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Währungsoptionsscheine: So wetten Sie auf einen steigenden oder fallen

Wie Sie die Wiedererstarkung des Euros jetzt spekulativ nutzen können

Seit dem Frühjahr 2002 hat der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder kräftig an Boden gewonnen.

Nach der über zweijährigen Talfahrt von einem Kurs um 1,05 Euro/Dollar aus über den Tiefpunkt im Herbst 2000 bei 0,85 Euro/US-Dollar durchbrach der Kurs im März dieses Jahres die obere Begrenzungslinie des Abwärtstrendkanals bei 0,90 und lag Mitte November bei 1,00 Euro/Dollar wieder auf Parität.

Was auch immer in den nächsten Wochen und Monaten auf dem Devisenmarkt geschehen wird – klar ist, dass Sie sich auf weiterhin deutliche Wertschwankungen zwischen dem Euro und dem US-Dollar einstellen müssen.

Solange der Euro gegenüber dem US-Dollar an Stärke gewinnt, müssen Sie Kursverluste in Kauf nehmen, falls Sie Aktien, Anleihen oder Immobilienfonds aus dem Dollarraum im Depot haben.

Dann müssen Sie aufpassen, dass Sie mit Ihren Dollaranlagen die damit erzielten Erträge oder Kursgewinne nicht auf der Währungsebene aufs Spiel setzen. Sobald der Trend dreht, geht es dann aber auch wieder in die andere Richtung.

Und wie schnell der Trend am Devisenmarkt drehen kann, hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt: Mit kurzfristigen Schwankungen um 3 bis 5% in die eine oder andere Richtung müssen Sie jederzeit rechnen.

Und es hat sich auch immer wieder gezeigt, dass es müßig ist, über die Gründe zu spekulieren, warum der US-Dollar gegenüber dem Euro noch immer überbewertet erscheint und daher der Euro in den kommenden Monaten eigentlich noch ein Aufwärtspotenzial gegenüber dem Dollar haben sollte.

Kaum ein Markt ist so irrational wie der Devisenmarkt. Als Anleger kann es Ihnen daher nur darum gehen, den aktuellen Trend zu erkennen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Wenn Sie zu den spekulativ eingestellten Anlegern gehören, konnten Sie in den vergangenen Monaten mit Währungsoptionsscheinen auf einen steigenden Euro setzen und daran ganz kräftig verdienen.

Das ist zwar ein sehr heißes Spiel, bei dem Sie jederzeit auch hohe Verluste erleiden können, wenn Sie sich dabei nicht auf einen geringen Einsatz von wenigen tausend Euro beschränken.

Doch die Chance, damit innerhalb einiger Tage und Wochen erhebliches Geld verdienen zu können, ist ebenfalls äußerst groß.

Euro-Dollar-Verhältnis: Seit dem Frühjahr 2002 legte der Euro wieder um mehr als 10% zu

EUR / USD Kurs 1.05 1.00 0.95 0.90 0.85 2.1.2000 1.1.2001 1.1.2002

Wie Sie dem Chartbild entnehmen, konnte der Euro im Frühjahr 2002 erstmals seit langem den Abwärtstrend nach oben durchbrechen.

Wenn auch Sie Lust auf ein solches kurzfristiges Trading haben, sollten Sie also immer genau wissen, was Sie tun. Auf den folgenden Seiten zeige ich Ihnen daher,

  • wie Sie die Chancen und Risiken eines solchen Tradings am besten einschätzen können, welche Optionsscheine dafür derzeit am besten geeignet sind und worauf Sie bei Ihrer Auswahl besonders achten sollten.

Wann Sie Call oder PutOptionsscheine auf den Euro erwerben sollten

Wie sich der Preis solcher Währungsoptionsscheine schon bei geringsten Währungsschwankungen innerhalb kürzester Zeit verändern kann, zeigen Ihnen die Beispiele aus der jüngsten Zeit.


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So konnte ich Anfang April 2002 beispielsweise den bis März 2003 laufenden Euro/Dollar-Kauf-Optionsschein von Trinkaus & Burkhardt (WKN 596706) bei einem Euro/Dollar-Kurs von 0,8780 für 2,22 Euro erwerben, in den vergangenen Tagen aber für 9 Euro wieder verkaufen.

Das ist ein Kursgewinn von über 300% in 7 Monaten. Umgekehrt verlief die Entwicklung von VerkaufsOptionsscheinen auf den Euro, deren Preise entsprechend stark nachgaben.

Wenn Sie früher auf den Anstieg des US-Dollars gegenüber der DM setzen wollten, mussten Sie einen Kauf-Optionsschein (Call) erwerben.

Dieser versprach Ihnen den Bezug des Dollars zu einem während der Laufzeit des Optionsscheins festen Preis, beispielsweise zu 1,65 DM.

Seit Einführung des Euros müssen Sie jetzt aber umdenken. Der festgestellte Wechselkurs im Verhältnis zu einer Fremdwährung wie dem Dollar ist jetzt der Preis, den Sie für 1 Euro in US-Dollar zahlen müssen.

Mit einem Euro/Dollar-Call-Optionsschein wetten Sie auf einen Anstieg des Euros gegenüber dem Dollar

Euro/Dollar-Call-Optionsscheine setzen Sie ein, wenn Sie von einem stärker werdenden Euro gegenüber dem Dollar ausgehen. Denn dann können Sie den Euro zu dem festgelegten Basispreis in US-Dollar über den Optionsschein erwerben.

Steigt der Wechselkurs des Euros gegenüber dem Dollar, sodass Sie später mehr an Dollar für 1 Euro zahlen müssten, muss auch der Preis für Ihren Währungsoptionsschein steigen.

Wenn Sie DollarAnlagen (Aktien oder USImmobilienBeteiligungen) haben, können Sie deren Wert auf diese Weise gegen Währungsverluste im Dollar absichern.

Mit einem Euro/Dollar-Put-Optionsschein setzen Sie auf den Anstieg des US-Dollars gegenüber dem Euro

Wenn Sie bei einem Euro/Dollar-Optionsschein auf einen steigenden Dollar und daher auf einen wieder fallenden Euro setzen wollen, müssen Sie einen PutOptionsschein erwerben.

Denn Sie spekulieren darauf, dass der Dollar an Wert gewinnt. Fällt daher der Dollarkurs gegenüber diesem Basispreis, gewinnen Sie mit Euro/Dollar-Put-Optionsscheinen.

Entscheiden Sie sich vor einem Einstieg klar für die eine oder andere Richtung

Die entscheidende Frage beim Kauf eines Währungsoptionsscheins ist für Sie also die, in welche Richtung sich die Währung in einem überschaubaren Zeitraum von wenigen Monaten entwickeln wird.

Versuchen Sie sich daher besser erst gar nicht an einer langfristigen Prognose. Selbst die eingefleischtesten Devisenexperten haben sich hierbei in der Vergangenheit meistens geirrt.

Mit Währungsoptionsscheinen sind Sie ja gerade daran interessiert, kurzfristige Schwankungen auszunutzen, und sollten Ihre Scheine daher im Normalfall auch nicht länger als 3 bis 4 Monate halten, solange der von Ihnen erwartete Trend dauert. Sobald er sich nachhaltig dreht, sollten Sie dann auch schnell wieder verkaufen.

Um einen Eindruck von der künftigen Entwicklung des Euros zu gewinnen, orientieren Sie sich am besten an einem Euro/US-Dollar-Chart. Den bekommen Sie brandaktuell auf vielen Seiten im Internet, beispielsweise auf www.spiegel.de, onvista.de oder comdirect.de.

Aus technischer Sicht spricht jetzt zunächst viel für eine Konsolidierung des Euros auf dem derzeit erreichten Paritätsniveau.

Sollte sich die Konjunkturlage in den USA weiter verschlechtern, könnte es danach aber mit dem Euro wieder aufwärts gehen. Falls es allerdings zu einem Angriff der USA auf den Irak kommt, sollten Sie sich kurzfristig auf einen stärkeren Dollar einstellen.

Wie Sie die Chancen und Risiken eines Währungsoptionsscheins richtig bewerten

Setzen Sie bei der Auswahl eines Call- oder Put-Optionsscheins am besten auf kurzfristige Reaktionen an den Devisenmärkten, die sich aufgrund von Übertreibungen in der jeweils vorangegangenen Phase ergeben haben.

Ein Eurokurs, der gegenüber dem US-Dollar in wenigen Tagen um 5% zurückfällt, birgt erhebliche Chancen für eine kurzfristige Gegenreaktion – und umgekehrt.

Entscheiden Sie sich für längere Restlaufzeiten, einen mittleren Hebel und ein niedriges Aufgeld

Auch wenn sich Währungsoptionsscheine immer nur für eine kurze Haltedauer eignen, sollten Sie dennoch nur solche mit Laufzeiten von wenigstens 9 bis 12 Monaten kaufen.

Wenn die Entwicklung an den Devisenbörsen dann einmal gegen Sie läuft, haben Sie genug Zeit, um eine Reaktion abwarten zu können.

Der Hebel ist ein Maßstab dafür, wie kräftig die Bewegung des Optionsscheinpreises sein kann, wenn sich der Währungskurs nach oben oder unten verändert.

Auch wenn ein Hebel von beispielsweise 50 sich nicht genau mit dem 50fachen der Bewegung, die der Eurokurs macht, im Preis widerspiegelt: Ein solcher Schein muss zwangsläufig sehr viel schneller in die eine oder andere Richtung laufen als einer mit einem Hebel von 10.

Entscheiden Sie sich daher bei der Auswahl für Scheine mit mittlerem Hebel.

Das Aufgeld bei Optionsscheinen ist die Prämie für die besonderen Chancen, die Ihnen ein solcher Schein wegen seiner überproportionalen Teilhabe am Anstieg des Währungskurses dank der Hebelwirkung gewährt.

Je größer diese Chancen, desto eher werden Sie als Anleger bereit sein, einen höheren Preis für einen Optionsschein zu zahlen.

Ein jährliches Aufgeld von beispielsweise 10% besagt, dass der Besitzer eines solchen Scheins rechnerisch erst dann in die Gewinnzone kommt, wenn die Währung pro Jahr um 10% zulegt oder fällt.

Wählen Sie daher unter sonst gleichen Bedingungen Optionsscheine mit möglichst niedrigem jährlichen Aufgeld.

Checkliste: Wie Sie mit Optionsscheinen an der Euro/DollarEntwicklung verdienen

  • Gehen Sie Devisenspekulationen auf Euro und US-Dollar nur immer für eine relativ kurze Zeit von weniger als 3 Monaten und mit Kleinstbeträgen um 2.000 bis 3.000 Euro ein, da sich die Marktlage sehr schnell ändern kann. Nur wenn Sie vorhandene Dollaranlagen gegen Währungsverluste absichern wollen, sollten Sie dafür auch höhere Beträge einsetzen.

  • Nutzen Sie beim Einstieg in solche Scheine Tagessituationen, in denen die Kursentwicklung für eine extreme Übertreibung spricht, der bald schon eine Gegenreaktion folgen könnte.

  • Bestimmen Sie bereits beim Kauf eines Euro/Dollar-Optionsscheins ein festes Limit zur Verlustbegrenzung, bei dem Sie Ihren Optionsschein auf jeden Fall wieder verkaufen würden. Dabei sollte es sich um ein großzügiges Sicherheitslimit handeln, das um mindestens 30% unter Ihrem Kaufkurs liegt.

  • Behalten Sie die Währungsentwicklung und Ihren Optionsschein stets im Auge. Falls Erstere unerwartet gegen Sie läuft, zögern Sie nicht zu lange, Ihren Optionsschein wieder zu verkaufen.

  • Dasselbe gilt umgekehrt auch, wenn Sie schon kräftig damit gewonnen haben: Reizen Sie einen Optionsschein niemals bis zum Schluss aus, und denken Sie daran, dass der Zeitwertverfall gerade bei Optionsscheinen mit kurzer Restlaufzeit auf die Dauer erheblich ist.

  • Kaufen Sie die Optionsscheine nur über eine Bank und nur von solchen, bei denen Sie mit einer sicheren und schnellen Abwicklung Ihrer Kauf und Verkaufsaufträge rechnen können. Bedenken Sie dabei, dass sich gerade Währungsoptionsscheine aufgrund ihres hohen Hebels auch schon innerhalb eines Tages um 10 bis 20% im Wert verändern können.

27. November 2002

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.