MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Währungskrieg: Zinssenkung als Waffe im Abwertungskampf

Man könnte überspitzt sagen, dass wir uns mitten in einem Währungskrieg befinden. Und sehr wahrscheinlich wissen dies die Notenbankchefs, große Investoren und spätestens seit der jüngsten Zinssenkung der EZB wohl auch einige gut informierte Privatanleger.

Yen und US-Dollar verlieren gegenüber dem Euro

Die Entwicklung der japanischen Währung Yen und des US-Dollar im Verhältnis zum Euro verdeutlicht die relative Stärke des Euro.

Der Yen hat beispielsweise seit Juli 2012 um rund ein Drittel gegenüber dem Euro abgewertet. Der Yen ist kein Einzelfall. Auch der US-Dollar hat gegenüber der europäischen Einheitswährung verloren. Der Euro hat seit seinem Tief im Juli 2012 bei 1,20 gegenüber dem US-Dollar massiv aufgewertet und bewegt sich derzeit um 1,35.

Die Auswirkungen: Amerikanische und japanische Unternehmen mit hoher Exportquote haben 2013 bessere Absatzchancen als die Konkurrenz aus dem Euro-Raum (wie stark die Währungseffekte die deutschen Unternehmen treffen, habe ich gestern hier im Schlussgong beschrieben).

Abwertung bringt keinen dauerhaften Vorteil

Es gibt jedoch keine Volkswirtschaft der Welt, die durch Gelddrucken oder eine Abwertung der Währung nachhaltig existieren kann beziehungsweise einen nachhaltigen Impuls für ihr Wirtschaftswachstum erreichen kann.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Auch für diese These gibt es ein eindrucksvolles Beispiel: Zur Jahreswende 1988/89 notierte der japanische Aktienindex Nikkei bei 38.500 Punkten. Heute liegt er bei rund 15.000 Punkten.

In der Zwischenzeit hat die japanische Notenbank mit ihrer langjährigen Nullzinspolitik keinen nachhaltigen positiven Effekt erzielen können und stattdessen die Staatsverschuldung auf über 250% des japanischen Bruttoinlandsproduktes hochgetrieben. Aktuell versucht es die japanische Notenbank mit einer anderen expansiven Maßnahme, dem Gelddrucken.

Würden das Zinsniveau für Staatsanleihen in Japan auf 3% oder mehr steigen (ein an sich sehr moderates Zinsniveau), wären der japanische Staat, die Banken und die Versicherungen im Land der aufgehenden Sonne schon bald zahlungsunfähig.

Währungspolitik gab es schon immer – neu ist das Ausmaß

Natürlich gab es auch in der Vergangenheit stets währungspolitische Maßnahmen der Notenbanken, im Rahmen dessen Landeswährungen schrittweise abgewertet wurden, mit der Hoffnung, die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu erhöhen oder wiederherzustellen.

Völlig neu ist jedoch das Ausmaß der Markteingriffe. Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 sind die US-amerikanische Notenbank Fed und auch die EZB dazu übergegangen, die Leitzinsen über einen sehr langen Zeitraum Richtung 0% zu drücken.

Die Tatsache, dass die EZB dem Vorbild der Fed gefolgt ist, bringt zwar „Waffengleichheit“, sorgt aber in Kombination mit der gleichzeitig stattfindenden Manipulation des Zinsmarktes durch den Ankauf von Anleihen für ein nie dagewesenes Ausmaß an währungspolitischen Maßnahmen.

In der Konsequenz wird dadurch der gesamte Marktmechanismus des Kapitalmarktzinses ausgehebelt, der in der Vergangenheit stets als verlässlicher Indikator für die generelle Zinstendenz und für die Inflationserwartung diente.

Negative Auswirkungen auf Geldwertstabilität möglich

Die mögliche Konsequenz sind negative Auswirkungen auf die Geldwertstabilität. Denn ein Währungskrieg, in dem alle Parteien um ihre eigenen Interessen kämpfen, wird voraussichtlich dafür sorgen, dass alle Währungen verlieren.

Unter dem Strich dürfte sich aus dem gerade beschriebenen Kreislauf  also ein Nullsummenspiel ergeben, aus dem vor allem ein großer Verlierer hervorgeht: Der Sparer.

20. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.