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Viele Kinder, mehr Rente? Riestern kann für Eltern lohnen

Der demographische Wandel ist in vollem Gange, was dafür sorgt, dass die gesetzlichen Renten in Zukunft nicht mehr ausreichen werden und es schon jetzt kaum noch tun.

Zusätzliche Altersvorsorge ist daher umso wichtiger, um im Alter nicht in Armut leben zu müssen. Eine Option zur zusätzlichen Altersvorsorge ist die Riester-Rente, mit der Sparer staatliche Zuschüsse erhalten.

Zwar ist die Riester-Rente nicht für jeden geeignet, da sie aufgrund der vollen Versteuerung im Alter unrentabel werden kann. Für Familien mit Kindern ist diese Form der Altersvorsorge aufgrund der Kinderzulage jedoch eine gute Möglichkeit, für das Alter zu sparen, da sich der Staat an dieser Stelle großzügig zeigt.

Lohnt die Riester-Rente?

Eine Person, die in die Riester-Rente einzahlt, erhält vom Staat eine jährliche Zulage von 154 Euro. Die Zinsen der Riester-Rente sind wie auch bei anderen Anlage-Produkten gering und seit der Senkung des Garantiezinses zum 01. Januar 2015 von 1,75 % auf 1,25 % sogar historisch niedrig.

Sparer können die Einzahlungen in die Rente zwar in ihrer Steuererklärung geltend machen, wieso Riestern für viele zunächst reizvoll scheint. Allerdings muss die ausbezahlte Riester-Rente im Alter komplett versteuert werden, was die Steuerersparnis in der Einzahlphase zunichtemachen kann. Für Riester-Sparer lohnt es sich daher, im Vorfeld abzuwägen, in welcher Relation die Ersparnis während der Erwerbstätigkeit zur Steuerlast im Alter steht.

Riester-Rente als Altersvorsorge dank Kinderzulage für viele rentabel

Für Eltern mit kindergeldberechtigten Kindern kann die Riester-Rente jedoch eine lohnenswerte Form der Altersvorsorge sein, da bei keiner anderen Variante so sehr von staatlichen Zuschüssen profitiert wird. Für jedes nach 2007 geborene Kind erhalten Eltern 300 € zusätzlich vom Staat pro Jahr. Für Kinder, die vor diesem Jahr geboren wurden, sind es immerhin noch 185 €.

Die Kinderzulage erhält ein Elternteil (in der Regel die Mutter), weshalb sie ein eigenes Riester-Konto abschließen sollte, auf das dann die Kinderzulage gezahlt wird. 454 € erhält eine Mutter mit Kind vom Staat also jedes Jahr, bei zwei Kindern sind es schon 754 € (wenn beide Kinder nach 2007 geboren sind).

Je mehr Kinder, desto geringer wird der minimale Eigenanteil

Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Eltern allerdings den vollen Mindesteigenbetrag einzahlen. Damit überhaupt eine staatliche Zulage ausbezahlt wird, müssen mindestens 60 € im Jahr eingezahlt  werden. Für die volle staatliche Zulage müssen seit 2008 4 % des rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres eingezahlt werden, maximal aber 2.100 €.

Dieser Betrag vermindert sich um die staatlichen Zulagen, der volle Betrag kann aber trotzdem auch selbst eingezahlt werden, worauf die Zulagen dann noch gerechnet werden.

Eine Mutter mit zwei Kindern, die im Jahr 30.000 € verdient, müsste also jährlich 1.200 € einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten. Da sie wenn sie diesen Wert erreicht 754 € vom Staat erhält, muss sie selbst nur noch 446 € pro Jahr einzahlen (37,16 € pro Monat). Bei Kindern, die vor 2007 geboren sind, verringert sich die Zulage entsprechend. Auch die Steuerersparnis verringert sich, da die staatlichen Zuschüsse steuerlich nicht geltend gemacht werden können.

Was Sparer wissen müssen

Für kinderlose Sparer gibt es in Anbetracht des niedrigen Garantiezinses und der vollen Versteuerung im Alter oft besser geeignete Möglichkeiten zur Altersvorsorge als eine Riester-Rente. Wie bei jeder Form der Altersvorsorge lohnt es sich durchzurechnen, in welchem Verhältnis Steuerersparnis in der Erwerbstätigkeit und Steuerlast im Alter stehen.

Für Eltern mit vielen Kindern kann die Riester-Rente durch die Kinderzulage aber zu einer lukrativen Vorsorgemöglichkeit werden, da der Staat dann einen Großteil der jährlichen Einzahlungen übernimmt. Da deutsche Eltern im Schnitt aber nur 1,38 Kinder haben, dürfte es nicht viele Familien geben, für die sich die Riester-Rente aufgrund der Kinderzulage lohnt.

31. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.