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Vorsicht bei Faktor-Zertifikaten: die Nachteile werden gern verschwiegen

Faktor-Zertifikate sind auf den ersten Blick einfach strukturiert, bieten hohe Renditechancen und eine Absicherung gegen den Totalverlust. Mit diesen Vorzügen werben die Emittenten von Faktor-Zertifikaten um die Gunst der Anleger.

Ein genauer Blick auf die Faktor-Zertifikate zeigt allerdings Nachteile auf, die von den Banken nicht so gerne erwähnt werden. Privatanleger unterschätzen oft, dass in Seitwärtsmärkten Verluste entstehen.

Wie Faktor-Zertifikate funktionieren

Faktor-Zertifikate sind Hebelprodukte, mit denen Anleger auf fallende oder steigende Kurse bei Aktien, Indizes, Anleihen und Rohstoffen setzen können. Im Gegensatz zu Optionssscheinen oder Knock-Out-Zertifikaten ist der Hebel bei Faktor-Zertifikaten allerdings konstant.

Es wird jeden Handelstag aufs Neue mit demselben Hebel gestartet, was eine höhere Renditechance als bei anderen, gleichgewichteten Hebelprodukten bedeutet. Zusätzlich verfügen Faktor-Zertifikate über keine feste Laufzeit und müssen somit keine Kursmarke zu einem vorgegebenen Zeitpunkt halten.


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Nachteil bei Faktor-Zertifikaten: höherer Verlust in Seitwärtsphasen

Der erste große Nachteil bei Faktor-Zertifikaten ergibt sich durch den konstanten Hebel. Was in Trendphasen einen Pluspunkt bei Faktor-Zertifikaten ist, führt in Seitwärtsphasen zu schleichenden Verlusten.

Ein Beispiel: Kostet ein Faktor-Zertifikat mit dem Hebel 4 auf den DAX 100 € und der DAX fällt um 2 % von 9.000 Punkte auf 8.820 Punkte, so verliert das Faktor-Zertifikat 4 x 2% also 8 % und wertet von 100 € auf 92 € ab. Steigt am nächsten Tag der DAX wieder um 180 Punkte an, ist dies ein Anstieg von 2,04 % und das Vortagesniveau ist wieder erreicht. Das Faktor-Zertifikat allerdings steigt nur um 4 x 2,04 %, also 8,16 % von 92,00 € auf 99,50 € an.

Somit würde das Faktor-Zertifikat einen Verlust von 0,5 % realisieren, während der Basiswert Plus/Minus Null aus dem Handel geht. In längeren Seitwärtsphasen addieren sich diese „schleichenden“ Verluste schnell zu einer ordentlichen Summe auf. Anleger, die nur den Basiswert im Auge behalten und nicht die aktuelle Notierung ihres Faktor-Zertifikates sind oftmals überrascht von entstandenen Verlusten.

Die Anpassungsschwelle schützt nur bedingt vor Verlusten

Der Schutz vor einem Totalverlust ist das zweite große Argument mit dem für Faktor-Zertifikate geworben wird. Auch dieser Punkt ist mit Vorsicht zu genießen. Geht die herausgebende Bank peilte, steht auch bei Faktor-Zertifikaten ein Totalverlust zu Buche.

Die sogenannte Anpassungsschwelle schützt bei heftigen Kurseinbrüchen zwar vor einem Totalverlust, allerdings wird erst kurz vor dem „Aus“ gebremst. Durch die Anpassungsschwelle wird beim Erreichen einer vorgegeben Verlustgrenze innerhalb eines Tages das System „genullt“ und es wird  wie mit einem neuen Handelstag gerechnet.

Im Beispiel bedeutet dies für ein Faktor-Zertifikat mit dem Faktor 3, ein Totalverlust ohne Anpassungsschwelle  wäre bei einem 33,3 % Minus an einem Tag erreicht. Mit einer (durchaus üblichen) Anpassungsschwelle bei 30 % Verlust würde kein Totalverlust, sondern nur ein Verlust von 91,43 % erzielt werden.  Dies ist zwar kein Totalverlust, kommt dem ganzen aber recht nahe.

Fazit: Faktor-Zertifikate sind für Privatanleger kaum geeignet

Auch wenn Faktor-Zertifikate mit ihrem einfachen Aufbau und den guten Renditechancen beworben werden, sind diese für Privatanleger kaum geeignet. Faktor-Zertifikate spielen ihre „Vorteile“ nur in stabilen Trendphasen aus, in solchen Phasen bieten, bedingt durch die höheren Hebel, Optionsscheine und Knock-Out-Produkte allerdings weit höhere Gewinnchancen.

Die „Sicherheit“ bei Faktor-Zertifikaten ist lange nicht so hoch wie die Werbung glauben machen will. Zusätzlich sind Seitwärtstrends an den Börsen weit häufiger als stabile Auf- oder Abwärtstrends und diese Phasen führen bei Faktor-Zertifikaten zu schleichenden Verlusten. Wer Sicherheit sucht, sollte ein Investment z.B. in Deep-Bonus-Zertifikate vorziehen oder direkt in den Basiswert investieren und mit einem gut kalkulierten Stop-Loss arbeiten.

22. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.