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Vorsorge: Der richtige Vermögensaufbau fürs Alter

Der richtige Vermögensaufbau fürs Alter wird immer wichtiger. Denn erst vor wenigen Wochen warnte sogar die Bundesregierung davor, dass Lebensversicherungen in die Insolvenz gehen können oder zumindest ihren Verpflichtungen nachkommen.

Bei einer „signifikanten Anzahl der Unternehmen“ kann es demnach dazu kommen, dass die „Risikotragfähigkeit“ sinken wird. Die Presse hat diese Berichte aufgegriffen und verstärkt, sodass sich für viele Haushalte die Frage stellt, auf welche Form der Altersvorsorge sie setzen sollen.

Aktuell kann von folgenden Fakten ausgegangen werden: Lebensversicherungen werden in aller Regel nicht mehr genug abwerfen, um Ihnen einen vernünftigen Vermögensaufbau zu finanzieren. Bei Überschussbeteiligungen von künftig etwa 4% bleibt keinesfalls genügend Kapital, um eine hinreichende Zusatzrente zu kassieren.

Vorsorge: Renten reichen zum Vermögensaufbau nicht aus

Der Staat selbst rechnet heute schon vor, dass die laufenden Renten nicht reichen werden. Um beispielsweise 1.000 € „Rente“ mit der heutigen Kaufkraft zu erhalten und das zugrundeliegende Kapital zu erhalten, brauchen Sie bei Bruttorenditen von 5% 240.000 € Vermögen.

Denn: 1.000 € Rente würden etwa 12.000 € Vermögensverzehr jährlich bedeuten (Zins- und Zinseszinseffekt bleiben in dieser Rechnung zunächst unberücksichtigt). Dies sind 5% eines Vermögens von 240.000 €.

Wenn Sie staatlich unabhängig sein wollen, also keine Rentenbezüge einkalkulieren, benötigen Sie nach den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen noch eine Immobilie, in der Sie weitgehend kostenfrei wohnen können.

Um 240.000 € Vermögen zu haben, können Sie also nicht die von fast 50% der Haushalte in Deutschland angesparte Immobilie verkaufen, sondern müssten diese halten. Geldvermögen existieren darüber hinaus oft wenig.

Auszahlungen durch die Lebensversicherung werden oft gebraucht, um damit die Immobilie weiter zu finanzieren.

Vorsorge: Vermögensaufbau frühzeitig beginnen

Das heißt umgekehrt auch: Sie müssten so schnell wie möglich damit anfangen, ein Vermögen von – hier beispielsweise – 240.000 € zusätzlich aufzubauen.

Wer 2.000 € Rente beziehen möchte, müsste 480.000 € aufbauen. Und hier beginnt unsere Rechnung: Unterhalb einer Bruttorendite von 8% sind solche Vermögenszuwächse kaum denkbar.

Dazu eine weitere Musterrechnung. Hier unterstellen wir bereits, dass Sie 8% Bruttorendite erzielen.

Wenn Sie 240.000 € mit einer Bruttorendite von 8% aufbauen wollen, brauchen Sie bei einem Aufbauzeitraum von 25 Jahren 571 € monatlicher Sparrate. Wer 30 Jahre lang sparen kann, müsste nur 443 € zurücklegen und wer 35 Jahre Zeit hat, kann sich auf 353 € beschränken.

Indes: Meistens beginnt die Sparphase erst nach Abschluss von Ausbildung und/oder Studium, dem Kauf von Immobilien und der Finanzierung der Familie, also vielleicht mit 50 oder 55 Jahren.

Dann bleiben entsprechend weniger Jahre, sodass Sie mindestens 1.000 € zurücklegen müssten, um über solche monatlichen Sparraten ein solches Vermögen aufzubauen.

Wer auf hohe Bruttorenditen verzichtet, hat überhaupt keine Chance, mit einem echten Sparvermögen genügend Kapital für die Langfristvorsorge aufzubauen. Diese einleitenden Fakten nennen wir Ihnen nicht, um „Angst“ zu verbreiten, sondern die Wahrheit über die Langfristvorsorge zu nutzen, um daraus eine Strategie für Sie zu entwickeln.

Es wird sich zeigen, dass vor allem Aktien, Indizes und Sparpläne auf diese Anlageformen die richtigen Mittel sind, um langfristig den verdienten Wohlstand zu sichern.

Die Ausgangssituation

In aller Regel legt sich für die meisten Haushalte dank Banken, staatlicher Missaufklärung und weiteren Interessierten viel Nebel über die wahre Situation um die Langfristvorsorge. Die Beratungen sind wie in jedem anderen kaufmännischen Bereich schlicht interessegetrieben.

Meistens sind unabhängige Berater gar nicht greifbar, sodass Bankvertreter und Versicherungsvertreter automatisch freie Fahrt in die Haushalte haben.

Die persönliche Beziehung dient regelmäßig dem Verkauf von Verträgen, Banksparplänen, fondsgebundenen Sparformen oder anderen „Produkten“. Dabei ist die Rechnung vergleichsweise einfach:

Inflationsrate vernichtet bestehendes Vermögen

Gehen Sie davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland in normalen Jahren Werte von 2% bis 2,5% annimmt. Volkswirte unterstellen für die nächsten Jahre, dass die Inflationsrate auf mehr als 3%, 4% oder 5% steigt.

So hatte etwa der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts Thomas Straubhaar bereits Anfang 2011 für die Zukunft eine Inflationsrate in Höhe von 4% berechnet. Diese Inflationsrate fällt jährlich an und würde Ihr Vermögen dauerhaft belasten.

Inflationsrate 10.000,00
Jahr3%4%5%
19.700,009.600,009.500,00
29.409,009.216,009.025,00
39.126,738.847,368.573,75
48.852,938.493,478.145,06
58.587,348.153,737.737,81
68.329,727.827,587.350,92
78.079,837.514,476.983,37
87.837,437.213,906.634,20
97.602,316.925,346.302,49
107.374,246.648,335.987,37

Mit diesen Sparprodukten lässt sich im Normalfall nur die Inflationsrate ausgleichen. Ihr Vermögen würde widerstandslos einfach verzehrt werden. Noch dazu reicht die Rendite nicht, wenn Sie zusätzliche Faktoren berücksichtigen, die Ihr Vermögen angreifen würden.

Steuern fallen auch beim Vermögensaufbau an

Sie zahlen nahezu auf jede Einkunftsart – auch für den Vermögensaufbau – Steuern. Diese Steuern sind erheblich, nachdem die Abgeltungssteuer für alle Einkünfte gilt.

Dabei werden in aller Regel 25% plus Kirchensteuer (je nach Bundesland 8% bis 9% der Steuerlast selbst obendrauf) sowie der Solidaritätszuschlag fällig.

Wenn Sie zudem minimale Gebühren berücksichtigen, können etwa 30% von den Bruttorenditen als „Abgabe“ und „Gebühr“ abgezogen werden. Das bedeutet unter dem Strich, dass Sie eine Negativrendite erwirtschaften würden.

Noch mehr: Wer sein Geld auf Sparkonten angelegt hat, erhält jährlich Zinsen, die versteuert werden müssen.

Der Steuertrick spart Geld bei der Vorsorge

Wer hingegen Geld so investiert hat, dass die Positionen nicht jährlich aufgelöst werden müssen, hat die Chance auf steuerfreie Gewinne, die zunächst einbehalten werden. Dies löst einen Zins- und Zinseszinseffekt aus.

Wenn Sie Gewinne durch Kurssteigerungen vereinnahmen würden, dann sind diese Erträge zunächst steuerfrei, solange Sie nicht verkaufen.

Ein Beispiel dazu: Wenn die Kursgewinne 20% betragen, würden Sie diese 20% nicht versteuern müssen, solange Sie nicht verkaufen. Damit sparen Sie zunächst rund 6,5% Steuern, die weiterhin investiert bleiben.

Diese 6,5% Steuern erwirtschaften – im Idealfall – wieder 20%, sodass daraus ein Ertrag von 1,3% (bezogen auf die Gesamtsumme) entstehen würde.

Dieser Gewinn von 1,3% bleibt im Idealfall im darauffolgenden Jahr ebenfalls investiert, sodass Sie die davon anfallenden 0,4%-Punkte an Steuern zunächst nicht zahlen würden. 6,5%-Punkte sowie 0,4%-Punkte gehören damit an sich dem Staat, Sie dürften dieses Geld jedoch im dritten Jahr einsetzen.

In der Summe entspricht dies insgesamt einem Ertrag von 6,9%.

Im darauffolgenden Jahr würden diese 6,9% zinsloser Kredit für Sie mitverdienen dürfen, während Sie von diesen Erträgen dann wiederum nur knapp 30% Steueraufwand haben.

Unter dem Strich können Sie dieses Spiel bei einer Buy-and-hold-Strategie munter weiter treiben, solange Sie Gewinnaussichten sehen. Bei den typischen Sparformen für die Langfristvorsorge ist dieser Gewinn nicht möglich.

11. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.