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Vorsteuer Reisekosten: Abzugsfähigkeit wieder gegeben

Durch den Vorsteuerabzug haben Unternehmer die Möglichkeit, die von ihnen geleistete Umsatzsteuer wieder zurückzufordern. Grundlage hierfür ist, dass der Umsatzsteuerbetrag aus einer betriebsbezogenen Leistung entstammt.

Einer der Fälle, bei dem sich die Gesetze im Laufe der Zeit und im Rahmen der Anpassung an die EU-Richtlinien geändert haben, ist die Reisekosten-Vorsteuer-Regelung. Seit 01.04.1999 galt ein Abzugsverbot auf Reisekosten. Dieses Abzugsverbot für die Vorsteuer war nicht auf die Reisekosten allein beschränkt und hat in einigen Teilen noch heute Bestand.

Nicht-Abzugsfähigkeit wurde wieder aufgehoben

Da diese Vorgabe jedoch den übergeordneten EU-Richtlinien widersprach, wurde das Abzugsverbot im Rahmen des Steueränderungsgesetzes von 2003 wieder aufgehoben. Somit kann der Anteil der Umsatzsteuer an den Reisekosten vom Unternehmer wieder im Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.

Laut Paragraph 15 UStG (Umsatzsteuergesetz) ist der Anteil der Umsatzsteuer an den Übernachtungskosten voll vorsteuerabzugsfähig. Selbiges gilt für die tatsächlichen Verpflegungskosten. Der Zusatz „tatsächliche“ Verpflegungskosten ist damit begründet, dass nur die auf einer Rechnung ausgewiesenen Beträge für den Vorsteuerabzug anzuwenden sind. Pauschalbeträge für den Vorsteuerabzug einzusetzen ist nicht zulässig.

Reisekostenrechnung muss korrekt sein

Um die Reisekosten in der Vorsteuer anzurechnen, muss für jeden Posten eine korrekt ausgestellte Rechnung vorliegen. Korrekt betrifft hier nicht nur den Rechnungsbetrag, welcher selbstverständlich auch den Tatsachen entsprechen muss, sondern vielmehr die Angaben auf der Rechnung.

Um die Reisekosten von der Vorsteuer abziehen zu können, muss jede Rechnung folgende korrekte Angaben enthalten:

  • Name und Adresse des Rechnungstellers
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Rechnungsstellers
  • Ausstellungsdatum
  • fortlaufende Rechnungsnummer
  • Angaben über Menge bzw. Umfang und Art der Lieferung oder Leistung
  • Datum und Zeit der Lieferung oder Leistung
  • Nettobetrag
  • Steuersatz
  • Umsatzsteuerbetrag

Eine Ausnahme zu diesen Vorschriften für die Rechnungsstellung liegt im Falle von Kleinbeträgen bis zu 150,00 €. In diesem Fall genügt in der Regel die Angabe des Bruttobetrages und des angewandten Steuersatzes.

Reisekosten nicht mit Bewirtungskosten verwechseln

Auch wenn der Unternehmer die Verpflegungskosten voll für den Vorsteuerabzug ansetzen kann, gilt das jedoch nur für Eigenverpflegung. Lädt er auf der Geschäftsreise seine Partner zu einem Essen ein, so sind dies dann Bewirtungskosten. Bei den Bewirtungskosten wiederum sind nur 70% der Ausgaben als Betriebsausgaben anzusehen.

Daher ist auch nur der Anteil dieser 70% an der Umsatzsteuer abzugsfähig. Die übrigen 30% gelten in diesem Fall als Eigenverbrauch, somit nicht als Betriebskosten und sind damit auch nicht für den Vorsteuerabzug einzubeziehen.

Vorsteuer bei Reisekosten: Es läppert sich

Die Abzugsfähigkeit der Reisekosten bei der Vorsteuer mag einigen nur als eine minimale Veränderung im Steuerrecht erscheinen. Doch gerade kleine Unternehmer und Selbstständige, die beruflich viel auf Achse sind, werden die Abzugsfähigkeit der Reisekosten bei der Vorsteuer durchaus zu schätzen wissen. Es sind zwar keine Riesenbeträge auf einen Schlag, aber über das Geschäftsjahr verteilt, kommt da oft einiges zusammen.

17. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.