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Währungskrise: Kommt die DM wieder?

Vorab sei gesagt: Wirklich viel mehr als Spekulationen zu dem Thema gibt es – noch immer – nicht.

Und auch wenn die Gemeinschaftswährung sehr stark unter Druck ist: Wahrscheinlicher als ein kompletter Ausfall und die Einführung der DM bleibt ein abgespecktes Euro-Modell.

Also ein solches, in dem es weniger Staaten gibt, die der Euro-Gemeinschaft angehören. Oder etwa zwei Euro-Modelle: Eine Nord- und eine Süd-Schiene.

Wechsel zurück zur nationalen Währung ist hochkomplex und kostenintensiv

Aber auch das: Hoch spekulativ. Auch wenn viele Medien hier und da glauben gehört zu haben, dass etwa die DM wiederkommt.

Es wäre ein teurer Wechsel für die Euro-Zone. Nicht nur geldpolitisch und politisch, sondern auch von der Kostenseite her.

Es ist noch gar nicht lange her, da hat die EZB in mühevoller Arbeit die Euro-Einführung vorbereitet. Und nicht ganz umsonst rühmt sich das Institut bis heute damit, das relativ reibungslos geschafft zu haben.

Kein übergreifender Masterplan vorhanden – nationale Druckereien gar nicht mehr vorhanden

Ein Rückwechsel jetzt dürfte weit weniger reibungslos verlaufen. Das liegt vor allem daran, dass es sicherlich keinen wirklichen Masterplan für diesen Fall gibt. In einigen Ländern des Euro gibt es zum Beispiel aktuell gar keine Möglichkeit, Geld selber zu drucken.

Deutschland zum Beispiel hat aktuell seine Euro-Druckerei an Privatunternehmen ausgelagert. Diese müssten dann erst mal teuer auf Kosten der Steuerzahler umgerüstet werden – wenn sie diesen Schritt den mittragen.

Und dann gibt es Länder, die drucken gar kein Geld mehr selber, sondern etwa in Großbritannien. Natürlich bleiben auch Staaten wie Griechenland oder Irland, die tatsächlich selbst pressen besitzen.

Aber selbst dann drucken sie nicht mehr alles selbst, sondern nach Absprache. Irland hat so zum Beispiel zuletzt nur noch 5 Euro-Scheine gedruckt. Die entsprechenden Platten für alles andere fehlen also.

Großbritannien fürchtet Überfluss an Druckaufträgen für nationale Währungen

Wollte man also „mal eben“, dass die DM wiederkommt, muss man wahlweise noch alte Geräte eingemottet haben, oder sehr, sehr schnell woanders Geld drucken. Da bietet sich etwa Großbritannien an: Schon jetzt druckt das Land einiges für Europa.

Doch die Briten sind besorgt: Sollte der Zusammenbruch kommen rechnen sie mit einem erhöhten Druckaufkommen und kommen dann möglicherweise mit dem eigenen Pfund nicht nach.

Ein gewisses Luxusproblem, könnte man sagen. Andere Länder hätten da ganze andere Probleme. Wie die Schweiz, die sich zuletzt an den Euro gekoppelt hat.

Auch andere Notenbanken beobachten das geschehen angeblich genau, und äußern sich vorsichtig zu möglichen Szenerien.

Aus des Euro: Spekulation der Medien, aber wenig Substanzielles

Allerdings bleibt die Äußerung vom Anfang bestehen: Auch wenn es spekulative Anzeichen gibt, ob die DM nun wiederkommt – es gibt dafür weder einen Masterplan, noch eine wirkliche Entscheidungsgrundlage.

Von daher lohnt es sich, bei solchen Nachrichten vorsichtig zu bleiben. Denn selbst wenn das Aus des Euro geplant wird, ein plötzliches Ende mit einem radikalen Wechsel kann sich kein Land der Euro-Zone wirklich leisten.

Die Folgen wären fatal und wir hätten eine wirkliche Wirtschaftskrise, gegen die alles bisherige nichts wäre. Das kann keiner wollen.

8. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.