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Warum der Ausstieg beim Trading wichtiger ist als der Einstieg

Beim Trading ist auch der Entscheidungswillen und Vertrauen in das eigene Handeln von Bedeutung. Der Wille, einen Trade auf Basis der vorangegangenen Analyse umzusetzen, sollte ausgeprägt sein, damit Chancen nicht ungenutzt verstreichen.

Aber wenn der Einstieg in einen Wert gefunden wurde fangen die Sorgen erst an. Wann ist der Verlust zu stoppen? Wann ist genug gewonnen? Oder ist es ratsam noch zu warten, denn der Kurs wird sich sicher bald erholen?

Der einfachste Tipp: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“

Sicherlich wird für diesen Spruch erwartet, dass  das Phrasenschwein im Kollegium oder im Freundeskreis gefüttert wird. Aber es steckt sehr viel mehr dahinter als man im ersten Augenblick glauben mag.

Hier ein Beispiel: Sie sind in der Bayer Aktie investiert und haben Mitte 2012 den Wert bei 60 € gekauft. Der Kurs liegt aktuell bei über 120 €. Das bedeutet 100% Performance in 2,5 Jahren. Eine fantastische Entwicklung. Doch wann ist nun der richtige Zeitpunkt für den Ausstieg?

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In diesem Chart markiert der grüne Kreis den angenommenen Einstieg. Darum könnte durchaus der Gedanke auftreten die aktuellen Gewinne mitzunehmen. Doch es stellt sich die Frage, ob es nicht noch weitergeht und wann der richtige Zeitpunkt zum Verkauf ist. Die Antwort lautet: Das haben Sie gar nicht zu entscheiden, sondern der Markt.

Man sieht hier einen konstanten Aufwärtstrend. Diesen Aufwärtstrend sollten Anleger solange mitnehmen wie es geht („Gewinne laufen lassen“) und erst bei einem Trendwechsel durch ein gut gesetztes Stop-Loss Limit verkaufen.

Stop-Loss-Limits sorgen für einen sehr guten Ausstieg

Warum also sollte man eigenmächtig diesen Trend für beendet erklären und den Titel verkaufen? Ein Ratschlag: Setzen Sie Stop-Loss-Limits ein. Mit einem bestimmten Abstand können diese Limits immer auf einen vorangegangenen Tiefpunkt nachgezogen werden, nachfolgend mit roten Linien markiert.

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Hier ist nun zu sehen, dass bei Setzung dieser Stopp-Marken bei etwa 95 € das Stop-Loss gegriffen hätte. Der Aufwärtstrend macht eine Pause und geht erst ca. 6 Monate später weiter. Also hat der Markt in dem Fall entschieden, dass der Stop-Loss bei dem Wert greifen soll.

Vielleicht hätten sich Anleger schon viel früher für einen Ausstieg entschieden oder aber der Markt hätte sich gedreht und wäre gefallen. Zu oft verharrt man dann in dieser Position und hofft auf den erneuten Umschwung.

Stop-Loss-Limits können Anleger vor Verlusten schützen

Das obige Szenario ist für eine Analyse natürlich ein einfaches Beispiel die Vorteile einer gekonnten Stopp-Strategie aufzuzeigen. Doch was wäre passiert, wenn der Kurs abgestürzt wäre? Der Stopp wird bereits nach dem Einstieg (grüner Kreis) auf das letzte vorherige Tief gesetzt (hier bei ca. 52 €). Dies schützt den Anleger vor einem zu großen Verlust falls sich ein Abwärtstrend herausbildet.

Jetzt kann man sicherlich argumentieren, dass ein Wert wie Bayer doch sicherlich bald wieder eine Erholung erfährt und man den Titel doch nicht mit Verlust verkaufen sollte. Die meisten Anleger, die über mehrere Jahre an das Comeback ihres Titels geglaubt haben, waren froh, wenn sie bei 0 € oder mit nur wenig Verlust aus dem Investment rausgekommen sind.

Die mentale Belastung eines sich negativ entwickelnden Titels ist nicht für jeden leicht zu verdauen. Auch hier trifft die Phrase: „lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“ auch im  Trading ziemlich gut zu. Bereits vor dem Trade sollte sich Anleger daher überlegen, welches Risiko (welchen Maximalverlust) sie mit dem Investment eingehen möchten.

Pauschalstrategien gibt es nicht

Eine Stop-Loss-Strategie ist kein Allheilmittel. Denn viele Anleger können mit manuellen Ausstiegen bessere Renditen erzielen. Doch der Großteil der Privatanleger hat nicht die Möglichkeit, auf tägliche Marktveränderungen zu reagieren.

Hier kann ein Stop-Loss-Limit hilfreich sein und Gewinne sichern bzw. Verluste begrenzen. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Ansichten und Meinungen und jeder Trader muss den für sich richtigen Weg selber finden.

8. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.