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Wann kann ich in Rente gehen – die Regelaltersrente und Ausnahmen

Die Regelaltersgrenze wurde 2012 in festgelegten Stufen erhöht. Ein früherer Abschied in den Ruhestand kann für Versicherte kostspielige Folgen haben.

Jeder gesetzlich Rentenversicherte sollte sich fragen: Wann kann ich in Rente gehen, welche Übergangsfristen sind zu beachten und welche Folgen hätte eine frühere Rentenbeanspruchung?

Erhöhung der Regelaltersgrenze

Die Regelaltersgrenze von 65 Jahren erhöhte sich dieses Jahr um zwei Jahre auf 67 Jahre. Dies ist insbesondere der gestiegenen Lebenserwartung geschuldet.

Hatte ein 65-jähriger Mann vor 100 Jahren noch eine Lebenserwartung von etwa zehn Jahren, steigerte sich diese bis heute auf 17 Jahre, bei einer Frau sogar auf etwa 21 Jahre.

Die Rentenversicherung muss in der heutigen Zeit also eine viel längere Zeit Renten auszahlen. Um den steigenden Bedarf ansatzweise decken zu können, wurde das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erhöht.

Die neue Regelung stößt bei den meisten Rentenversicherten nicht auf Gegenliebe. Doch Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen können noch für einige Versicherte greifen.

Wann kann ich in Rente gehen?

Ab dem Geburtsjahr 1964 gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Wer jedoch vor dem Jahr 1964 geboren wurde, muss „nur“ mit einer schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze rechnen.

Dies errechnet sich dann wie folgt: Wer 1947 geboren wurde und 2012 mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen möchte, muss nun einen Monat länger arbeiten. Für im Jahr 1948 Geborene erhöht sich die Altersgrenze um zwei Monate und so weiter.

Ab dem Geburtsjahr 1959 wird die Regelaltersgrenze jedes Jahr um zwei Monate heraufgesetzt.

Ausnahmen der Regel

Ausnahmeregelungen bestehen für langfristig Versicherte. Wer mehr als 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, hat auch weiterhin Anspruch auf eine abzugsfreie Rente mit 65 Jahren.

Arbeitslosigkeit kann nicht zu der angerechneten Versichertenzeit hinzugezählt werden. Eltern können sich allerdings die Kindererziehungszeiten anrechnen lassen.

Teurer Vorruhestand

Weiterhin besteht für Rentenversicherte, die 35 Jahre ihre Beiträge gezahlt haben, die Möglichkeit der Rente ab 63 Jahren. Dies bedeutet jedoch beträchtliche Rentenabzüge.

Jeder Monat, der vor dem regulären Renteneintrittsalter ausgeschieden wird, bedeuten 0,3 Prozent Abzug von der Rente. Es existiert jedoch eine Abschlagsgrenze von 18 Prozent.

Erwerbsminderungsrente und Altersteilzeit

Einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ist ebenfalls möglich. Wer weniger als sechs Stunden am Tag in der Lage ist zu arbeiten, kann diese Erwerbsminderungsrente beanspruchen.

Auch bei der Erwerbsminderungsrente werden für jeden Monat, den der Versicherte vorzeitig in Rente geht, 0,3 Prozent von der Rente abgezogen, jedoch nicht mehr als 10,8 Prozent. Der Anspruch auf die volle Rente besteht nach der neuen Regelung ab dem 65. Lebensjahr.

Die Altersteilzeit kann weiterhin von Versicherten in Anspruch genommen werden. Hierfür ist Voraussetzung, bis 1954 geboren worden zu sein und bis 2006 eine wirksame Vereinbarung zur Altersteilzeit mit dem Arbeitgeber getroffen zu haben.

7. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.