Starke Kursverluste für Großbanken werden die Börsen bald prägen.
Die US-Banken sind dafür wie einst bei Lehman Brothers ein Vorbild.
Nur: Diesmal wird die US-Regierung den Entwicklungen nicht tatenlos zusehen. Rechnen Sie mit Rettungsaktionen, sobald das Desaster bei den US-Banken öffentlich wird. Dann aber kann es zu spät sein.
In diesen Tagen wurde bekannt, dass die Goldman Sachs ihren Gewinn im gerade ablaufenden vierten Quartal drastisch hat zusammen brechen lassen. Ein Analyst aus den USA hat nach einem Bericht von Yahoo den Gewinn pro Aktie von 2,61 Dollar ausgehend auf nur noch 79 Cent taxiert.
Investmentbanking läuft nicht
Dabei läuft weder das Investmentbanking noch der Eigenhandel wie gewünscht. Das bedeutet: direkt an den Finanzmärkten geht es nicht voran.
In doppelter Hinsicht treffen uns als Investoren solche Nachrichten: wenn Banken keine Anlagemöglichkeiten finden, wird es auch für Privatinvestoren schwierig. Zudem:
Das Vertrauen in die Finanzmärkte insgesamt wird sinken, sobald ein großes Haus wie Goldman Sachs einmal ganz rote Zahlen schreiben sollte. Noch ist der Gewinneinbruch nicht mit dem vormaligen Desaster bei Lehman zu vergleichen, aber: es kann bei weiteren Problemen an den Börsen schnell unter die Nulllinie gehen.
US-Konjunktur wird lahmen
Das nächste Problem sind die US-Märkte und deren Konjunktur selbst. Das Wirtschaftswachstum ist zu gering, als dass es die Großbanken entlasten könnte.
Diese leben auch von der Kreditvergabe, die in schlechten Zeiten weiter sinken wird.
Damit ist auch das Vertrauen der Banken untereinander, auch in den USA, zerstört. Rechnen Sie mit weiteren negativen Nachrichten aus dem Sektor, wenn viele regionale Anbieter neben den bislang schon geschlossenen Geldhäusern noch Konkurs anmelden müssen.
Vor allem bedeutet aber die extreme Schwächephase von Goldman Sachs:
- Sie müssen die Bankenkrise nicht nur in Form von möglichen Finanzmarktproblemen allgemein registrieren.
- Gehen Sie davon aus, dass eine Großbank-Schwierigkeit sich diesmal anders als zu Zeiten der Lehman-Pleite auf alle großen Banken in den USA niederschlagen würde. Deren Kurse stehen dann enorm unter Druck.
- Deshalb werden auch deutsche Banken bei weiteren negativen Schlagzeilen unter Druck geraten. Die USA haben jetzt den Weg in die nächste Finanzkrise geebnet. Rechnen Sie mit Kursabschlägen von bis zu 20% bei deutschen Titeln.
GeVestor meint: Die niedrigen Gewinne von Goldman Sachs sind zweierlei Vorgeschmack. Goldman Sachs wird 2012 größere Schwierigkeiten bekommen.
Zudem aber wird sich auch in den Bilanzpräsentationen anderer Banken zeigen, wie schlecht der gesamte Sektor dasteht. Eine weitere Folge: Zertifikate werden künftig noch unattraktiver. Denn: das Risiko von Emittenausfällen steigt weiter. Damit werden auch die "Versicherungskosten" noch steigen.
Die Risiko-Analyse für das 4. Quartal zeigt: investieren Sie in Aktien, die auch Stürme überstehen können. Das Finanzmarktrisiko steigt dank der jetzt zu veröffentlichenden Bank-Bilanzen.


