von Tino Hahn

Vertuscht und versteckt – so hat Lehman den Kollaps verborgen

Von 62,19 US-Dollar auf 3,65 Dollar - der Sturz der Lehman-Aktie in 2008

Aktienpreis von Lehman vom Anfang Januar 2008 bis zum Zusammenbruch - Bildquelle: Untersuchungsbericht Lehman Brothers

Millionen von Dokumenten wurden gesichtet

Chef-Ermittler Anton Valukas war mehr als ein Jahr in die Untiefen der Bilanzen von Lehman Brothers abgetaucht. Gemeinsam mit seinem Team wühlte er sich in dieser Zeit durch riesige Dokumentenberge:

Mehrere Millionen Unterlagen mussten gesichtet, unzählige Interviews mit Beteiligten, Verdächtigen und Zeugen geführt werden.

Innerhalb der eigenen Mauern stießen die Tarn- und Täuschmanöver nicht auf einhellige Zustimmung: Martin Kelly, zuständig für die Finanzkontrolle bei Lehman Brothers, äußerte im Gespräch mit Valukas, dass er die ehemaligen Finanzbosse des Unternehmens vor den Bilanztricks gewarnt habe.

Bilanztricks wie eine Droge

Auch der oberste Lehman-Lenker Richard Fuld kommt in dem Untersuchungsbericht nicht ungeschoren davon: Wie der Lehman-Manager Bart McDade zu Protokoll gibt, hat er die einzelnen Bilanztricks detailliert mit Fuld besprochen.

Im Untersuchungsbericht spricht McDade davon, dass die ausgelagerten Risiken wie eine Droge waren, mit denen  sich Lehman Brothers aufgeputscht hat.
Als die Finanzkrise wie eine Welle über die Welt schwappte, mussten Lehman Brothers derart hohe Sicherheiten für neue Kredite aufbringen, dass der Bank schlichtweg das Geld ausging. Bereits Wochen vor dem Zusammenbruch war Lehman Brothers zahlungsunfähig.

Ohne seine Bilanztricks wären die Anleger nicht in diesem Ausmaß in die Irre geführt worden.

 
Den kompletten Untersuchungsbericht mit 2.200 Seiten können Sie unter der folgenden Adresse ansehen: http://blogs.wsj.com/deals/2010/03/11/lehman-brothers-heres-a-copy-of-the-court-examiners-report/
  

GeVestor.de meint: Der Untersuchungsbericht zeichnet detailliert den verhängnisvollen Pfad nach, der in den Untergang geführt hat. Laut Schätzungen der Deutschen Schutzvereinigung (DSW) sind in Deutschland rund 50.000 Anleger von der Lehman-Pleite betroffen. Während bislang jedoch unklar ist, welche Strafen den Verantwortlichen drohen, zahlt die Zeche der geprellte Anleger.
    

In den folgenden Beiträgen erfahren Sie, wie Sie als Anleger Ihre Ansprüche durchsetzen können, wenn Sie nicht ordnungsgemäß beraten und über Risiken von Zertifikaten informiert wurden:

Seit mehr als 12 Jahren bereits gibt Herr Dr. Liemen mit dem "Deutschen Wirtschaftsbrief" rechtliche Hinweise zum grauen und schwarzen Kapitalmarkt. Vor allem: er warnt rechtzeitig, so auch vor Lehman Zertifikaten und anderen Anlage-Problemkindern. Erfahren Sie mehr zu seiner Methode und testen Sie seinen Dienst für 30(!) Tage kostenfrei.