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Wachstumstreiber der Zukunft: Schwellenländer, Nachholeffekte und Automobil 2020

Die entscheidende Frage lautet: Wie realistisch sind die Wachstumspläne der Autobauer und der Zulieferunternehmen?

Wenn wir die Automobilbranche unter die Lupe nehmen, gibt es für die deutschen Autobauer und Zulieferer gleich 3 Wachstumstreiber:

1) Wachstum in den Schwellenländern

Der stark wachsende Automobilmarkt China zeigt, wie groß der Nachholbedarf in den Schwellenländern ist. Die immer größer werdende kaufkräftige Mittelschicht sehnt sich nach Mobilität und Statussymbolen. Ein PKW erfüllt beide Funktionen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Markt jedes Jahr gleichmäßig wächst. Ich erwarte einen wellenartigen Aufwärtstrend. Trübt sich die chinesische Konjunktur ein, kann es auch mal magere Jahre geben, bevor die Nachfrage wieder anzieht.

Dass die Nachfrage weiter steigt, steht dagegen nicht zur Diskussion. Trotz der rasanten Wachstumsraten in den vergangenen 10 Jahren kommen auf 1.000 Chinesen erst 67 PKW. In den Industrienationen liegt dieser Wert bei ca. 500.

Von diesem Niveau ist China noch mehrere Jahrzehnte entfernt, aber eine weitere Verdoppelung auf 120 bis 150 PKW pro 1.000 Einwohner sollte auf Sicht von 10 Jahren realistisch sein. Und das ist nur ein Beispiel.

In Indien gibt es pro 1.000 Einwohner sogar noch weniger PKW als in China. Ein weiterer Milliardenmarkt, der in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erobert werden will.

2) Nachholeffekte in den etablierten Märkten nach der Finanzkrise

Nach Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008 ist der Automobilmarkt in „reifen“ Märkten wie den USA und Westeuropa zusammengebrochen.

Wenn man um den eigenen Job zittern muss, verschiebt man den Kauf eines neuen Autos. Doch ein Auto hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Erreicht eine Autoflotte ein gewisses Durchschnittsalter, muss es zwangsweise eine steigende PKW-Nachfrage geben.

Diesen Trend können Sie bereits seit einigen Jahren in den USA erleben. Dort erwarte ich 2015 ein neues 10-Jahres-Hoch beim Auto-Verkauf. Westeuropa wird diesem Wachstumstrend bald folgen (müssen).

3) Automobil 2020

Viele junge Menschen können sich in den Industriestaaten ein Leben ohne PKW gut vorstellen. Hier ist ein Wandel zu erkennen.

Doch aus dem langweiligen Beförderungsmittel PKW wird langsam aber sicher ein fahrender Computer mit eingebauter Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Dieser Trend wird ein Comeback des Autos bei jüngeren Kunden auslösen.

So sieht die Zukunft der Automobilindustrie aus

Wie wird ein durchschnittliches Automobil im Jahr 2020 aussehen?

Was sind die wichtigsten Trends der nächsten 5 bis 10 Jahre und welche Unternehmen werden von diesen Trends in besonderem Maße profitieren?

Wir haben für Sie die 3 wichtigsten Trends für die kommenden Jahre etwas genauer unter die Lupe genommen und möchte Ihnen diese jetzt vorstellen.

Zukunftstrend Nr. 1: Elektroantrieb

Das Ziel der Bundesregierung lautet: Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Im Augenblick scheint dieses Ziel auf den ersten Blick unerreichbar zu sein.

Doch Lars Thomsen, einer der führenden Zukunftsforscher, sagte in einem Handelsblatt-Interview, dass er sogar davon ausgehe, dass es bereits ab 2017 keinen Grund mehr gebe, ein Auto mit Verbrennungsmotor zu kaufen.

Vielen Experten ist diese Einschätzung zu optimistisch, verdeutlicht aber, wohin der Trend gehen wird. Andere sind davon überzeugt, dass das Szenario in ähnlicher Form eintreten wird.

Einzig den zeitlichen Horizont schätzen sie anders ein. Ein Analyst hat das schön beschrieben: Die Umstellung beim Automobilantrieb wird eine Evolution, keine Revolution – also kein plötzlicher Umsturz, sondern eine Umstellung Schritt für Schritt.

Zukunftstrend Nr. 2: Roboterautos

„Roboterauto“ klingt futuristisch. Gemeint sind damit Technologien, die es ermöglichen, ein Auto zu steuern, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Zur Zeit gibt es schon Experimente, die allerdings größtenteils noch auf Teststrecken durchgeführt werden.

Die Vision 2020 sieht so aus, dass Sie – wie beim Flugzeug – auf Autopilot schalten und Ihr Auto Sie dann zum Ziel chauffiert.

In nicht allzu ferner Zukunft wird Ihr Auto Sie vor dem Büro absetzen und dann selbstständig einen Parkplatz suchen. Bis zur Marktreife (ausgereifte und finanzierbare Technik) wird es sicherlich noch einige Jahre dauern – aber auch diese Entwicklung wird kommen und nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Zukunftstrend Nr. 3: Social-Media-Fahrzeuge

Beim 3. Zukunftstrend handelt es sich um einen Trend, der schon etwas greifbarer ist, als die Trends Nr. 1 und 2. Es handelt sich dabei um eine Entwicklung, die bereits in vollem Gange ist. Wegbereiter waren die ersten Bordcomputer in Serienfahrzeugen. Und das ist schon einige Jahre her.

Aktuell geht die Entwicklung dahin, dass Ihr Auto immer mehr zu einem fahrenden Computer wird. Schon jetzt befinden sich laut Henning Kagermann, Vorsitzender der nationalen Plattform Elektromobilität, in jedem neuen Mittelklassewagen rund 150 vernetzte Computersysteme.

Seit 2014 gibt es beispielsweise den iBeetle von VW. Dieses „rollende iPhone“ erlaubt den Zugriff auf iPhone-Funktionen wie Stopp-Uhr, Navigation und soziale Netzwerke.

Dieses Fahrzeug verfügt über eine spezielle Docking-Station namens Cradle, welche den Zugriff auf verschiedene iPhone-Funktionen erlaubt.

Die Autobauer müssen es ihren Kunden künftig ermöglichen, dass Fahrer nicht nur telefonieren, sondern auch eine E-Mail schreiben können, ohne dabei vom Fahren abgelenkt zu werden.

Dies kann beispielsweise über die folgenden beiden technischen Optionen ermöglicht werden:

  1. Sie können eine E-Mail per Sprachsteuerung schreiben.
  2. Sie müssen nicht mehr selbst fahren, sondern lassen sich vom Auto chauffieren (siehe Trend 2).

Fazit: Neue Märkte und neue Technologien sorgen noch lange Zeit für Wachstum

Wie in dieser kurzen Branchenanalyse gezeigt, profitieren die Autobauer und die Automobilzulieferer von 2 großen Entwicklungen: Zum einen steigt die Zahl der Fahrzeuge in den Wachstumsmärkten wie China oder Indien noch mehrere Jahrzehnte, bis die Märkte auch nur annähernd so gesättigt sind wie in den Industrienationen.

Zum anderen führen die modernen Technologien dazu, dass neue Kunden angesprochen werden und die Haltedauer sinken wird, da mehr und kompliziertere Technik auch die Nutzungsdauer reduziert (dieser Trend lässt sich zumindest bei anderen technischen Geräten feststellen).

Auch das löst einen Umsatzund Gewinnschub aus. Nutzen Sie daher temporäre Kursschwächen, um sich langfristig mit diesen günstigen Wachstumswerten einzudecken.

2. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.