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Währungsreform: Wie läuft sie ab?

Vorab sollte geklärt werden, was eine Währungsreform eigentlich bedeutet und welche Aspekte diese mit sich bringt.

Währungsreform bedeutet im Allgemeinen eine Änderung relevanter Merkmale einer Währung.

Durch die für die Volkswirtschaft zuständige Legislative wird die Währung in der Währungsverfassung definiert.

Unter der Währungsreform kann man das durch das Gesetzt erlassene Geld eines bestimmtes zeitlich und räumlich begrenzten Gebietes, das Währungsgebiet, verstehen.

Anhand der Währungsreform werden unterschiedliche Umrechnungskurse für Bargeld, Bankguthaben und Verbindlichkeiten gesetzlich festgelegt.

Eine Änderung des Namens der Währung ist in der Regel auch mit der Währungsreform verbunden.

Die Sonderfälle einer Währungsreform

Einige Sonderfälle einer Währungsreform sind allerdings auch nennenswert.

Wenn lediglich eine einfache Umrechnung aller Preise und Werte zu einem einheitlichen Kurs stattfindet, so spricht man von einer Währungsumstellung.

Die Abschaffung einer Währung zählt zu einem Sonderfall einer Währungsreform. Dies geschieht durch die Einführung der Währung eines anderen Landes.

Dieser Begriff wird in den alten Bundesländern Deutschlands auch als Synonym für die Einführung der Deutschen Mark im Jahre 1948 gebraucht.

In den neuen Bundesländern steht der Begriff eher für die Einführung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 01. Juli 1990.

Warum werden Währungsreformen eigentlich durchgeführt?

Währungsreformen werden aus einer Reihe von Gründen durchgeführt.

Ein Grund für die Durchführung einer Währungsreform ist der Staatsbankrott.

Dieser spielt eine große Rolle, da hohe Zinszahlungen eines Staates an seine Gläubiger die Leistungen des Staates an die Bürger stark einschränkt.

Der Staat muss in Deutschland jeden achten Euro, welchen er durch Steuern einnimmt, für Schuldzinsen ausgeben.

Dieses Ausgeben des Geldes für Schuldzinsen macht sich stark bemerkbar, da dieses Geld an anderer Stelle fehlt, um die eigentlichen Aufgaben eines Staates zu erfüllen.

Es ist also nur möglich, die Zurückführung der Überschuldung des Staates durch Steuererhöhungen und beziehungsweise oder durch drastische Ausgabenkürzungen, eine Währungsreform oder einen Schuldenschnitt bei den Staatsanleihen durchzuführen.

Weiterhin kann eine überhöhte Staatsverschuldung durch die Finanzierungen von Kriegen beziehungsweise von Kriegsanleihen entstehen.

Nach einem verlorenem Krieg kommt es insbesondere nicht selten zu einer Währungsreform.

Hierzu kann man die Beispiele der Währungsreform im Jahre 1923-1925 und die Währungsreform 1948 nennen.

Zu den selteneren Gründen, welche zu einer Währungsreform führen, zählen die politischen Faktoren, wenn ein Währungsraum in einen anderen Währungsraum beitritt.

Der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Bundesrepublik Deutschland (BRD) 1990 zählt zu einem dieser Beispiele.

Das Aufspalten der Länder kann weiterhin dazu führen, dass es zu einer Währungsreform kommt. Nennenswert ist hier das Jahr 1933, in dem sich aus der Tschechoslowakei die Staaten Tschechien und Slowakei bildeten.

14. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.