseitigung der Bäume

Das war geschehen: Das Grundstück des klagenden Eigentümers war mit einem nach Süden ausgerichteten Bungalow bebaut und grenzte an eine öffentliche städtische Grünanlage. Dort standen in einem Abstand von ca. 10 m zur Grenze zwei ca. 25 m hohe Eschen.

Der Grundstückseigentümer klagte auf die Beseitigung der Bäume, weil sein Garten durch diese vollständig verschattet wurde. Das Wachstum der Bäume sei bei Erwerb des Hauses noch nicht vorhersehbar gewesen, argumentierte er.

Die Entscheidung des Gerichts: Beseitigung der Bäume musste nicht erfolgen

Der BGH entschied den Rechtsstreit jedoch zu Ungunsten des klagenden Grundstückseigentümers. Ein Beseitigungsanspruch eines Grundstückseigentümers gemäß § 1004 Abs. 1 BGB setzt voraus, dass dessen Eigentum an dem Grundstück beeinträchtigt wird.


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Zwar können bestimmte Einwirkungen auf ein Grundstück, verursacht durch die Nutzung eines benachbarten Grundstücks, abgewehrt werden. Der Entzug von Luft und Licht durch sogenannte „negative“ Einwirkung zählt aber nicht hierzu.

Wird das Eigentum eines Grundstücks durch den Schattenwurf von Pflanzen und Bäumen von einem Nachbargrundstück beeinträchtigt, weil die Abstandsvorschriften des einschlägigen Landesnachbargesetzes nicht eingehalten wurden, stehen dem betroffenen Grundstückseigentümer jedoch Abwehransprüche zu.

Stark wachsende Bäume – rechtmäßiger Abstand wurde eingehalten

Im vom BGH entschiedenen Rechtsstreit war der nachbarschützende § 41 Abs. 1 Nr. 1a NachbG NRW, der für stark wachsende Bäume einen Abstand von 4 m vorsah, eingehalten worden. Wenn ein Grundstückseigentümer wegen der Höhe von Bäumen ungewöhnlich schweren und nicht mehr hinzunehmenden Nachteilen ausgesetzt ist, kommt zwar hilfsweise noch ein aus dem nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnis hergeleiteter Beseitigungsanspruch in Betracht.

Hier war die Bepflanzung dem betroffenen Grundstückseigentümer jedoch nach Ansicht des BGH noch zuzumuten. Es lag keine ganzjährige vollständige Verschattung der Gartenfläche vor. Der Abstand der Bäume zur Grenze überschritt den gesetzlich vorgeschriebenen Abstand zudem um mehr als das Doppelte.

Öffentliche Grünanlage – besondere Lage mit besonderen Einschränkungen

Öffentliche Grünanlagen sind zudem zum Zwecke der Luftverbesserung, zur Schaffung von Naherholungsräumen und als Rückzugsort für Tiere regelmäßig mit großen Bäumen bepflanzt. Die Verschattung des Grundstücks des klagenden Eigentümers war somit wegen der Lage auch als ortsüblich hinzunehmen (BGH, Urteil v. 10.07.15, Az. V ZR 229/14).

23. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marc Popp. Über den Autor

Marc Popp ist als Rechtsanwalt in Bonn tätig. Als Fachautor hat er bereits zahlreiche Beiträge zum Immobilien-, Makler-, Miet-, Wohnungseigentums- und Versicherungsrecht verfasst.