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Verzugszinsen – Wie man vorgehen sollte

Ein Anspruch auf Verzugszinsen steht Ihnen immer dann zu, wenn Ihr Mieter mit einer Geldzahlung in Verzug ist.

Um welche Art von Geldleistung es sich handelt, spielt dabei keine Rolle.

Verzugszinsen können Sie beispielsweise verlangen bei Rückständen über:

  • Mietzahlungen
  • Betriebskostennachforderungen infolge einer ordnungsgemäßen Abrechnung
  • Kautionszahlungen
  • Schadensersatzansprüchen
  • Nutzungsentschädigung, falls Ihr Mieter nach Ablauf der Mietzeit die Räume weiter nutzt

Ermitteln Sie Ihre Zinshöhe

Die Höhe Ihrer Verzugszinsen bestimmt sich nach einem sogenannten Basiszinssatz und einem im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgelegten Aufschlag.

Der Basiszinssatz wird halbjährlich, jeweils zum 01.01. und 01.07. eines Jahres von der Deutschen Bundesbank festgelegt. Sie finden ihn im Wirtschaftsteil überregionaler Tageszeitungen und im Internet unter www.bundesbank.de auf den Basiszins-Seiten der Deutschen Bundesbank.

Dort erhalten Sie auch eine Übersicht über die Zinssätze vergangener Perioden, falls Sie Verzugszinsen über einen längeren Zeitraum rückwirkend geltend machen wollen.

In der 2. Jahreshälfte 2009 und im 1. Halbjahr 2010 galt jeweils ein Basiszinssatz von 0,12%, Anfang 2009 waren es noch 1,62%. Der aktuelle Basiszins für das 2. Halbjahr 2010 wird am 01.07.2010 veröffentlicht.

Die endgültige Zinshöhe für Ihre Verzugszinsen ermitteln Sie, indem Sie auf den Basiszins 5% aufschlagen. Dies gilt für Wohnraummietverträge.


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Haben Sie Gewerberäume vermietet, können Sie sogar 8% über dem Basiszinssatz fordern.

Damit gelten für Forderungen aus dem 1. Halbjahr 2010 folgende Verzugszinsen:

  • Wohnungsvermietung: Basiszins von 0,12% plus 5%, also insgesamt 5,12%
  • Gewerbliche Vermietung: Basiszins von 0,12% plus 8%, also insgesamt 8,12%

Sie können auch höhere Verzugszinsen verlangen

Der bisher erläuterte Verzugszins steht Ihnen in jedem Fall zu, egal, ob Ihnen durch die verspätete Zahlung Ihres Mieters tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Höhere Verzugszinsen können Sie beanspruchen, wenn die Verspätung Ihnen nachweisbar einen höheren Schaden verursacht.

Nehmen Sie beispielsweise während des Verzugs Ihres Mieters selbst einen Bankkredit in Anspruch, für den Sie einen höheren Zinssatz zahlen müssen, dann können Sie diesen auch von Ihrem Mieter als Verzugsschaden fordern.

Allerdings müssen Sie diese höheren Zinsen durch Vorlage einer entsprechenden Bankbescheinigung nachweisen.

Es ist übrigens nicht notwendig, dass Sie den Kredit gerade wegen der Zahlungsverzögerungen Ihres Mieters aufgenommen haben.

Im Streitfall brauchen Sie dem Gericht nur darzulegen, dass Sie die Zahlungen Ihres Mieters zur Rückführung dieses Kredits verwenden wollten und zu Tilgungsleistungen auch berechtigt waren.

Bestimmen Sie die Verzugsdauer taggenau

Verzugszinsen können Sie von Ihrem Mieter für jeden Tag fordern, an dem er sich in Verzug befindet. In Schritt 2 haben Sie bereits ermittelt, an welchem Tag der Verzug Ihres Mieters eingetreten ist, nämlich:

  • einen Tag nach Fälligkeit der Zahlung oder
  • einen Tag nach Zugang Ihrer Mahnung beim Mieter, falls eine Mahnung erforderlich ist

Die Zinszahlungspflicht endet an dem Tag, an dem Sie das geschuldete Geld erhalten. Dieser Tag zählt bei der Berechnung der Verzugsdauer nicht mehr mit. Um diese zu ermitteln, addieren Sie für jede Forderung separat die Tage von Verzugsbeginn bis Verzugsende.

So viele Verzugszinsen muss Ihr Mieter zahlen

Sie kennen nun für jede einzelne Forderung den Ihnen zustehenden Zinssatz und wissen, wie viele Tage sich Ihr Mieter mit den einzelnen Forderungen in Verzug befindet.

Nun können Sie nach der unten im Kasten stehenden Formel errechnen, wieviel Euro und Cent an Verzugszinsen Ihr Mieter zahlen muss.

Eine Beispielrechnung macht Ihnen die Vorgehensweise deutlich.

Beispielrechnung zu Verzugszinsen

Machen Sie die Verzugszinsen geltend

In der Regel machen Sie Ihre Verzugszinsen zusammen mit Ihrer Hauptforderung, also beispielsweise der offenen Mietzahlung oder der Nebenkostennachforderung, geltend. Hierfür können Sie entweder den Mahnbescheid nutzen, oder Sie erheben Zahlungsklage beim Amtsgericht.

In beiden Fällen müssen Sie die Verzugszinsen ausdrücklich beantragen.

Ohne einen solchen Antrag wird das Gericht Ihren Mieter nicht zur Zahlung der Verzugszinsen verurteilen.

Der Mieter Ihrer Wohnung ist mit den Mieten für Mai und Juni in Höhe von jeweils 600 € in Rückstand. Sie möchten ihn zur Zahlung der Mieten und der Verzugszinsen verklagen. Orientieren Sie sich an dieser Formulierung.

Musterformulierung für Klageantrag

Ich beantrage, den Beklagten zu verurteilen, an den Kläger 1.200 € zu zahlen, sowie Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz

  • aus 600 € seit dem 06.05.2010
  • aus weiteren 600 € seit dem 05.06.2010.

15. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.