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Vorsteuerabzug: Einige Beispiele zur Berechnung

Der Vorsteuerabzug ist für viele Unternehmer schwer verständlich. Unternehmer und Interessierte bekommen hier – anhand von Beispielen – einen vertieften Einblick in das Thema Vorsteuerabzug.

Vorsteuerabzug: Grundsätzliches zuerst

Umsatzsteuer, die beim Erwerb von Lieferungen oder Dienstleistungen anfällt, wird als Vorsteuer bezeichnet. Da die Umsatzsteuer nur vom Endverbraucher gezahlt werden muss, können Unternehmer sich diese vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Dies bezeichnet man als Vorsteuerabzug.

Bei folgenden Szenarien kann die Vorsteuer – durch den Unternehmer – abgezogen werden.

  • Eine Rechnung wurde bezahlt. Die Rechnung enthält den gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag.
  • Gegenstände (Maschinen etc.) aus dem Ausland wurden eingeführt, für diese wurde die Einfuhrumsatzsteuer fällig.

In folgenden Beispielen wird nicht auf die Möglichkeit des pauschalen Vorsteuerabzugs eingegangen, da dieser nur in Ausnahmefällen Anwendung findet.

Beispiel 1:  Einzelunternehmer kauft Firmenwagen

Ein Einzelunternehmer mit einer Druckerei kauft für seine Tätigkeit eine neue Druckmaschine. Der Unternehmer erhält eine Rechnung mit folgenden Angaben:

  • Preis: 10.000 €
  • Umsatzsteuer: 1.900 €

Da der Kauf einer Maschine ist klar mit der unternehmerischen Tätigkeit verbunden und die Rechnung enthält die Umsatzsteuer. In diesem Beispiel kann der Vorsteuerabzug also geltend gemacht werden.

Beispiel 2:  Gemeinde bezahlt für öffentliche Arbeiten

Eine Gemeinde hat einen öffentlichen Auftrag vergeben, die Bauarbeiten werden in Rechnung gestellt und es fällt auch Umsatzsteuer an.

Die Gemeinde aus diesem Beispiel kann den Vorsteuerabzug nicht geltend machen. Der Vorsteuerabzug kann nur von Unternehmern vorgenommen werden. Bund, Länder, Kommunen und Gemeinden sind ausgeschlossen.

Beispiel 3:  Unternehmer importiert aus dem Ausland

Ein Unternehmer importiert Halbfertigprodukte aus dem Ausland. Dafür wird ihm vom Zollamt eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19% berechnet. Der Unternehmer kann die Zahlung dieser Einfuhrumsatzsteuer durch die entsprechenden Einfuhrbelege und die Zahlungsbestätigung des Zollamts nachweisen.

In diesem Beispiel kann der Vorsteuerabzug in Anspruch genommen werden. Wichtig ist jedoch, dass der Unternehmer die Zahlungsbestätigung des Zollamts vorweisen kann. Dies ist bei der Zollanmeldung explizit anzugeben.

Beispiel 4:  Rechtsanwalt kauft Grundstück

Ein Rechtsanwalt kauft ein Grundstück. Auf diesem Grundstück baut er sein Wohnhaus, worin sich auch seine Kanzlei befindet. Seine Kanzlei ist der Arbeitsort des Rechtsanwaltes und seiner Mitarbeiter. Dieser Fall klingt kompliziert und einige Köpfe werden beim Lesen schon rauchen. Viele werden hier an gewichtete Voraussterrückvergütungen denken.

Doch es ist ganz einfach. Der Rechtsanwalt darf den Vorsteuerabzug – in diesem Beispiel – nicht in Anspruch nehmen. Beim Bau der Kanzlei (inkl. Einrichtung etc.) kann der Rechtsanwalt den Vorsteuerabzug jedoch wieder nutzen. Der Abzug bleibt aber auf die Leistungen beschränkt, die ausschließlich die Kanzlei betreffen und keinen privaten Gebraucht miteinschließen.

Fazit: Besser Informationen einholen

Die angeführten Beispiele können natürlich nur einen generellen Überblick zu geläufigen Situationen geben. Im Steuerrecht gibt es bekanntlich viele Ausnahmen und Sonderregelungen. Deshalb sollten Unternehmer sich genau informieren, ob es für ihre individuelle Situation Regelungen gibt, die einen finanziellen Vorteil versprechen.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.