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Versteuerung des Dienstwagens: Was spricht dafür und was dagegen?

Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Dienstwagen zur Verfügung, wird dieser geldwerte Vorteil monatlich über das Gehalt ausgeglichen. Der Arbeitnehmer verzichtet entweder auf einen Teil seines Gehalts oder ihm wird die Nutzung eines Firmenfahrzeugs anstelle einer Gehaltserhöhung gewährt.

Versteuerung: Der Dienstwagen als Bemessungsgrundlage

In der Regel darf der Arbeitnehmer dieses Fahrzeug dann für sämtliche private und berufliche Zwecke nutzen. Hierzu gehören auch die Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte. Wird der Dienstwagen ausschließlich für berufliche Fahrtstrecken genutzt, wirkt sich diese Nutzung nicht auf das Gehalt und die Steuerbelastung des Arbeitnehmers aus.

Nutzt ein Arbeitnehmer seinen Dienstwagen für berufliche und private Zwecke, fallen Steuern an. Für die Ermittlung der Steuerlast stehen zwei Berechnungsmethoden zur Auswahl, zwischen denen auch jährlich gewechselt werden kann.

Versteuerung des Dienstwagens und die 1%-Regelung

Hier versteuert der Arbeitnehmer monatlich 1% des Brutto-Listenpreises und 0,03% dieses Preises pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Ein Beispiel:

  • Brutto-Listen-Preis:                                           20.000 €
  • Entfernung Wohnung-Arbeitsstätte:                   20 km
  • Abzug vom Gehalt:                                                    320 €

(1% von 20.000 € + (20 x 0,03%) von 20.000 €)

Alle beruflich und privat veranlassten Fahrten werden dokumentiert. Im Anschluss wird der geldwerte Vorteil auf Grundlage der privaten Fahrten ermittelt.

Der Dienstwagen als Privileg

Nimmt der Arbeitnehmer das Angebot seines Arbeitgebers an und nutzt einen Dienstwagen, der für private und berufliche Zwecke gleichermaßen zur Verfügung steht, so verzichtet er in der Regel auf einen Teil seines Gehalts oder erhält einen Dienstwagen anstelle einer Gehaltserhöhung.

In beiden Fällen spart sich der Begünstigte die Kosten, die für die Finanzierung eines privat erworbenen Fahrzeugs anfallen würden. Im Falle des Gehaltsverzichts reduziert sich das Bruttogehalt des Arbeitnehmers. Unter Umständen ergibt sich hieraus auch eine geringere Lohnsteuerlast.

Die Rahmenbedingungen für die Überlassung eines Firmenfahrzeugs lassen es häufig zu, dass der Arbeitgeber auch privat veranlasste Benzinkosten vom Arbeitgeber bezahlt bekommt. In manchen Fällen gilt das auch für die anfallenden Verbrauchs- und Reparaturkosten, die durch das Fahrzeug entstehen.

Der lästige Verwaltungsaufwand für die Zulassung, Termine in der Werkstatt oder den Wiederverkauf entfallen und bringen eine zeitliche Entlastung mit sich. Aktuelle Diskussionen bringen das Thema Versteuerung des Dienstwagens wieder einmal auf den Tisch und der Steuerzahler kann hier vielleicht bald von weiteren Vereinfachungen und einer neuen Berechnungsmethode profitieren.

Da der Dienstwagen auch Einfluss auf das äußere Erscheinungsbild des Unternehmens hat, steht dem Arbeitnehmer meist ein gepflegtes und intaktes Fahrzeug zur Verfügung, das häufig nach einer kurzen Nutzungsdauer ausgetauscht wird.

Dienstwagen nutzen und versteuern: Nachteile

Die private Nutzung des Dienstwagens wird zur Besteuerungsgrundlage. Je weiter der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, desto höher ist die Steuerlast. Um die tatsächliche private Nutzung im Zweifelsfall dokumentieren zu können, ist es sinnvoll, immer ein Fahrtenbuch zu führen, auch wenn die 1%-Regelung zur Berechnung herangezogen wird.

Diese Dokumentation ist sehr zeitaufwändig und erfordert viel Disziplin. Im Falle von Krankheit oder bei Verwicklung in einen Unfall entstehen häufig Diskrepanzen zwischen den Interessen des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers.

Versteuerung des Dienstwagens: Überprüfung ist wichtig

Sämtliche Rahmenbedingungen der Überlassung eines Fahrzeugs müssen im Detail schriftlich festgelegt werden, um eventuellen späteren Streitigkeiten vorzubeugen. Die Versteuerung beim Dienstwagen sollte man also genau prüfen und abwägen – nur so kann sich die Gehaltsumwandlung auch lohnen.

17. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Melanie Alibrandi
Von: Melanie Alibrandi. Über den Autor

Melanie Alibrandi arbeitet als Office Manager bei einem internationalen Unternehmen und schreibt als freie Autorin Texte für verschiedene Projekte. Aufgrund Ihrer Ausbildung als Steuerfachangestellte und dem weiterführenden Studium im selben Bereich gilt ihr Interesse den privaten Finanzen - speziell den privaten Steuern und der Vermittlung ihres Wissens an ihre Leser.