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Wann lohnt ein Steuerklassenwechsel?

Steuern zahlt niemand gern. Je nach Änderung der Lebensumstände kann sich die Situation aber verbessern, sodass mehr Netto vom Brutto übrig bleibt. Denn jeder Steuerzahler ist aufgrund seines Familienstandes einer Steuerklasse zugeordnet. Ob jemand verheiratet ist oder ledig entscheidet über die Steuerklasse.

Wer bisher ledig war und nun heiratet, hat die Chance seine Steuerklasse zu wechseln und somit von geringeren Abzügen zu profitieren. Durch eine Heirat erfolgt automatisch eine Einstufung in eine andere Steuerklasse. Diese kann aber auch nochmal gewechselt werden. Welche Steuerklassen nun für Ehepaare aber Sinn machen, hängt vom Einkommen der beiden Partner ab und davon, ob Kinder da sind.

Wer in welcher Steuerklasse eingruppiert wird

Ledige Menschen ohne Kinder sind immer automatisch in der Steuerklasse 1 eingeordnet, die hohe Abzüge mit sich bringt. Auch wer Kinder hat, kann in der Steuerklasse 1 gruppiert werden, wenn die Kinder nach einer Scheidung beispielsweise dem Ex-Partner zugesprochen worden. Ledige Personen mit Kindern, also Alleinerziehende, werden in die Steuerklasse 2 eingeordnet, die einen Kinderfreibetrag vorsieht.

Ein Beispiel: Herr und Frau Beier sind seit 3 Jahren verheiratet. Von Beginn an haben beide im Jahr ungefähr 50.000 € verdient, sodass sie sich nach der Hochzeit entschieden haben, in der automatisch zugeteilten Steuerklasse 4 zu bleiben. Hätten sie diese Steuerklasse trotz eines ungleichmäßigen Verdienstes zwischen den beiden behalten, wäre die zu viel bezahlte Steuer aber nicht weg gewesen. Sie kann nach Ablauf des Jahres mit einer Steuererklärung wieder zurückgefordert werden.

Wann der Steuerklassenwechsel lohnt

Nach 3 Jahren wechselt Herr Beier seinen Job und verdient von nun an 70.000 €. Für die beiden  lohnt es sich jetzt, von der vorgegebenen Steuerklasse 4 in die Steuerklassen 3 und 5 zu wechseln. Herr Beier bekommt dann die Steuerklasse 3 und Frau Beier mit dem geringeren Einkommen die Steuerklasse 5.

Das hohe Einkommen wird dann verhältnismäßig gering besteuert und das niedrige Einkommen verhältnismäßig hoch (höher als in Steuerklasse 4). Dieser Effekt lohnt sich, sobald ein Part 60 % des gemeinsamen Einkommens verdient und der andere 40 %. Herr Beier verdient in diesem Beispiel 63,6 % des Einkommens und Frau Beier 36,4 %. Von dem höheren Einkommen bleibt auf diese Weise mehr übrig.

Wie der Steuerklassenwechsel funktioniert

Ein Steuerklassenwechsel ist einmal im Jahr möglich und muss bis zum 30. November per schriftlichem Antrag erfolgt sein. Für den Wechsel der Lohnsteuerklasse werden die Lohnsteuerkarte beider Ehepartner, und die Personalausweise beider Partner benötigt. Ein formloser Brief an das Finanzamt genügt.

Eheleute sollten ihre Steuerklassen regelmäßig prüfen, vor allem wenn sich ein höherer Verdienst abzeichnet oder eventuell sogar ein Jobverlust. Wer seine Steuerklasse den Lebensumständen anpasst, kann über die Steuerverteilung das Maximum vom Gehalt herausholen.

19. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.