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Vor- und Nachteile der direkten Indexabbildung bei ETFs

ETFs bestechen durch Einfachheit, Sicherheit und relativ geringe Kosten. Mit nur wenigen dieser passiven Indexfonds kann sich jeder ein Anlageportfolio zusammenstellen, das unkompliziert ist und dennoch profitable Erträge einfährt.

Das Prinzip eines ETF ist einfach: Er bildet einen Index 1:1 ab und vollzieht dessen Entwicklung nach. Für anfängliche Verwirrung können allerdings Begriffe wie Full Replication-ETF, physische oder synthetische Replikation sorgen.

Verschiedene Arten beim Indexnachbau

Sie stehen für die wesentlichen Unterschiede in der Indexabbildung, was wiederum von den Eigenschaften des jeweiligen Index abhängt.

Grundlegend lässt sich ein Index mit 2 Methoden nachbauen: Entweder ein ETF enthält direkt die Wertpapiere, die im Index enthalten sind – die physische Replikation. Sind dabei sämtliche Indexpapiere enthalten, handelt es sich um einen Full Replication-ETF.

Bei der Methode der synthetischen Replikation indes wird der Index indirekt über Swaps nachgebildet. Das sind Tauschgeschäfte zwischen dem ETF-Anbieter und einem Kontrahenten, in der Regel einer Bank. Die erhält die Wertentwicklung aller Papiere des Fonds und garantiert im Gegenzug die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index.


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Full Replication-ETF als Urform direkter Abbildung

Da Swap-ETFs derivate-basiert sind und ein gewisses Kontrahentenrisiko enthalten, bevorzugen viele ETFs mit physischer Replikation. Hier entspricht der Typ des Full-Replication-ETF der Grundidee des Indexnachbaus. Dabei wird ein ETF so zusammengestellt, dass er tatsächlich die Anteile aller Wertpapiere enthält, die sich auch im zugrunde liegenden Index finden – beim Dax zum Beispiel alle 30 Aktien. Dabei ist der Anteil jeder Aktie genauso groß wie ihr jeweiliges Gewicht im Index.

Allerdings ist ein Index kein statisches Gebilde und verändert sich im Detail. So bleibt die Gewichtung einzelner Aktien entsprechend ihrer Marktkapitalisierung und Entwicklung nicht auf Dauer gleich. Zudem werden immer wieder einzelne Titel ausgetauscht. Die einen verlassen den Index, andere kommen neu hinzu.

Um diese Dynamik nachzuvollziehen, gilt es beim Full Replication-ETF nach einer bestimmten Zeit die Gewichtungen anzupassen und einzelne Titel auszutauschen. Nur mit diesem Nachjustieren, dem Rebalancing, kann ein ETF die Wertentwicklung des Index korrekt nachvollziehen. Bei dieser Anpassung entstehen durch den Kauf und Verkauf von Aktienanteilen Transaktionskosten, was den Full Replication-ETF im Vergleich zur synthetischen Replikation geringfügig teurer macht.

Grenzen von Full Replication-ETFs

Der exakte Nachbau stößt jedoch bei größeren Indizes wie etwa dem MSCI World mit über 1.600 Aktien an seine Grenzen. Sowohl der Ankauf sämtlicher Anteile als auch die Anpassungen würden den Kosten- und Organisationsrahmen sprengen. Völlig unmöglich wird diese Vorgehensweise bei Indizes mit Wertpapieren aus Ländern wie China oder Indien, die Ausländern den Aktienkauf eingeschränkt oder gar nicht erlauben.

Weil bei der physischen Replikation die Papiere gut handelbar, also liquide sein müssen, wird vielfach mit der sogenannten Sampling-Methode gearbeitet. Bei diesem repräsentativen Vorgehen werden nur die größten und liquidesten Titel ausgewählt, die am stärksten zur Wertentwicklung beitragen. Auf diese Weise mit rund einem Drittel aller Aktien eines Index lässt sich dessen Performance gut nachbilden.

Swap-ETFs effizient aber weniger transparent

Etliche Anbieter bevorzugen jedoch die synthetische Replikation. Mit der Abbildung über den Umweg des Tauschgeschäfts zeigen Swap-ETFs kaum Abweichungen von der Indexentwicklung.

Allerdings geht damit auch die gewohnte Transparenz verloren. Ein Anleger kann oft kaum nachvollziehen, auf welchen Umwegen und mit welchen Aktien als Gegenforderung ein Index abgebildet wird. Insofern sind Swap-ETFs eigentlich eine eigene Gattung, was aber nichts an ihrem einfachen Handling ändert.

Vor- und Nachteile

Im Vergleich zeigt sich: Wer eher auf etablierte, übersichtliche Märkte setzt und Wert auf ein möglichst einfaches, transparentes Produkt legt, der greift wohl eher zu Full Replication-ETFs. Für exotischere Märkte, Schwellenländer oder Rohstoffe indes kommen ohnehin meist Swap-ETFs infrage.

Was die Genauigkeit bei der Indexabbildung angeht, sind Swap-ETFs aber auch nur dann leicht im Vorteil, wenn ein alternativer Full Replication-ETF nicht ausreichend gepflegt wird – Stichwort: Rebalancing.

Auffallend ist übrigens, dass nun wieder verstärkt physische und voll replizierende ETFs angeboten werden. Die Euro-Krise veranlasste viele Anleger, eher auf transparente Indexprodukte zu setzen.

23. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.