MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Verspätete Mietzahlungen: Fordern Sie Verzugszinsen ein

Kurz vor Jahresende überprüfen viele Vermieter und Verwalter die Zahlungseingänge ihrer Mieter und klagen die Rückstände noch vor Eintritt der Verjährung ein. Nur selten werden jedoch von den säumigen Mietern Verzugszinsen gefordert.

Auch wenn es bei kleineren Mietrückständen nur um ein paar Euro geht – sie sind höher als alle Tagesgeldzinsen.Verzichten Sie daher nicht auf Ihr gutes Recht. Verzugszinsen dürfen Sie von Ihrem Mieter immer fordern, sobald er sich mit einer fälligen Geldzahlung in Verzug befindet (§ 286 BGB), also beispielsweise mit:

  • Mietzahlungen
  • Betriebskostenvorauszahlungen
  • Nachzahlungen aus Betriebskostenabrechnungen
  • Kautionszahlungen
  • Schadenersatzzahlungen

Wann Ihr Zahlungsanspruch fällig ist

Fällig ist Ihr Zahlungsanspruch, sobald Sie von Ihrem Mieter die Zahlung verlangen können.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Beispiel: Die Mietzahlung ist am 3. Werktag des Monats fällig (§ 557b BGB). Die 3 Raten der Mietkaution sind zusammen mit den ersten 3 Monatsmieten fällig (§ 551 BGB).

In den genannten Beispielen ergibt sich der Zahlungstermin, der „3. Werktag eines Monats“, direkt aus dem Gesetz oder einer mietvertraglichen Vereinbarung. Und das exakte Datum lässt sich leicht mithilfe eines Kalenders feststellen. In einem solchen Fall brauchen Sie den Mieter nicht extra zu mahnen, um Verzugszinsen fordern zu können.

Bei unbestimmtem Zahlungstermin mahnen Sie

Ist der Zahlungstermin nicht festgelegt, beispielsweise bei Nachforderungen aufgrund Ihrer Betriebskostenabrechnung, gerät der Mieter erst in Verzug, wenn Sie ihn durch eine Mahnung zur Zahlung aufgefordert haben.

Ihr Vorteil: Dass Ihr Mieter nicht zahlen kann, weil er zum Beispiel sein Gehalt selbst erst verspätet erhält, ist für den Verzug unerheblich. Einzige Ausnahme ist die unverschuldete Zahlungsverzögerung durch einen Fehler der Bank, die mit der Überweisung beauftragt ist.

In dieser Höhe muss Ihr Mieter Verzugszinsen zahlen

Die Mindesthöhe der Verzugszinsen richtet sich nach § 288 BGB. Danach beträgt der Verzugszinssatz für das Jahr 5% über dem Basiszinssatz, der halbjährlich von der Deutschen Bundesbank festgesetzt wird. Vermieter von Gewerberaum können sogar 8% über dem Basiszins verlangen.

Können Sie einen höheren Zinsschaden nachweisen, etwa wenn Sie durch die verspätete Zahlung des Mieters einen Dispokredit bei Ihrer Bank in Anspruch genommen haben, muss der Mieter Ihnen Verzugszinsen in dieser Höhe zahlen.

Klagen Sie Verzugszinsen gerichtlich ein

Verweigert Ihr Mieter die Zahlung, machen Sie mit Ihrer Zahlungsklage beim Amtsgericht gleichzeitig Ihre Verzugszinsen geltend.

Beispiel: Ein Mieter ist mit den Mieten für September und Oktober 2014 in Höhe von jeweils 800 € im Rückstand. Der Vermieter erhebt Zahlungsklage. Den Klageantrag formuliert er nach dem folgenden Muster.

Musterformulierung

„Es wird beantragt, den Beklagten zu verurteilen, an den Kläger 1.600 zu zahlen sowie Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz

  • aus 800 seit dem 04.09.2014,
  • aus weiteren 800 seit dem 07.10.2014.“

Die angegebenen Termine benennen jeweils den Beginn der Zinszahlungspflicht des Mieters für die entsprechenden Monatsmieten. Diese Zinszahlungspflicht beginnt immer einen Tag nach Eintritt des Verzugs. Sie endet erst mit Ablauf des Tages, an dem der Mieter den rückständigen Geldbetrag tatsächlich zahlt.

So berechnen Sie Ihre Verzugszinsen ganz einfach in 4 Schritten

Beispiel: Ihr Mieter befindet sich seit dem 04.10.2014 mit seiner Miet- und Betriebskostenvorauszahlung für Oktober in Höhe von 1.200 € im Verzug. Die Novembermiete zahlt er pünktlich. Am 25.11.2014 gleicht er den Rückstand für Oktober aus.

  1. Berechnen Sie den Jahreszins: 4,27% Jahreszins aus der geschuldeten Miete in Höhe von 1.200 € sind 51,24 €.
  2. Berechnen Sie den Tageszins: Zur Ermittlung des Tageszinses teilen Sie den Jahreszins von 51,24 € durch 365 Tage. Der Tageszins beträgt 0,1404 €.
  3. Berechnen Sie die Verzugstage: 28 Tage für Oktober 2014 und 24 Tage für November 2014, zusammen 52 Verzugstage.
  4. Berechnen Sie die Höhe der Verzugszinsen: 52 Verzugstage x Tageszins in Höhe von 0,1404 € = 7,30 €. Da Ihr Mieter die Oktobermiete um 52 Tage verspätet gezahlt hat, können Sie von ihm 7,30 € an Verzugszinsen fordern.

14. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Tobias Mahlstedt. Über den Autor

Dr. Tobias Mahlstedt ist Chefredakteur vom „Immobilien-Berater“, „VermieterRecht aktuell“ und „Der Eigentümer Brief“. Außerdem ist er Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht und Wirtschaftsmediator. Dr. Mahlstedt ist Rechtsanwalt in der auf das gesamte Bau- und Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei BÖRGERS Fachanwälte & Notare in Berlin und Herausgeber/Fachautor zahlreicher Publikationen zum Immobilienrecht.