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Versicherungen: Sport-Rabatt für gesunde Kunden?

Kunden von Versicherungen freuen sich immer, wenn sie für ihre Policen – ob Rechtschutz oder Autohaftplicht – weniger zahlen müssen. Schließlich kommt Jahr für Jahr für einen durchschnittlichen Privathaushalt durch diese Ausgaben eine nicht unbeträchtliche Summe zusammen. Der Lebensversicherer Generali hat nun als erster einen unkonventionellen Vorstoß unternommen.

Nach der Allianz ist Generali in Deutschland bei Lebensversicherungen die Nummer 2 und erwirtschaftet insgesamt als Gesellschaft rund 17,8 Mrd. €.

In Zukunft vergütet Generali die Klienten ihrer Lebensversicherung mit niedrigeren Beiträgen etwa für gesundes Essen und für sportliche Betätigung. Daneben sollen die Kunden mit Preisnachlässen für den Kauf von Sportartikeln belohnt werden. Mit diesem Programm sei Generali Vorreiter in Deutschland.

Versicherungen – Rabatt für Sport durchaus umstritten

Obwohl die Deutschen noch immer etwa 93 Mrd. € jährlich an Beiträgen für Lebensversicherungen zahlen, ist das Geschäft wegen der schrumpfenden Renditen aufgrund der Niedrigzinsphase rückläufig. Mit neuen Ideen soll der Verkauf angekurbelt werden. Doch nicht alle Verbraucherschützer sind von der Generali-Initiative überzeugt.


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Ein erster Kritikpunkt betrifft den Datenschutz. Denn obwohl die Kunden selbst entscheiden dürfen, welche Angaben sie dem Versicherer machen, könnte dies ein weiterer Schritt hin zum „gläsernen Menschen“ sein. Schließlich ist es auch nicht ganz klar, wie und an wen die persönlichen Daten weitergeben werden dürfen.

Daneben gibt es auch noch ganz handfeste Argumente gegen derartige Preisnachlässe. Das Angebot der Generali bezieht sich auf ihre Risiko-Lebensversicherung und Berufsunfähigkeits-Versicherung. Dabei kann die Prämie im Idealfall um 16% sinken, wenn der Versicherte ärztliche Vorsorgetermine wahrnimmt, gesunde Lebensmittel kauft, nicht raucht oder Sport treibt. Ferner gibt es Preisnachlässe beispielsweise im Fitnessstudio, beim Kauf von Sportartikeln von Adidas und sogar bei Buchungen über das Reiseportal Expedia.

Versicherungskunden sollten eher auf Inhalte achten

Wer sich etwa mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeits-Versicherung beschäftigt, sollte weniger auf solche Anreize als auf Vertragsinhalte achten. Denn sonst besteht die Gefahr, dass er eine Versicherung abschließt, die nicht zu ihm passt. Hier sollten die allgemeinen Bedingungen, die Praxis der Schadensregulierung sowie Beschwerdequoten im Vordergrund stehen.

Dagegen sind bei einer reinen Risiko-Lebensversicherung die Unterschiede eher gering. Allerdings gibt es hierbei enorme Preisunterschiede. Hier gilt, sich im Vorhinein nicht von eher nebensächlichen Verlockungen zu erheblich höheren Beiträgen drängen zu lassen.

Die Wettbewerber von Generali warten indes noch ab. Sowohl Ergo als auch die Allianz planen nach eigenen Angaben keine derartigen Programme. Im Bereich der Autohaftplicht gibt es jedoch auch bei der Konkurrenz bereits so genannte Telematik-Tarife, bei denen sich eine besonnene Fahrweise positiv auf die Entwicklung der Beiträge auswirkt. Lenk-, Brems- und Beschleunigungswerte sowie die gefahrene Geschwindigkeit werden erfasst. Wer sich vorsichtig im Verkehr bewegt, wird mit Rabatten belohnt.

8. August 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.