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Warum Biotech-Aktien zuletzt so stark an Wert verloren haben

Biotech-Aktien gerieten zuletzt erneut stark unter die Räder. Der iShares NASDAQ Biotechnology Index verlor im ersten Halbjahr 2016 bereits 22%. Neben dem Brexit – viele große Biotech-Unternehmen erwirtschaften nennenswerte Umsatzanteile in Europa – sorgte vor allem das mögliche Inkrafttreten eines Kostensenkungsmechanismus für Verunsicherung an der Börse.

Spekulationen um Kostensenkungsmechanismus

Dabei geht es insbesondere um das sogenannte Independent Payment Advisory Board (IPAB). Dabei handelt es sich um ein unabhängiges Panel bestehend aus 15 Mitgliedern, das im Falle einer Budgetüberschreitung bei der staatlichen US-Krankenversicherung Medicare automatisch einberufen wird.

Biotech- und Pharma-Investoren fürchteten bisher, dass das IPAB schon 2016 in Aktion tritt.

Das Panel soll Vorschläge und Maßnahmen unterbreiten, die konkretisieren, wie die Kosten im US-Gesundheitssystem gesenkt werden können, ohne dass die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung leidet. Der Grund: Die Kosten im US-Gesundheitssystem sind in den letzten Jahren weiter gestiegen – allein 2015 gab die staatliche Krankenversicherung Medicare 648 Mrd. US-$ aus.


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IPAB für 2016 zunächst abgewendet

Doch aus dem jüngsten Ausgaben-Report geht hervor, dass die Ausgaben von Medicare weniger stark gestiegen sind als erwartet – die automatische Einberufung des IPAB ist zunächst vom Tisch.

Für die Biotech- und Pharmabranche sind dies zunächst gute Nachrichten, drohen nunmehr keine direkten Kostensenkungsmaßnahmen, welche Einfluss auf Versicherungsausgaben und damit auch auf den Umsatz von Medikamenten in den USA haben könnten. Zumindest vorerst, denn in 2017 könnte es erneut soweit sein und das IPAB zum Handeln zwingen, warnen Analysten aus dem Hause Jefferies.

Biotech-Aktien mit hohen Verlusten im ersten Halbjahr

Zudem sollten Biotech- und Pharma-Anleger, die sich in US-Werten wie Gilead Sciences, Celgene, Biogen, Amgen oder Regeneron engagieren, beachten, dass im November noch Wahlen in den USA stattfinden.

Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat bereits via Twitter angekündigt, gegen die steigenden Gesundheitskosten in den USA vorgehen zu wollen. Auch der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat angedeutet, die von Barack Obama eingeführte Gesundheitsreform (Obamacare) rückgängig machen und ersetzen zu wollen.

Damit lasten viele Unsicherheiten auf dem Sektor, was auch Biotech-Anleger im ersten Halbjahr 2016 zu spüren bekamen. Biotech-Aktien schlossen das erste Halbjahr mit kräftigen Verlusten ab. Während die Aktien von Gilead Sciences 16% an Wert verloren, gaben auch Celgene-Aktien knapp 16% ab. Regeneron-Aktien verbilligten sich sogar um 34%, bei Biogen summiert sich das Kursminus in diesem Jahr auf 20%.

Fazit: Branchenerholung lässt (noch) auf sich warten

An eine schnelle Erholung der Biotech-Branche ist vorerst nicht zu denken. Vielmehr dürften die anhaltenden Diskussionen um hohe Medikamentenpreise und die US-Wahlen kurzfristig für weitere Unsicherheiten im Markt sorgen.

Im Gegenzug könnte der steigende Kostendruck für weitere Übernahmen und Fusionen in der amerikanischen Biotech-Szene sorgen. Die geplante Übernahme des Biotech-Unternehmens Medivation durch die französische Sanofi ist nur ein Beispiel.

Im Hause der Investmentbank Jefferies glaubt man, dass weitere Übernahmeaktivitäten in Verbindung mit positiven klinischen Testdaten und gute Geschäftszahlen der einzelnen Biotech- und Pharmatitel notwendig sind, um den Abwärtstrend und der Biotech-Branche zu beenden.

Anleger sind daher gut beraten, die kommenden Geschäftszahlen einzelner Biotech-Unternehmen samt Ausblick sowie den US-Wahlausgang im Auge zu behalten, bevor Neuengagements eingegangen werden.

19. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands