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Warum der günstige Ölpreis schädlich sein könnte

Auch wenn es mal wieder einen richtigen kalten Winter geben würde, mitteleuropäische Verbraucher würde das derzeit nicht schrecken. Denn der Ölpreis ist so niedrig wie schon lange nicht mehr. Aber das ist nur eine Seite der Medaille.

Zwar sind die Budgets von vielen Deutschen durch schmale Energiekostenabrechnungen entlastet, die Risiken des billigen Öls sind jedoch kaum außer Acht zu lassen. Denn die möglichen Konsequenzen könnten gravierend sein.

Die Risiken billigen Öls – politisch brisant und entwicklungshemmend

Während das billige Öl in den Industrienationen wie ein willkommenes Konjunkturprogramm wirkt, brechen die Einnahmen in den Ölförderländern mehr und mehr zusammen. Und das hat weitreichende Folgen.

Im Nahen Osten wurden beispielsweise die hohen Einnahmen aus dem Ölexport bis vor kurzer Zeit dazu verwendet, politische Unruheherde in den Bevölkerungen durch soziale Maßnahmen abzumildern.


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Und auch in Russland könnten die schwindenden Gewinne aus der Förderung des schwarzen Goldes zu Instabilitäten führen. So könnte die Neigung von Staatschef Putin zu außenpolitischen Ablenkungsmanövern wachsen. Auch darauf müssten sich die europäischen Nachbarn einstellen.

Selbst Anleger, die auf die bislang verlässliche steigende Rohstoffpreise setzten, haben jetzt das Nachsehen. Beim US-Konzern Chevron schrumpfte der Quartalsgewinn zuletzt verglichen mit dem Wert des Vorjahres von 5,6 auf 2 Mrd. US-$ und bei ExxonMobil knickte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 47 % auf 4,2 Mrd. US-$ ein.

So warnt auch die Internationale Energieagentur (IEA) vor den negativen Folgen der andauernd niedrigen Ölpreise. Dabei bestehe z.B. die Gefahr, dass dringend notwendige Investitionen in die Ölförderung aufgeschoben würden.

Wenn man dem Weltenergieausblick der Organisation folgt, könnte dies später zu einem gewaltigen Preisanstieg führen. Und sollte sich der Trend zu preisgünstigem Öl fortsetzen, könne der Umstieg auf saubere, erneuerbare Energiegewinnung hinausgezögert werden.

Mit dem günstigen Ölpreis wachse zudem die Abhängigkeit der Industrieländer von Ölförderstaaten wie Saudi Arabien, wo die Gewinnung des Rohstoffs vergleichsweise billig von statten geht.

Billiges Öl: Wie lauten die Prognosen für die weitere Entwicklung?

So billig wie zum Jahreswechsel 2015/16 war der Ölpreis mit rund 37,50 US-$ in den letzten 20 Jahren selten. Und beim Vergleich mit früheren Preiseinbrüchen wird deutlich, dass man sogar noch einige Zeit mit dem günstigen Ölpreis kalkulieren kann.

Denn an den Terminmärkten wird dieser für das Jahr 2020 bei nur 60 US-$ gehandelt. Und das gilt nicht nur für Benzin- oder Heizölpreise sondern auch für die Kosten anderer Energieträger wie Erdgas oder Kohle.

Experten der IEA gehen dagegen 2020 von einem Ölpreis von 80 US-$ aus. Sie sind darüber hinaus der Meinung, dass der Zeitraum des günstigen Öls genutzt werden sollte, um den zukünftigen Bedrohungen für die Energiesicherheit zu begegnen.

15. Januar 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.