Die Konsolidierung an den Aktienmärkten dauert noch immer an.
Wann das nervenzehrende Hin und Her ein Ende hat und der Aufwärtstrend seine Fortsetzung findet, ist offen.
Anhaltspunkte für einen bevorstehenden Ausbruch können die sogenannten Volatilitätsindizes liefern. Überhaupt können sie Ihnen als Anleger wertvolle Hinweise über die Marktentwicklung geben.
Lesen Sie hier alles, was Sie über Volatilitätsindizes und ihre Interpretation wissen wollten.
Volatilitätsindizes messen die Schwankungsbreite
Die Volatilitätsindizes drücken aus, wie hoch die Schwankungen am Markt sind. Genauer gesagt geben sie die vom Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite wieder, die sogenannte implizite Volatilität.
So gibt der von der Deutschen Börse berechnete DAX-Volatilitätsindex, der VDAX New, in Prozentpunkten an, welche Volatilität in den kommenden 30 Tagen für den DAX zu erwarten ist. Das US-Pendant zum VDAX New ist der VIX, der von der Terminbörse in Chicago für den S&P 500 berechnet wird.
Kurse und Volatilität bewegen sich meist gegenläufig
In der Regel ist es so, dass die Kursentwicklung und die Volatilität sich gegenläufig bewegen. Steigen die Kurse, verringert sich die Volatilität.
Bei Kursrückgängen, die meist schneller vonstattengehen als Aufwärtsbewegungen, steigt die Schwankungsbreite dagegen an.
Die Volatilitätsindizes gelten deshalb auch als Maß für die Unsicherheit unter den Anlegern. Eine hohe Volatilität geht einher mit einer erhöhten Unsicherheit. Daher sprechen Börsianer oft auch von den „Angstbarometern“.
Vorsicht bei hoher Volatilität
Für Sie als Anleger kann es sich durchaus lohnen, regelmäßig einen Blick auf den VDAX New zu werfen. Denn deutliche Kurseinbrüche kündigen sich häufig schon im Vorfeld durch einen Anstieg der Volatilität an.
Vorsicht ist bei Werten zwischen 30 und 40% geboten. Beim Crash im Herbst 2009 schoss der VDAX New sogar auf ein Rekordniveau von 85% nach oben.
Doch damals wurden bereits Ende September Werte von bis zu 38% erreicht – also noch bevor es so richtig krachte.
Geringe Volatilität signalisiert einen stabilen Aufwärtstrend
Im Umkehrschluss signalisiert eine geringe Volatilität einen stabilen Aufwärtstrend.
So bewegten sich die Volatilitätsindizes während der Hausse zwischen 2003 und 2007 fast durchweg auf sehr niedrigen Niveaus zwischen 10 und 20%. Derartig geringe Werte sind Ausdruck eines stabil aufwärts gerichteten Marktes.
VDAX New ist nicht dramatisch gestiegen
Während der VDAX New bei der Japan-Korrektur Mitte März bis auf knapp 34% gestiegen war, blieb der Anstieg bei der aktuellen Konsolidierung im Rahmen.
Mitte Mai kletterte der Index zeitweise bis auf knapp 25%, momentan liegt er bei gut 21%. Angesichts des moderaten Anstiegs erscheint die Gefahr einer weiteren, deutlichen Korrektur überschaubar.
Fällt der VDAX New wieder klar unter 20%, wäre dies ein Hinweis für eine Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends.



