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Vorsteuer und Mehrwertsteuer: So funktioniert die Berechnung

Die Vorsteuer bzw. Mehrwertsteuer ist letztlich die erhaltene Umsatzsteuer bei Selbstständigen und Unternehmern. Stellen Betriebe Rechnungen, so wird dabei auch die Mehrwertsteuer aufgelistet, die auf den Nettopreis der erbrachten Leistungen oder Waren addiert wird.

Nehmen Firmen oder auch Einzelunternehmen Umsatzsteuer ein, so müssen sie diese an das Finanzamt abführen. Dazu muss man allerdings umsatzsteuerabzugsberechtigt sein. Das bedeutet, man hat das Recht bzw. die Pflicht, Umsatzsteuer auf Rechnungen mit auszuweisen.

Doch als Unternehmer muss man nicht die komplette eingenommene Umsatzsteuer als Vorsteuer Mehrwertsteuer an das Finanzamt abtreten. Hat man eigene betriebliche Kosten, so kann man die darin enthaltene Mehrwertsteuer abziehen. Wie das genau aussieht, wird im Folgenden erklärt.

Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer

Diese beiden Begriffe bedeuten im Endeffekt dasselbe. Hat man ein Gewerbe und ist man als Selbstständiger oder Freiberuflicher umsatzsteuerabzugsberechtigt, so muss man bei seinen Rechnungen auch eine Mehrwertsteuer berechnen. Die so eingenommene Umsatzsteuer muss schlussendlich ans Finanzamt weitergeleitet werden. Man hat nicht das Recht, diese einzubehalten. Mit einer Ausnahme: Man kann Ausgaben von der Vorsteuer abziehen.

Das bedeutet, alle betrieblichen Ausgaben, die man im Laufe der Zeit sammelt und die Mehrwertsteuer enthalten, werden addiert. Diesen Betrag kann man von der eingenommenen Mehrwertsteuer abziehen. Was übrig bleibt, wird an das Finanzamt überwiesen.

Es gibt jedoch auch Sonderregelungen, je nachdem, wie viel ein Unternehmer verdient. So kann es sein, dass man auch von der Umsatzsteuer komplett befreit wird. Das bedeutet allerdings auch, dass man in Rechnungen nicht mehr die Mehrwertsteuer angeben darf.

Vorsteuer: Berechnung

Nehmen wir für ein Beispiel einen Freiberufler, der ein Gewerbe angemeldet hat und als Einzelunternehmer selbstständig arbeitet. Er ist für unseren Fall umsatzsteuerabzugsberechtigt und führt deshalb Umsatzsteuer in seinen Rechnungen aus.

Im Laufe eines Jahres nimmt er 30.000 € netto aus seiner freiberuflichen Tätigkeit ein. Dazu kommen 19% Mehrwertsteuer, das sind 5.700 €. Er hat demnach insgesamt 35.700 € eingenommen, von denen er 5.700 € abführen muss.

Gehört er zu einer besonderen Berufsgruppe, kann es Ausnahmen geben, so dass er einen fixen Satz an Vorsteuer pauschal abrechnen kann. Ansonsten ist der Betrag, den er letztlich als Vorsteuer Mehrwertsteuer an das Finanzamt zahlt, abhängig davon, wie viele Ausgaben er verrechnen kann.

Hat er im selben Jahr 12.500 € netto an betrieblichen Ausgaben, entspricht das 2.375 € an gezahlter Mehrwertsteuer. Diesen Betrag kann er von den 5.700 € abziehen. Es bleiben somit 5.700 € – 2.375 € = 3.325 €  übrig, die in Form von Vorsteuer bzw. Mehrwertsteuer bezahlt werden müssen.

Vorsteuer und Mehrwertsteuer

Die Begriffe Vorsteuer und Mehrwertsteuer sind eng miteinander verknüpft. Sämtliche Mehrwertsteuer bzw. Umsatzsteuer, die ein Unternehmer erhält, muss er, abzüglich seiner entsprechenden Ausgaben, an das Finanzamt abführen.

Deshalb kann es manchmal Sinn machen, am Ende des Jahres noch Kosten aufzunehmen, um die Vorsteuer zu senken. Andersherum kann man Ausgaben auf das folgende Jahr verschieben, wenn man bereits ausreichend Umsatzsteuer-Kosten produziert hat.

Es ist aus diesen Gründen hilfreich, wenn man sich rechtzeitig mit seiner Situation bei der Vorsteuer bzw. Mehrwertsteuer befasst, damit man  besser planen kann.

23. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.