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Währungen: Der Euro übernimmt die Spitze im Abwertungswettlauf

Die US-Wirtschaft wächst um gut 3%, während die Wirtschaft im Euro-Raum stagniert. Für diese Entwicklung gibt es aus meiner Sicht 3 Gründe:

1) Der Fracking-Boom sorgt dafür, dass die Energiepreise in den USA deutlich gesunken sind. „Made in USA“ lohnt sich wieder. Sogar deutsche Großkonzerne bauen in den USA neue Fabriken (BMW, BASF etc.)

2) Nach der Banken- und Finanzkrise wurde in den USA stärker aufgeräumt. Die US-Banken sind gesünder als viele europäische Banken. Die angeschlagenen Banken in Europa bremsen die konjunkturelle Erholung.

3) Die sehr expansive Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat dafür gesorgt, dass die US-Unternehmen in den vergangenen Jahren große Exportvorteile hatten. Der im Vergleich zu anderen Währungen niedrig bewertete US-Dollar sorgte dafür, dass Kunden aus dem Nicht-Dollar-Raum sehr günstig in den USA einkaufen konnten.

Doch dieser Effekt dreht sich seit Mitte 2014. Im Abwertungswettlauf der Währungen hat die Euro-Zone die Führung übernommen. Dieser Trend wird voraussichtlich auch noch einige Jahre anhalten.

Schwache Währung als Erfolgsrezept in der Krise

Eine schwache Währung kurbelt den Export an. Diese Art der „Wirtschaftsbelebung“ ist besonders in den Ländern und Regionen beliebt, die keine harten Reformen durchführen möchten, sondern das Wachstums-Ziel quasi ohne eigene Leistung bequem im Schlafwagen erreichen wollen. Hier noch einmal die Analyse aus dem Artikel „Europa folgt dem Vorbild USA: Weiche Währung als Problemlöser“, die auch noch heute gültig ist:

Der US-Dollar ist weltweit die Leitwährung. Die Gründe, warum der US-Dollar diese Position inne hat, sind vielschichtig. Genannt werden Tradition, militärische Stärke, größte Volkswirtschaft und die leichte Handelbarkeit. Eine Begründung werden Sie aber praktisch nie finden: die fundamentale Stärke. Das ist auch kein Wunder, da das Fundament des US-Dollar mehr als brüchig ist.

Erst vor wenigen Tagen wurde wieder eine runde Marke erreicht. Die Staatsverschuldung der USA hat die Marke von 16 Billionen Dollar überschritten. Diese Zahl ist so unfassbar groß, dass man sie in Relation zu anderen Größen setzen muss, um sie interpretieren zu können. Die Staatsverschuldung der USA ist größer als die nationale Wirtschaftsleistung (BIP).


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Gemessen am BIP beträgt die Schuldenquote über 100%. Damit liegen die USA schuldentechnisch betrachtet auf einer Linie mit vielen EU-Krisenstaaten. Die Schwäche des US-Dollar begann vor rund 40 Jahren. Anfang der 70er-Jahre wurde das Währungssystem von Bretton Woods mit dem Goldstandard als Fixpunkt (feste Relation von Goldpreis und Dollar) aufgehoben.

Der zweite große Abwärtsschub begann Mitte der 80er-Jahre, als die US-Regierung unter Präsident Ronald Reagan eine Abwertungspolitik durchsetzte. Der schwache Dollar sollte den Export ankurbeln und die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen. Seit dieser Zeit kann der Dollar als Weichwährung bezeichnet werden.

Die (Währungs-) Geschichte wiederholt sich. Jetzt aber in Europa. Die Anhänger einer harten Währung sind innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB) isoliert. Bei der Abstimmung darüber, ob die EZB zukünftig ohne Limit kurzlaufende Staatsanleihen kaufen soll, hat nur die Deutsche Bundesbank gegen diesen Plan gestimmt. Kommentar des EZB-Präsidenten Mario Draghi nach der Abstimmung: „Der Euro ist unumkehrbar“.

Was das übersetzt bedeutet, hat David Woo, Währungsexperte bei der Bank of America, schon einen Monat vorher veröffentlicht: „Die Währungsunion hat die Wahl zwischen einem sehr viel schwächeren Euro und dem Zerfall.“ Da die EZB das Ende des Euro-Systems strikt ablehnt, bleibt nur die zweite Variante: Der Euro wird zur Weichwährung.

Verliert der Euro gegenüber den internationalen Hartwährungen rund 20%, dürften Länder wie Italien, Spanien oder Portugal wieder halbwegs wettbewerbsfähig sein. Mit den USA und der EU liefern sich jetzt zwei der weltweit größten Wirtschaftsregionen einen Abwertungswettlauf.

Das bedeutet nicht, dass Sie Euro- und Dollar-Investments zukünftig ganz meiden sollten. Die Unternehmen (und damit die Aktien) können von der Abwertungspolitik sogar profitieren. Wichtig ist aber, dass Sie als Absicherung auch Hartwährungs-Investments und Gold in Ihrem Depot haben.

Euro-Abwertung seit Mitte 2014 soll im nächsten Jahr für Wachstum sorgen

Noch vor wenigen Monaten mussten Sie am Devisenmarkt knapp 1,40 US-Dollar für 1 Euro zahlen. Aktuell reichen dafür bereits 1,24 US-Dollar. Der Trend geht Richtung 1,20; viele Banken (Deutsche Bank, Commerzbank) erwarten 2015 sogar ein Absinken auf 1,15 US-Dollar je Euro. Wir erleben in diesen Monaten einen Wechsel: Die US-Volkswirtschaft verliert den währungspolitischen Rückenwind, die Unternehmen im Euro-Raum erleben Rückenwind.

Das sah im 1. Halbjahr 2014 noch ganz anders aus. Grob geschätzt konnten Sie in 8 von 10 Halbjahresberichten bei den DAX- und MDAX-Unternehmen lesen, dass der (zu) starke Euro Umsatz- und Gewinn gebremst haben. Umgekehrt hat sich in den USA praktisch kein Unternehmen über den zu schwachen US-Dollar beschwert. Diese kleine „Export-Hilfe“ wurde gerne mitgenommen.

Wenn also in den vergangenen Quartalen viele US-Unternehmen glänzen konnten, während die Konkurrenz in Europa schwächelte, hatte das nicht unbedingt etwas mit Qualität zu tun. Zum Teil profitierten die US-Unternehmen von „geschenkten“ Umsätzen und Gewinnen. Wie aber oben beschrieben: Dieser Effekt dreht sich jetzt. Mit einem Wechselkurs von 1,25 US-Dollar je Euro können viele Unternehmen sehr gut leben.

Ab dem 4. Quartal werden in den Berichten der europäischen Unternehmen immer weniger Hinweise auf ungünstige Währungseffekte auftauchen. Sollte der US-Dollar 2015 weiter zulegen (im Umkehrschluss: der Euro wird im direkten Vergleich schwächer), erhalten die Unternehmen im Euro-Raum sogar zusätzlichen Rückenwind. In diesem Fall müssten die Gewinnschätzungen der Export-Unternehmen nach oben korrigiert werden (= steigende Kurse).

Dieser Hinweis zeigt Ihnen schon, dass ein schwacher Euro nicht bedeutet, dass automatisch Aktien aus dem Euro-Raum verkauft werden müssen. Für Anleger aus dem Euro-Raum gibt es mehrere Strategieansätze:

1) Attraktiv sind dann Aktien von exportstarken Unternehmen aus dem Euro-Raum

2) Attraktiv sind aber auch Aktien von Unternehmen aus den Ländern, die vor einer Währungsaufwertung stehen. Denn: Steigt der Wert des US-Dollar, erhalten Sie beim Verkauf einer US-Aktie bei der Abrechnung einen höheren Eurobetrag ausgezahlt (wer im Mai 2014 US-Aktien für 1.000 US-Dollar verkauft hat, bekam dafür auf dem deutschen Depot-Konto 720 Euro gutgeschrieben. Wer diese Position heute auf dem gleichen Aktienkursniveau verkauft, erhält bereits über 800 Euro).

Fed reagiert schnell: Bleiben Sie flexibel

Während die Europäische Zentralbank (EZB) aktuell und in naher Zukunft mit voller Kraft auf das geldpolitische Gaspedal tritt, nimmt die US-Notenbank Fed langsam den Fuß vom Gaspedal. Die Anleihenkäufe, die in der Spitze bei monatlich 85 Mrd. US-Dollar (!) lagen, wurden bereits auf 0 reduziert. Eine Zinserhöhung gilt 2015 als ausgemachte Sache.

Dabei wird nur noch darüber gestritten, ob die Fed die Zinsen im 1. oder 2. Quartal zum ersten Mal erhöht. Aber eines ist sicher: Steigt der Dollar-Kurs aus Sicht der Fed zu schnell, werden die Notenbanker die Politik blitzschnell wieder ändern. Ein Wechselkurs von 1,20 oder sogar 1,15 US-Dollar je Euro ist also kein Selbstläufer. Ich habe daher für Sie auf der folgenden Seite 2 Empfehlungen herausgesucht, die nicht von einem bestimmten Dollar-Euro-Verhältnis abhängig sind.

5. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.