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Währungskrieg – welche Währungen 2015 unter die Räder kommen

Das Jahr 2015 hat gleich mit einem Paukenschlag begonnen. Erstmals seit Anfang 2006 ist der Euro wieder unter die Marke von 1,20 US-$ gefallen. Viele Anleger sind nervös und fragen sich, ob sich die Eurokrise in 2015 weiter fortsetzen wird – vieles spricht dafür.

Währungskrieg 2015 – warum vieles gegen den Euro spricht

Zum einen will die Europäische Zentralbank (EZB) rund um EZB-Präsident Mario Draghi weiter an ihrer Politik des billigen Geldes festhalten und sogar Staatsanleihen aufkaufen, um so die Wirtschaft in der Eurozone wieder anzukurbeln. Zum anderen erwarten Marktbeobachter zur Jahresmitte eine Zinsanhebung in den USA.

Steigen die Zinsen in den USA, werden Kapitalanlagen in Dollar für Anleger wieder attraktiver. Die Folge: Es fließt noch mehr Geld in den Dollar-Raum. Darüber hinaus belastet ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) den Euro. Ein Austritt könnte Nachahmer auf den Plan rufen, wodurch die Eurozone und damit auch der Euro weiter geschwächt werden würde.

Litauen führt den Euro ein – neuer Krisenherd?

Nachdem bereits Estland und Lettland den Euro eingeführt haben, ist auch Litauen seit dem 1. Januar 2015 Mitglied in der Eurozone. Der Euro löst die bisherige Litas ab. Bislang galten die drei ehemaligen Ostblockstaaten als großer Zugewinn für die Eurozone, verzeichnete insbesondere Lettland in den letzten Jahren ein kräftiges Wirtschaftswachstum.

Allerdings sind Litauen, Estland und Lettland noch stark abhängig von der russischen Wirtschaft. Litauen exportiert zum Beispiel 19% der Waren nach Russland, für Lettland ist Russland der drittgrößte Handelspartner (80% des gesamten Güterverkehrs).

Rutscht Russland aufgrund der Ukraine-Krise und der damit verbundenen EU-Sanktionen in die Rezession, könnten auch die drei neuen Euro-Mitglieder in Schwierigkeiten geraten. Die EU hätte dann neben Griechenland mit einem weiteren Krisenherd zu kämpfen.

Rubel vor weiterer Abwertung

Nicht nur die EU-Sanktionen machen Russland zu schaffen, auch der anhaltende Verfall der Rohölpreise setzt Russland enorm zu und bringt den russischen Haushalt ins Wanken. Bereits in 2014 hat der Rubel rund 40% an Wert verloren, ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht.

Analysten fürchten sogar einen „Währungskollaps“, da immer mehr russische Banken staatliche Hilfe benötigen. Ein Ende der geopolitischen Krise in der Ukraine ist derweil nicht in Sicht.

Dollar vor Aufwertung

Nicht nur die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA, sondern auch die robuste US-Wirtschaft sprechen derzeit für eine weitere Aufwertung des US-$. Die USA verfügen über einen starken Binnenmarkt und sind nicht so stark exportabhängig wie die Eurozone.

Daher würde ein Währungskrieg bzw. eine Dollar-Aufwertung das Wirtschaftswachstum in den USA auch nicht so stark belasten, wodurch Ökonomen für die US-Wirtschaft im Jahr 2015 weiterhin mit einem Wachstum von 2,1 bis 4,0% rechnen.

Währungskrieg 2015 – was Anleger jetzt tun können

Trotz Währungskrieg rechnen US-Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley weiter mit einer Dollar-Aufwertung bzw. Euro-Abwertung in 2015. Im laufenden Jahr könnte der Euro bis auf 1,15 US-$ fallen, schätzen die Investmentbanker, die langfristig sogar eine Parität zwischen Euro und US-$ für möglich halten.

Doch was können Anleger jetzt tun, um sich den Währungskrieg zu Nutze zu machen? Mit sogenannten Exchange Traded Notes (ETNs), die ähnlich aufgebaut sind wie Exchange Traded Funds (ETFs), können Anleger auf die Entwicklung von Währungspaaren wie Euro/Dollar spekulieren.

Der Vorteil: Es gibt im Gegensatz zu Optionsscheinen keinen Zeitwertverlust, da ETNs unbefristet lang laufen. Nachteil: Da ETNs Schuldverschreibungen sind, gibt es im Gegensatz zu ETFs ein Emittentenrisiko.

Indirekt können Anleger auch in den Dollar-Raum investieren, indem Sie einfach Aktien qualitativ hochwertiger US-Unternehmen kaufen, die in Dollar notieren. Anleger, die in 2014 auf Microsoft, Disney, Visa & Co gesetzt haben, konnten sich bereits über Währungsgewinne von 9% freuen.

4. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands