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Warum deutsche Immobilienanleger vom Brexit eher profitieren

Nach dem vielfach affektgetriebenen Mehrheitsvotum, aus der EU auszutreten, landeten die Briten in der harten Realität. Auch Anleger und Fonds in Großbritannien bekamen die Folgen zu spüren. Vor allem kämpfen Immobilienfonds mit dem Brexit.

Britische Immobilienfonds nach Brexit geschlossen

Etliche dieser Fonds mussten sogar schließen, weil die Kunden schnell ihr Geld zurückhaben wollten. In Kürze waren sie dicht, und zwar mit einem Fondsvolumen von rund 21 Mrd. €. In der Folge wurden teilweise die Fondsanteile im Wert drastisch herabgesetzt.

Britische Immobilienfonds und der Brexit, das erinnert an die Zeit kurz nach der Lehman-Pleite 2008. Damals wollten auch hierzulande die Investoren scharenweise an ihr Geld und offene Immobilienfonds machten zu. Einige lösten sich danach sogar auf. Der Grund liegt auf der Hand: Wohn- und Gewerbeimmobilien lassen sich nicht von heute auf morgen zu Geld machen.


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Daraus wurden in Deutschland Lehren gezogen. Seit 2013 gelten Mindesthalte- und Kündigungsfristen. Wer seine Anteile abgeben will, muss sich 12 Monate vorher melden. Neukunden müssen ihre Anteile mindestens zwei Jahre halten. Altkunden können schrittweise bis zu 30.000 € jedes halbe Jahr abziehen.

Mehr Sicherheit für deutsche Anleger

Mittlerweile hat sich die Branche kräftig erholt. Die Anleger haben Vertrauen und sorgen für Investments in Rekordhöhe, wozu auch der Anlagenotstand angesichts niedriger Zinsen beiträgt. Die Fonds haben viel Geld eingesammelt und verfügen über hohe Cashquoten, mit denen sie auch größere Anteilsrückgaben verkraften.

Mit diesen Regeln hätten auch britische Immobilienfonds den Brexit besser überstanden. Erst jetzt sollen sie stärker reguliert werden. Wie hierzulande geht es um Fristen oder Vorgaben, einen Teil des Fondsvermögens in liquide Anleihen und Aktien anzulegen. Bis dahin aber müssen die Anleger herbe Verluste wegstecken.

Deutsche offene Immobilienfonds sind vom Brexit kaum betroffen. Zwar sind sie mit gut 8 Mrd. € in Großbritannien investiert, was immerhin 11% ihres Vermögens entspricht. Allerdings profitieren sie nicht nur von den strengeren Regelungen hierzulande.

Hinzu kommt eine vorsichtigere Bewertung von Objekten durch das Ertragswert-Verfahren, das sich am langfristigen Erlös orientiert. Britische Fonds hingegen arbeiten mit Marktwerten, und die sind schwankungsanfällig. Wie schnell sich die Werte ändern können, zeigen nicht zuletzt die jüngsten Verwerfungen auf der Insel.

Britische Immobilienfonds nach Brexit mit Problemen

Für deutsche Anleger besteht somit eigentlich keine Gefahr. Das Thema Immobilienfonds und Brexit ist ein britisches Problem. Es betrifft auch kaum andere Länder in Europa, und wenn, dann eher positiv. Während die Diskussion um den Wegzug von Finanzunternehmen aus London die dortigen Preise drückt, könnten sie an den neuen Standorten wie Paris oder Frankfurt weiter anziehen. Und weil Gewerbeimmobilien immer ein Vorläufer sind, betrifft das dann auch Wohnanlagen.

Sollte diese Kontinentalverschiebung tatsächlich einsetzen, könnte die bisherige durchschnittliche Jahresrendite bei Immobilienfonds von bis zu 2,7% sogar steigen. Und vom Umzug britischer Firmen würde auch die deutsche Wirtschaft profitieren. Doch wie sagt ein englisches Sprichwort: „Don´t count your chickens before they hatch.“ Man soll die Hühner erst dann zählen, wenn sie in den Stall gehen.

Außerdem ist der Markt hierzulande ohnehin überhitzt. Seit 2010 steigen die Mieten schneller als die Einkommen. Und die Immobilienpreise liegen mehr als 10% über dem langfristigen Schnitt – ein Warnsignal, das sich in der Regel vor Finanzkrisen zeigt.

25. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.