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Währungsfehler Nr. 2 – Hyperinflation in Folge des ersten Weltkriegs

Kaum ein Datum der deutschen Wirtschaftsgeschichte hat sich so ins deutsche Bewusstsein eingegraben wie die Hyperinflation von 1923. Persönlich kenne ich das noch aus Schilderungen in der Familie. Wir hatten auch noch alte Geldscheine aus der Zeit auf denen irrwitzige Zahlen standen.

Ich erinnere mich so noch an einen 10 Billionen Geldschein. Aber wie konnte es zu dieser Hyperinflation kommen und was sagen uns die damaligen Ereignisse für unsere heutige Situation? Das möchte ich Ihnen in den nächsten Ausgaben genau erklären.

Der Weg in die Inflation

Anfang August 1914 wurde der Goldstandard aufgehoben, alle Gelder und Münzen wurden nicht mehr in Gold eingetauscht. Zur Banknotendeckung wurden jetzt Schuldverschreibungen des Reiches zugelassen. Zudem konnten Darlehenskassen, die Kredite zur Förderung von Handel und Gewerbe gegen Sicherheiten gewährten, sogenannte Darlehenskassenscheine als Zahlungsmittel ausgeben.

Der Hauptgrund in der Abwendung vom Goldstandard lag in den enormen Kosten für die militärische Mobilmachung. Das war mit einem Papiergeldsystem viel leichter umzusetzen. Zudem hatten die Verantwortlichen in Deutschland die Vorstellung, nach einem gewonnen Krieg den Verlierern die Schulden aufbürden zu können.

Wie wir heute wissen, kam es ganz anders. Die nach dem verlorenen Krieg fälligen Reparationen waren ein Hauptgrund für die galoppierende Inflation

Doch das Währungsdrama begann schon sehr viel früher. Allein in den ersten sechs Mobilmachungstagen wurden 750 Mio. Mark benötigt. Das führte zu einer Knappheit beim Kleingeld bis zum Fünf-Mark-Stück. Gleichwohl arbeiteten alle Münzstätten des Reiches auf Hochtouren.

Die Lage verschärfte sich immer weiter und ab 1916 wurden die Silbermünzen aus dem Verkehr gezogen und zur Bezahlung von Importen genutzt.

Nach dem verlorenen Weltkrieg ergaben sich aus dem Versailler Vertrag immense Reparationszahlungen. Im April 1921 beliefen sich die Ansprüche der Alliierten auf 132 Mrd. Goldmark, die in 66 Jahresraten zu 2 Mrd. Goldmark beglichen werden sollten. Auf Basis dieses Plans hätte das Deutsche Reich seine Schulden im Jahr 1987 komplett abgezahlt.

Ausweitung der Staatsschulden

Doch schon die ersten moderaten Zahlungen sorgten für eine massive Ausweitung der Staatsschulden und so stieg der Schuldendienst des Reiches auf 126 Prozent der Staatseinnahmen. Zudem mussten die Reparationen in Fremdwährungen geleistet werden, wodurch der Wechselkurs der Mark zu anderen Währungen drastisch sank.

Bis 1922 war der 1000-Mark-Schein die höchste Wertstückelung unter den Banknoten. Durch den Einmarsch französischer Truppen ins Ruhrgebiet verschärfte sich die Lage sehr schnell. Ein Generalstreik brachte das Fass dann zum Überlaufen.

 

11. März 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich ist Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz. Sein Anliegen ist der Schutz von Anlegern, damit diese die nächste Krise sicher meistern können.