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Wachstumstreiber: Deutsche Unternehmen profitieren vom IT-Outsourcing

Deutschlands Unternehmen haben im vergangenen Jahr so viele IT-Leistungen ausgegliedert wie nie zuvor. Insgesamt wurden Verträge im Wert von 740 Millionen Euro abgeschlossen. Damit zählt die deutsche Wirtschaft zu den Spitzenreitern in Europa.

Diese Region sei ohnehin eine der dynamischsten in Bezug auf Outsourcing, sagt Bernd Schäfer, Partner und Managing Director der Information Service Group, ISG. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen hat sich auf die Begleitung von Ausgliederungsprozessen spezialisiert und veröffentlicht regelmäßig den vielbeachteten ISG-Outsourcing-Index.

Im Gevestor-Gespräch fragte Marcus Schult den Experten, was so positiv am Outsourcing sei, das bis vor kurzem noch eher als Zeichen der Krise eines Unternehmens wahrgenommen wurde.

Bernd Schäfer: Wenn man es als Gesamtmarkt sieht, sind wir sicherlich erst in den Anfängen. Es gibt erstens geographische Unterschiede, wenn man das aus der Weltmarktsicht betrachtet, und es gibt andererseits auch große Unterschiede in Bezug auf die Unternehmensgröße.


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GeVestor: Ist Outsourcing grundsätzlich etwas Schlechtes oder hat es auch sein Gutes?

Schäfer: Dass Outsourcing etwas Schlechtes sei, entstammt sicherlich den Anfängen, wie man mit dem ganzen Thema in Deutschland umgegangen ist. Aus amerikanischer Sicht war es immer ein Tool, Kosten zu sparen.

Inzwischen ist es auch im europäischen Markt – und daran ist auch Deutschland maßgeblich beteiligt – ein normales Instrument, um einerseits Kosten zu sparen und andererseits Flexibilität zu gewinnen oder die Qualität zu erhöhen. Im globalen Gefüge ist das heute für viele Unternehmen ein wichtiger Aspekt.

GeVestor: Sie sagen, die europäischen Unternehmen hinken ein bisschen hinterher. Wie stark gliedern denn Unternehmen derzeit aus?

Schäfer: Dort gibt es natürlich Unterschiede. Ausgegliedert wird zunächst einmal im Infrastrukturbereich. Ausgegliedert wurde schon immer im Netzwerkbereich, da hat man nie von Outsourcing gesprochen. Netzwerke wurden immer bezogen von Telekommunikationsprovidern, von Mobilfunkprovidern.

Dort hat man nie von Outsourcing gesprochen. Im Infrastrukturbereich geht es um IT-Infrastruktur, Rechenzentrumsleistungen, Endnutzergeräte-Leistungen – das sind Themen, die heute aus Marktsicht in vielen Unternehmen gemacht werden, weil es eine höhere Flexibilität gibt. Ab und zu gibt es auch den Aspekt, Capex in Opex zu verwandeln, was Kriterien sind, die aus der Finanzsteuerung heraus eine wichtige Rolle gespielt haben.

Wenn ein Unternehmen Computer direkt selbst anschafft, sind das direkte Ausgaben. Wenn die Leistung als Jahres- oder Monatsleistung bezogen wird, wird nur das, was verbraucht wird, als Cash-Ausfluss aus dem Unternehmen als Opex betrachtet.

GeVestor: Vielfach wurde Outsourcing wahrgenommen als Zeichen für die Krise eines Unternehmens. Was sagt die Nachricht, ein Unternehmen wird outsourcen, jetzt den Anlegern? Was können sie daraus schließen?

Schäfer: Wenn heute ein Unternehmen outsourct, ist es aus meiner Sicht eher ein Signal, dass sie die Zeichen der Zeit verstanden haben. Vor 15 oder 20 Jahren waren IT-Leistungen in jedem Unternehmen in jeder Branche ein Teil des Kerngeschäfts.

Inzwischen gibt es keine Branche mehr, die IT als ihr Kerngeschäft bezeichnet. Das ist ein positives Signal, denn das Unternehmen weiß, dass es damit wieder Flexibilität, Kostenoptimierung oder sonstige globale Anforderungen besser erfüllt bekommt, indem es sich neue Partner sucht.

18. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.