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Vorsicht bei diesen verlockenden Anleihen

Wer in der vermeintlich sicheren Anlageklasse der Anleihen ordentlich verzinste Papiere sucht, wird selbst im Umfeld niedrigster Zinsen fündig: Co Co-Bonds werfen sogar 6 % ab, eine verwunderlich viel versprechende Ausnahme im morschen Zinspapierwald.

Beim näheren Hinsehen landet man jedoch schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen und beim Gesetz von Rendite und Risiko.

Co Co-Bonds: Wandelanleihen mit Überraschungspotenzial

Co Co-Bonds steht für Contingent Convertible Bonds. Wie der Begriff  zeigt, sind sie konvertierbar, können also von Anleihen in Aktien umgewandelt werden. Diese Hybridform an sich ist weder neu noch besonders riskant. Bei der Umwandlung wird man vom Fremdkapital- zum Eigenkapitalgeber. Und für das Risiko in dem Fall ein erhöhtes Insolvenzrisiko zu tragen, gibt es eben bessere Zinsen.

Co Co-Bonds allerdings sind keine regulären Wandelanleihen. Das Umtausch- und Wahlrecht liegt hier nicht beim Anleger, sie werden automatisch gewandelt. Der Herausgeber hat entweder eine schlechtere Bonität oder steht unter Druck, seine Eigenkapitalquote aufzubessern. Angeboten werden sie vor allem von Banken, die nach den gestiegenen Anforderungen in Basel III ihr Kernkapital aufbessern müssen.

Um Kapitalerhöhungen zu vermeiden, locken sie mit hochverzinsten Co Co-Bonds, die bei Bedarf in Eigenkapital verwandelt werden, und zwar ohne dass es die Anleger verhindern können. Als Zinsanleihe bestehen Co Co-Bonds nur solange, bis ein bestimmter Triggerfaktor eintritt: in der Regel das Unterschreiten einer festgelegten Eigenkapitalschwelle der Bank.


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Risikofaktoren kaum einschätzbar

Anders als bei üblichen Wandelanleihen bestimmt hier die Aufsicht mit, also die EZB. An ihr hängt es letztlich, ob und wann die Anleihen umgewandelt bzw. herabgeschrieben werden. Dabei kann es auch vor Erreichen der Schwelle passieren, dass Zinszahlungen gekürzt oder gekappt werden. Bei diesen Pflichtwandelanleihen darf man sich also von der reinen Zahlenoptik nicht täuschen lassen. Auch kann die Bank sie nicht ohne Erlaubnis der Bankenaufsicht kündigen oder zurückkaufen.

Für Anleger ist das komplexe Zusammenspiel verschiedenster Einflüsse auf das Zustandekommen einer Triggersituation bzw. die unterschiedlichen Änderungen der Konditionen kaum zu durchschauen. Selbst wenn man auf Anhieb keinen bedrohlichen Kapitalverlust der Bank erkennt, so kann etwa der Aufbau risikogewichteter Aktivposten das Kernkapital drücken. Dann hängt es vom Abstand zur kritischen Schwelle ab, ob und wie sehr der Zinskupon gekürzt wird.

Auch wenn die Zinsen teilweise oder ganz ausfallen, müssen sie nicht später nachgezahlt werden. Ein Zinsausfall hat übrigens keinen Einfluss auf die Dividendenzahlung für Aktionäre, weshalb man mit Co Co-Bonds mitunter sogar schlechter steht als die Aktienbesitzer. Und wenn sie tatsächlich umgewandelt werden müssen, ist die Situation der Bank vermutlich so schlecht, dass der Aktienkurs abrutscht und auch Dividenden ausgesetzt werden.

Nichts für Privatanleger

Kurzum: Co Co-Bonds sind hochriskant und extrem komplex. Sie sind eine Finanzinnovation, mit der versucht wird, das Insolvenzrisiko der Banken vom Steuerzahler auf die Investoren umzulegen.

Außerdem sollen neue Anlegergruppen erschlossen werden, da sich Investoren anderer Nachrangpapiere wie Genussrechte teils spürbar zurückziehen. Für Privatanleger jedenfalls sind sie nicht geeignet. Und auch wer das Risiko in Kauf nimmt, muss mit extrem hohen Mindestanlagen rechnen, die sich nicht jeder leisten kann.

6. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.