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Versorgungsausgleich Rente: Das passiert bei Scheidung

Bei einer Scheidung trennen sich nicht nur die Lebenswege, sondern auch die Güter. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass sich gegenseitige Ansprüche nicht nur auf Hausstand oder Unterhaltszahlungen erstrecken.

Auch ein Versorgungsausgleich in Sachen Rente kann dann anstehen. Dies schließt sowohl eine gesetzliche wie private Rentenversicherung ein.

Die Idee dahinter: Ein Ehepartner, der weniger eingezahlt hat, soll durch einen Versorgungsausgleich der Rente nach Ende des Arbeitslebens vor Altersarmut geschützt werden.

Gründe dafür kann etwa die Kindeserziehung sein, die während einer Lebenspartnerschaft der vollen Berufstätigkeit entgegenstand.

Versorgungsausgleich Rente: So funktioniert es

Dazu ein Beispiel: Bernd und Helena, Eltern von zwei Söhnen, haben sich nach 14 Jahren Ehe scheiden lassen. Da Helena sich während der Ehe vorwiegend um die Kinder gekümmert hat und nach ihrer Elternzeit eine Teilzeitstelle bekleidete, hat sie eine Rente von 180 € erwirtschaftet.

Bernd, während der gemeinsamen Zeit als Beamter stets voll berufstätig, kommt auf einen Pensionsanspruch in Höhe von 550 €. Durch den Anspruch auf Versorgungsausgleich wird der jeweilige Anspruch auf Rente zusammengerechnet und anschließend in gleichen Anteilen auf die Ex-Ehepartner aufgeteilt.

Demnach hätte Bernd einen Anspruch von 90 €, Helena einen Anspruch auf 275 €. Beide kommen jeweils auf eine Gesamtversorgung von 365 €. Helena hat in diesem Fall ein Anrecht auf Versorgungsausgleich, da ihre Rente geringer ausfällt.

Versorgungsausgleich Rente: Ab wann besteht Anspruch?

Früher konnte der Ausgleichsberechtigte diese Ansprüche jedoch erst geltend machen, sobald er selbst das Rentenalter erreicht hatte. Da die Rentenansprüche somit meist vor vielen Jahren errechnet wurden und eine solch langfristige Prognose fehleranfällig ist, kam einigen Berechtigten eine niedrigere Alterssicherung zu, als ihnen eigentlich zugestanden hätte.

Auch eine Kontaktaufnahme zu dem Ex-Ehepartner gehörte für viele Betroffene nicht zu den angenehmsten Dingen, weswegen viele auf ihr Recht auf Versorgungsausgleich bei der Rente verzichteten. Diese Missstände wurde durch eine Reform im Jahr 2009 geändert.

Versorgungsausgleich Rente: Die aktuelle Regelung

Seither werden Versorgungsansprüche bereits während der Ehe geteilt und seitens der gesetzlichen Rentenversicherung oder eines privaten Trägers verwaltet.

Hat ein Ehepartner Anrecht auf Versorgungsausgleich, so müssen diese Versicherungen ein Konto anlegen, auf das die Hälfte des während der Ehe erwirtschafteten Rentenanspruches eingezahlt wird. Dies betrifft sowohl betriebliche wie private Versicherungen, Ansprüche aus berufsständischen Versorgungswerken und die Beamtenversorgung des Bundes.

Haben beide Ehepartner etwa gleich viel verdient und eingezahlt, so besteht kein Versorgungsausgleich. Dies ist dann der Fall, wenn sich der jeweilige Anspruch auf Rente um nicht mehr als 25 € unterscheidet.

Wie lang die Ehe dauerte, spielt übrigens keine Rolle – auch bei wenigen Monaten Ehe besteht ein Anrecht auf Versorgungsausgleich der geleisteten Rentenzahlungen.

3. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.