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Warum die Altersarmut in Deutschland steigt und wie man vorsorgen kann

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer weiter auseinander. Schuld daran ist unter anderem der wachsende Niedriglohnsektor. Jeder vierte Arbeitnehmer verdiente 2014 weniger als 9,54 € pro Stunde, Tendenz steigend. Deshalb hat Deutschland bereits heute ein Problem mit Altersarmut, das sich in den nächsten Jahren noch verschärfen wird.

Die Rente reicht vielen alten Menschen nicht mehr zum Leben. So rechnet die Bundesregierung mit steigenden Ausgaben in Milliardenhöhe für die Grundsicherung von Rentnern, mit der die Sozialämter gesetzliche Renten aufstocken, von denen man nicht leben kann.

Vor allem älteren Arbeitnehmern, die wenig verdienen, droht im Rentenalter die  Armut. Wer jetzt wenig verdient, wird auch im Alter arm sein. Das gilt auch für junge Menschen, die nicht privat vorsorgen. Private Altersvorsorge ist unerlässlich, um als Rentner ausreichend Geld zur Verfügung zu haben.

Altersarmut in Deutschland wird von der Politik totgeschwiegen

Die Zahl armer Rentner in Deutschland, die Grundsicherung durch das Sozialamt in Anspruch nehmen müssen, steigt. Dies ist kein Wunder, denn Deutschland wird Mitte dieses Jahrhunderts bei den Renten für Geringverdiener unter den 34 OECD-Staaten auf einem der letzten Plätze liegen.

Das Bundesarbeitsministerium rechnet damit, dass die Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bis auf 7,2 Milliarden € in 2018 klettern werden. Allerdings glaubt das Arbeitsministerium nicht, dass sich hinter der für die kommenden Jahre erwarteten Zunahme armer Rentner ein deutlicher Anstieg der Altersarmut verbirgt.

Vielmehr sieht es die Ursache in der steigenden Zahl der Älteren in der Gesamtbevölkerung. So plant das Bundesarbeitsministerium zurzeit auch keine weiteren Reformen. Eine Grundrente beispielsweise erscheint der politischen Mehrheit in Deutschland momentan nicht angebracht. Altersarmut ist derzeit kein Thema.

Immer mehr Rentner müssen arbeiten

Vielen Rentnern wird in Zukunft nichts anderes übrig bleiben, als auch im Alter noch etwas hinzuzuverdienen. So ist die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer schon kräftig gestiegen. Gut 10% der 65- bis 69-Jährigen sind noch berufstätig– fast doppelt so viele wie noch vor 10 Jahren.

Die Zahlen alarmieren: Selbst Normalverdiener müssen befürchten, ab 2030 als Rentner zum Sozialfall zu werden. Millionen Durchschnittsverdienern droht nach neuen Zahlen der Absturz in die Grundsicherung, wenn sie ab 2030 in den Ruhestand gehen. Alle, die heute weniger als 2.500 € brutto verdienen und keine private Vorsorge betreiben, müssen mit dem Tag des Renteneintritts den Gang zum Sozialamt antreten.

Private Vorsorge hat hohe Priorität

Was können Arbeitnehmer heute tun, um privat fürs Alter vorzusorgen? In Zeiten, in denen sich die Zinsen für festverzinsliche Wertpapiere auf historischen Niedrigständen befinden, bleibt nur ein Investment in Immobilien oder Aktien.

Eine selbstgenutzte Immobilie zum Beispiel kann man derzeit günstig finanzieren und im Alter, wenn die Immobilie abgezahlt ist, kann man mietfrei darin wohnen. Alternativ oder zusätzlich – je nach finanzieller Lage – sollte man in Aktien investieren.

Dabei kann man entweder in ausgewählte Einzeltitel oder in Fonds investieren, wo viele Sparer gemeinsam in einen Topf einzahlen und das Fondsmanagement die Auswahl der Aktien vornimmt und unter anderem für eine sinnvolle Risikostreuung sorgt.

Sinnvoll kann dies beispielsweise mit einem Sparplan in breit streuende, internationale Fonds sein. Dort kann man zum Teil schon mit 25 € monatlicher Sparrate einsteigen und diese im Zeitablauf an seine finanziellen Verhältnisse anpassen.

Wer frühzeitig anfängt zu sparen, kann durch den Zinseszinseffekt im Zeitablauf auch mit kleineren regelmäßigen Sparbeiträgen privates Alterskapital aufbauen. Das angesparte Kapital erwirtschaftet Zinsen und diese erwirtschaften wiederum Zinseszinsen. Dieser Effekt ist umso größer, je länger das Sparkapital angelegt wird.

Fonds kann man ohne Beratung günstig in Fondsshops oder bei Direktbanken erwerben. Wer Wert  auf eine Beratung legt, kann sich zum Beispiel an seine Hausbank wenden. Dieser sollte man allerdings die Order geben, die Fonds an der Börse zu kaufen, weil man dann wie im Fondsshop oder bei einer Direktbank den Ausgabeaufschlag spart. Dies wirkt sich nicht unerheblich auf die Rendite aus.

Altersarmut in Deutschland steigt und private Vorsorge ist unerlässlich

Die Altersarmut in Deutschland wird zunehmen, wenn die Politik keine Lösungen entwickelt. Alle Menschen, die wenig verdienen und nichts fürs Alter zurücklegen können, werden als Rentner zunehmend arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Deshalb sollte möglichst jeder private Altersvorsorge betreiben und sich eine privat finanzierte Zusatzrente aufbauen. Wer dies tut, kann dem Alter entspannt entgegenblicken und muss nicht befürchten, später den Gang zum Sozialamt antreten zu müssen.

5. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.