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Vorsteuer: Erklärung des Pauschalsystems

Der Vorsteuerabzug ist besonders für kleine und/oder nebenberufliche Unternehmer ein erheblicher bürokratischer Aufwand. Doch was viele nicht wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen ist es für Kleinunternehmer möglich die Vorsteuer pauschal abzuziehen.

In diesem Artikel finden Kleinunternehmer und interessierte Investoren eine Erklärung wie sie die Vorsteuer – ohne bürokratischen Aufwand – pauschal rückerstattet bekommen können.

Vorsteuer: Erklärung des Prinzips

Unternehmer, die Dienstleistungen oder Güter erwerben, müssen dafür die vorgesehene Umsatzsteuer abführen. Diese vom Unternehmer abgeführte Umsatzsteuer wird steuerrechtlich als Vorsteuer bezeichnet.

Steuerpflichtig ist bei der Umsatzsteuer jedoch nur der Endverbraucher, nicht aber der Unternehmer. Deshalb bekommen Unternehmer die von ihnen bezahlte Umsatzsteuer von den Finanzbehörden zurückerstattet.

Voraussetzungen für die Erstattung von Vorsteuern

Für die Erstattung der Vorsteuer, nach Erklärung an das Finanzamt, gelten jedoch einige Voraussetzungen:

  • Der Unternehmer erwirbt die Güter/Dienstleistungen für betriebliche Erfordernisse, nicht für den privaten Gebrauch.

Nur Dienstleistungen oder Güter die vom Unternehmer für seine Tätigkeit genutzt werden können für den Vorsteuerabzug herangezogen werden.

Das heißt: Wenn ein Unternehmer für sich privat ein Fahrzeug oder einen neuen Computer kauft, so kann die Vorsteuer nicht rückvergütet werden.

  • Der Unternehmer führt umsatzsteuerpflichtige Tätigkeiten aus.

Ein Unternehmer führt umsatzsteuerpflichtige Tätigkeiten aus sobald sein Jahresumsatz mindestens 17.500 € beträgt.

  • Der Unternehmer stellt Rechnungen aus, die Umsatzsteuer enthalten.

Die Rechnungen des umsatzsteuerpflichtigen Unternehmers müssen explizit die abzuführende Umsatzsteuer ausweisen. Diese beträgt je nach Art des Produkts oder der Dienstleistung 7% oder 19%.

Vorsteuer pauschal abziehen

Doch hier gibt es eine Ausnahme! Unternehmer können die Vorsteuer auch pauschal abziehen. Dafür werden keine Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer benötigt. Um diesen pauschalen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen zu können, muss ein Unternehmer folgende Kriterien erfüllen:

  • Der Unternehmer führt keine ordentliche Buchhaltung. Der Gewinn wird rein aus dem G+V (Gewinn- und Verlustrechnung) ermittelt.
  • Der Nettoumsatz beträgt weniger als 61.356 €.
  • Der Unternehmer gehört einer Berufsgruppe an, für die ein Durchschnittssatz festgelegt wurde.

Die Durchschnittssätze wurden aufgrund statistischer Erfahrungswerte erhoben.

Erklärung: Vorsteuer pauschal berechnen

Unternehmer, die all diese Kriterien erfüllen können ohne großen Aufwand die Vorsteuer pauschal berechnen. Es ist kein Antrag an die Steuerbehörden notwendig. Es genügt in der Umsatzsteuererklärung in die Zeile Vorsteuerbeträge die nach allgemeinen Durchschnittssätzen berechnet sind (§ 23 UStG) den für Ihre Berufsgruppe gültigen Pauschalbetrag ein.

Um den gültigen Pauschalbetrag zu ermitteln multiplizieren Sie einfach Ihren Jahresumsatz mit dem für Ihre Berufsgruppe vorgesehenen Durchschnittssatz.

Beispielerklärung zum Vorsteuerabzug im Pauschalsystem

Eine Druckerei mit einem Umsatz vom 50.000€ möchte den pauschalen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen. In der oben angeführten Durchführungsbestimmung kann der Beispielsatz gefunden werden. Dieser beträgt für Druckereien 6,4%. Der Umsatz multipliziert mit dem Durchschnittssatz (50.000€*6,4%) ergibt 3200€.

Im dafür vorgesehenen Feld der Umsatzsteuererklärung (siehe oben) muss der Unternehmer nur mehr diesen Betrag eingeben, anschließend erhält er eine Rückerstattung. Hat der Drucker weniger als 3200€ an Umsatzsteuer bezahlt, so lohnt sich für ihn der Umstieg in das pauschale System.

Fazit zum pauschalen Vorsteuerabzug

Der pauschale Vorsteuerabzug ist für Unternehmer mit kleinen Umsätzen, die davon Gebrauch machen können, eine große bürokratische Erleichterung. Unternehmer sollten trotzdem genau berechnen, ob das pauschale System für sie  finanziell vorteilhafter als der klassische Vorsteuerabzug ist.

Für Unternehmer die hohe Ausgaben haben empfiehlt sich der pauschale Vorsteuerabzug deshalb meist nicht. Unternehmer mit geringen Kosten können finanziell jedoch profitieren!

5. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.