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Verwalterwahl: Auch bei der ersten Wahl müssen Alternativangebote vorliegen

Für die WEG ist die Verwalterwahl ein sehr wichtiges Thema, denn er verwaltet das Geld der Eigentümergemeinschaft. Aus diesem Grund ist eine gegenseitige Vertrauensbasis auch von äußerst hoher Bedeutung. Als Wohnungseigentümer sollte man daher immer darauf achten, dass vor einer Verwalterwahl mindestens 3 Alternativangebote eingeholt werden.

Denn: Dass auch vor einer erstmaligen Wahl eines Verwalters Alternativangebote den Wohnungseigentümern vorgelegt werden müssen, entschied das Landgericht Frankfurt am Main im Januar des Jahres 2015.

Das gilt im Übrigen selbst dann, wenn sich die meisten Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft vor einer Verwalterwahl bereits auf einen Bewerber geeinigt haben.


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Der Fall: keine Alternativ-Kandidaten für WEG-Mitglieder wählbar

Auf einer Eigentümerversammlung hatte eine Eigentümergemeinschaft zum ersten Mal einen Verwalter gewählt. Zu dieser Versammlung hatte ein WEG-Mitglied eingeladen und die übrigen Mitglieder der Eigentümergemeinschaft aufgefordert, Kandidaten für die Verwalterwahl vorzuschlagen.

Vor der Eigentümerversammlung waren sich die meisten Mitglieder der Eigentümergemeinschaft aber bereits über den zu wählenden Kandidaten einig. Da aus diesem Grund keine Alternativangebote vorgelegt worden waren, reichte einer der Wohnungseigentümer, der den neuen Verwalter nicht gewählt hatte, eine Anfechtungsklage ein.

Die Entscheidung des Gerichts: Verwalterwahl war nicht ordnungsgemäß

Mit Erfolg! Die Wahl des Verwalters entsprach dem Gericht zufolge nicht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung, weil die Eigentümergemeinschaft keine Alternativangebote anderer Verwalter eingeholt hatte. Somit hatte die Eigentümergemeinschaft bei der Wahl des Verwalters den zulässigen Beurteilungsspielraum überschritten.

Der Bundesgerichtshof hat bereits in der Vergangenheit entschieden, dass auch vor einer erstmaligen Bestellung eines Verwalters Alternativangebote anderer Verwalter eingeholt werden müssen. Diese Angebote müssen den Mitgliedern einer Eigentümergemeinschaft vor einer anstehenden Wahl vor der diesbezüglichen Eigentümerversammlung zugänglich gemacht werden.

Begründung: Alternativangebote sollen Schwächen und Stärken einzelner Kandidaten aufzeigen

Nur durch Vorlage von Alternativangeboten können die Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft Schwächen in den einzelnen Angeboten und Leistungsbeschreibungen der Kandidaten erkennen.

Und erst durch die Vorlage von Alternativangeboten können die Wohnungseigentümer eine sachgerechte Entscheidung im Hinblick auf die anstehende Verwalterwahl treffen. Wurden keine Alternativangebote vorgelegt, erfolgt die Wahl eines Verwalters auf einer unzureichenden Tatsachengrundlage.

Die bloße Aufforderung Kandidaten vorzuschlagen genügt nicht

Dass eine Wohnungseigentümerin zu der Eigentümerversammlung eingeladen hatte und in der Einladung die übrigen Wohnungseigentümer aufgefordert hatte, selbst Bewerber vorzuschlagen, war für das Gericht unerheblich. Die reine Aufforderung an die Wohnungseigentümer, gegebenenfalls eigene Vorschläge zu unterbreiten, genügte insoweit nicht.

Denn da diese Aufforderung nicht beachtet wurde, lagen keine Alternativangebote vor der Wahl vor, die den Mitgliedern der Eigentümergemeinschaft die Stärken und Schwächen des gewählten Bewerbers aufgezeigt hätten (LG Frankfurt a. M., Urteil v. 07.01.15, Az. 2-09 S 45/14).

10. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marc Popp. Über den Autor

Marc Popp ist als Rechtsanwalt in Bonn tätig. Als Fachautor hat er bereits zahlreiche Beiträge zum Immobilien-, Makler-, Miet-, Wohnungseigentums- und Versicherungsrecht verfasst.