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WACC – Unternehmensbewertung nach Cashflow-Methode

Der Berechnungsansatz mit dem WACC (Weighted Average Cost of Capital) ist eines der gängigsten Discounted-Cashflow-Verfahren, um Unternehmenswerte in ihrer Gesamtheit zu ermitteln. Für Investoren oder Geschäftsinhaber sind Unternehmensbewertungsmodelle zu Bemessung der Investitionsrenditen unabdingbar.

Als relevante Größe gilt hierbei der Free Cashflow. Dieser ist der frei verfügbare Betrag, der für Dividenden oder Rückzahlungen von Fremdfinanzierungen genutzt werden kann und somit auch als Indikator für die Rückzahlungsfähigkeit dient.

Wozu den WACC berechnen?

Die Berechnung des Unternehmenswertes ist relevant, falls es um den Kauf oder Verkauf einzelner Unternehmensteile oder des gesamten Unternehmens geht. Für Investoren ist dies im weitesten Sinne eine Anlage ihres Vermögens mit einer bestimmten Renditeerwartung.

Weil es jedoch viele verschiedene Bewertungsmethoden gibt, die für die Ermittlung eines Unternehmenswertes herangezogen werden können, ist die eine richtige Berechnung nahezu unmöglich. Lediglich eine Wertzone kann ermittelt werden.

Wie wird der WACC berechnet?

Die Formel für die Berechnung ist recht komplex, sie lautet:

Formel  

Den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz (WACC) berechnen

$$\bo\text"WACC" = \text"EK"/\text"GK" * \text"k"_\text"EK" + \text"FK"/\text"GK" * \text"k"_\text"FK" * \text"(1-s)"$$
Ergebnis berechnen

Dabei steht EK für Eigenkapital, FK für Fremdkapital und GK für Gesamtkapital. Dieser Bruch wird multipliziert mit dem Eigenkapitalkostensatz kEK. Dieser stellt die erwartete Rendite des eingesetzten Eigenkapitals in der Unternehmung dar. (Die Deutsche Bank beispielsweise hatte zum Ziel, eine Eigenkapitalrendite von 25% zu erwirtschaften.)

Der Fremdkapitalkostensatz beziffert hierbei den vom Investor oder Kreditgeber erwarteten Zinssatz auf sein eingesetztes Kapital. Beispiele könnte hierfür die erwartete Dividendenrendite oder der Kreditzins sein.

Die Variable „s“ ist in dem Fall die Steuerrate, die sich auf das Fremdkapital bezieht. Die hier gezahlten Zinsen für das Fremdkapital sind steuerabzugsfähig und somit kann die Steuer von dem Fremdkapitalkostensatz abgezogen (1-s) werden, damit man einen bereinigten WACC erhält.

WACC-Berechnung: Beispiel

Ein konkretes Beispiel: Die Meier AG hat einen Eigenkapitalanteil von 20 Mio. € und einen Fremdkapitalanteil von 80 Mio. € bei einem Gesamtkapital von 100 Mio. €. Wenn man von einem Eigenkapitalkostensatz von 11% und einem Fremdkapitalkostensatz von 4% ausgeht, so ergibt sich für die Rechnung:

WACC = 20/100 *  11%  + 80/100 * 4% = 5,4%

Der Wert des Free Cashflow ergibt sich durch eine Berechnung aus dem Jahresüberschuss und weiteren Faktoren. In dem Beispiel wird jedoch von einem Wert des Free Cashflows von 10 Mio. € ausgegangen.

Interpretation des WACC-Ergebnisses

5,4% beträgt nun der durchschnittliche Kapitalkostensatz. Um den Unternehmensgesamtwert zu ermitteln, wird der Free Cashflow durch den Kapitalkostensatz geteilt und anschließend das Fremdkapital von dem Ergebnis abgezogen:

Unternehmensgesamtwert = (10/5,4%) = 185 – 80 (Fremdkapital) = 105 Mio. €

Anhand dieser Berechnungsmethode wäre der Gesamtwert des Unternehmens bei 105 Mio. € zu taxieren. Dieser Wert entspricht dem Marktwert des Eigenkapitals. Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass einige Faktoren zur Berechnung des Unternehmenswertes nur Annahmen sind. Sollte der Eigenkapitalkostensatz höher oder niedriger gewählt werden, so ist das Endergebnis ebenfalls ein anderes.

3. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.