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Vorsteuer Frankreich: Was beim Handel mit unseren Nachbarn wichtig ist

Frankreich ist einer der wichtigen Handelspartner Deutschlands und eine der großen Wirtschaftsnationen innerhalb der Europäischen Union. Da liegt es nahe, dass nicht nur große Unternehmen Handel mit unseren Nachbarn im Süden betreiben.

Auch für kleinere Unternehmen von Interesse

Auch der deutsche Mittelstand und kleinere Unternehmen haben enge wirtschaftliche Beziehungen zu Handelspartnern in Frankreich. Doch es gilt einiges zu beachten, wenn Waren und deren Zahlungsflüsse die Grenze überschreiten.

Wer sein Einkommen direkt in Frankreich erzielt, für den ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich von Interesse. Aber auch wer „nur“ Waren aus Frankreich nach Deutschland für sein Unternehmen importiert, sollte gut informiert sein, damit ihm die Vorsteuererstattung nicht entgeht.

Vorsteuer in Frankreich: Nicht nur der Name ist anders

In Deutschland kann ein Unternehmen die Mehrwertsteuer, die er auf betriebsbezogene Waren gezahlt hat, durch den Vorsteuerabzug wieder zurückfordern. In Frankreich ist das ähnlich geregelt, nur einige kleine Unterschiede sind hierbei zu beachten. Das französische Pendant zur Mehrwertsteuer nennt sich Taxe sur la valeur ajoutée und wird mit TVA abgekürzt.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Steuersätze von 19% und 7% gelten, ist die Regelung in Frankreich nicht ganz so übersichtlich. Der Normalsatz beträgt in Frankreich 19,6%. Der ermäßigte Steuersatz von 5,5% wurde im Jahr 2012 durch einen weiteren ermäßigten Steuersatz von 7% ergänzt. Zusätzlich gibt es noch einen stark ermäßigten Satz von 2,1%.

Welcher Steuersatz für welches Wirtschaftgut zum Abzug der Vorsteuer anzusetzen ist, sollte jeweils im Einzelfall überprüft werden, da es in Frankreich eine Reihe von Ausnahmeregelungen gibt. Zudem soll es 2014 große Veränderungen im französischen Mehrwertsteuersystem geben.

Wie der Vorsteuerabzug in Frankreich geltend gemacht wird

Deutsche Unternehmen können sich die ihnen von französischen Unternehmen in Rechnung gestellten Beträge für die TVA (also Umsatzsteuer) erstatten lassen. Früher hätte diese Erstattung direkt in Frankreich beantragt werden müssen. Seit dem 01.01.2010 ist das Verfahren im Rahmen der neuen EU-Vorschriften für deutsche Unternehmer einfacher geworden.

Der Antrag auf Erstattung der Vorsteuer aus Frankreich ist nun elektronisch beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) einzureichen. Die genauen Antragsanforderungen und notwendigen Onlineformulare finden Sie unter den Seiten des Bundeszentralamt für Steuern (EU-Verfahren).

Anträge müssen bis zum 30.09. des Folgejahres eingereicht werden. Bei der Einreichung ist auf die Vollständigkeit der Unterlagen zu achten. Fehlen auch nur einige der Pflichtangaben, gilt die Antragsfrist als nicht eingehalten.

Vorsteuer Frankreich: Großer Effekt bei überschaubarem Aufwand

Gerade der Wegfall der Korrespondenz mit den französischen Steuerbehörden und die Möglichkeit, die Vorsteuer über das BZSt in deutscher Sprache wieder zurückfordern zu können, ist sehr lohnenswert. So können auch kleinere und mittelgroße Unternehmen Handelsbeziehungen mit französischen Unternehmen betreiben, ohne dass der administrative Aufwand zu hoch wird oder die Gewinnspanne durch die französische TVA gemindert wird.

15. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.