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Von Mietnomaden und Räumungen

Liebe Vermieterin, lieber Vermieter, neulich las ich das Mietgesuch einer Berlinerin:

„Unglaublich nette Mieterin sucht 3-Zimmer-Wohnung im Schöneberger Kiez bis 600 € kalt.“ Wie nett.

Würden Sie an die Dame, die sich selbst so nett findet, vermieten? Vielleicht?

Nun, vielleicht würde ich das auch tun, aber nicht allein deshalb, weil sie sympathisch ist.

Frage ich Vermieter, wie sie ihre Mieter vor Vertragsunterzeichnung geprüft haben, höre ich oft: „Gar nicht, der/die war doch so nett. Wenn ich doch nur damals schon gewusst hätte, dass …“

Tja, da kommt ein freundlicher Mensch vorbei – schon ist alle Vorsicht dahin und man verlässt sich nur noch auf sein „Bauchgefühl“.

Da fährt der Mietinteressent mit einem dicken Auto vor oder macht einen rundum professionellen Eindruck – und schon bekommt er den Mietvertrag.

Manchmal wundere ich mich, warum so viele Vermieter es den Mietnomaden so einfach machen. Ich halte mich da lieber an das schöne, alte Motto: „Holzauge sei wachsam!”


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Haben auch Sie Angst vor Mietnomaden?

Einer aktuellen Untersuchung von Haus und Grund zufolge haben 3 von 4 Vermietern Angst vor Mietnomaden.

Das ist kein Wunder in diesen Zeiten – nahezu jede Woche führe ich für Vermieter Wohnungsräumungen durch, und in den Akten sehe ich, dass viele Mieter meist von Anfang an nicht gezahlt haben.

Allerdings: Die Mieter sind clever – die erste Miete oder die erste Rate der Mietkaution wird meist noch gezahlt. Denn dadurch verhindern sie, wegen Mietbetrugs strafrechtlich belangt zu werden.

Der Schaden ist dennoch riesig: Nach der besagten Untersuchung verursacht ein Mietnomade pro Fall im Durchschnitt einen Schaden von rund 30.000 €.

Wie können Sie sich davor schützen?

Nun, das ist so einfach wie effizient: Vermieten Sie niemals, ohne sich von dem Mieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, eine Schufa-Selbstauskunft sowie einen Gehalts- und Beschäftigungsnachweis vorlegen zu lassen.

Viele Vermieter, das muss ich leider sagen, sind hier doch ziemlich unvorsichtig. Außerdem wird bei Zahlungsrückständen oft zu lange mit der Kündigung gewartet.

Ganz klar: Mietnomaden sind eine wirkliche Plage, doch ist auch klar: Als Vermieter können Sie sich schützen.

Mieter verlangte Schadensersatz für entsorgte Gegenstände

Ihr Mieter verschwindet spurlos und stellt die Mietzahlungen ein. Sie dürfen die Wohnung trotzdem nicht auf eigene Faust leerräumen, entschied jetzt der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil v. 14.07.10, Az. VIII ZR 45/09).

Der Mieter einer Wiesbadener Wohnung war mehrere Monate mit unbekanntem Aufenthalt ortsabwesend.

Verwandte hatten ihn sogar bereits als vermisst gemeldet. Als die Mietzahlungen ausblieben, kündigte der Vermieter fristlos. Er öffnete die Wohnung, lagerte die wertvolleren Teile der Einrichtung bei sich ein und entsorgte den Rest.

Der Mieter verlangte nach seiner Rückkehr Schadenersatz von mehr als 62.000 € für verschwundene Gegenstände.

Die BGH-Richter urteilten nun, dass ein Vermieter, der ohne Gerichtsurteil die Wohnung räumt, dem Mieter Schadenersatz zahlen muss.

Auch dann, wenn der Mieter mit unbekanntem Aufenthaltsort verschwunden ist, die Mietzahlung einstellt und das Mietverhältnis vom Vermieter wirksam gekündigt worden ist.

Zusätzlich fatal für den Vermieter: Nicht der Mieter muss beweisen, welche Gegenstände verschwunden sind und welchen Wert diese hatten, sondern es ist Sache des Vermieters, die Behauptungen des Mieters zu widerlegen und zu beweisen, dass die Sachen einen geringeren Wert hatten, als vom Mieter angegeben.

Das gilt jedenfalls dann, wenn der Vermieter bei Öffnung der Wohnung kein Bestandsverzeichnis über die Sachen des Mieters aufgestellt und darin den Wert der einzelnen Gegenstände notiert hat. Der beklagte Vermieter wurde verurteilt, den Schaden des Mieters zu ersetzen.

Räumen Sie die Wohnung eines verschwundenen Mieters nie eigenmächtig, sondern klagen Sie erst beim Amtsgericht die Räumung der Wohnung ein, und nehmen Sie dann die Hilfe eines Gerichtsvollziehers in Anspruch.

27. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.