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Warum die Elliott-Wave-Analyse oft ungeeignet ist

Die Elliott-Wave-Theorie wird vielfach als geniale Analysemethode gepriesen, um Aktienkurse vorherzusagen. Doch sie ist mit Vorsicht zu genießen und unter Tradern heftig umstritten. Während eine Fangemeinde darauf schwört, haben viele andere Schiffbruch erlitten.

Elliott Wave-Verfahren höchst kompliziert

In werblichen Demoprogrammen fasziniert die Elliott-Wave-Analyse, wenn Kursziele wie im Drehbuch punktgenau erreicht werden. In der Anwendung aber ist das Verfahren alles andere als leicht.

Die Herausforderung: Trader müssen in einer verwirrenden Vielfalt verschachtelter Wellen erkennen, wo sie sich überhaupt befinden. Der große Interpretationsspielraum führt schnell in die Irre.

Der Markt als zyklisches Wellenmuster

Zum Verständnis: Das Grundprinzip der Elliott-Wave-Theorie beruht auf folgender Theorie: Die Finanzmärkte folgen einem gleichen, wiederkehrenden Muster.

Da die kollektiven Gefühle von Investoren zwischen Optimismus und Pessimismus schwanken, entstehen Schwankungen, die sich in Wellen ausdrücken. Ein Kurs bewegt sich immer in zyklischen Wellen, wobei ein Wellenzyklus aus 8 Wellen besteht.

Grundlage für einen vollständigen Zyklus ist ein 5-3 Wellenmuster: Jeder Trend besteht aus 5 Wellen. Die Wellen 1,3 und 5 bewegen sich als Impulswellen in Trendrichtung. Die Wellen 2 und 4 laufen als Korrektur dagegen.


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Dieser Haupttrend wird durch die mit a, b und c bezeichneten Wellen korrigiert. Jede einzelne Welle selbst besteht aus einem 5-3 Zyklus, wobei jeder Zyklus Teil eines übergeordneten Zyklus ist, der wiederum aus mehreren kleinen Zyklen besteht.

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Elliott-Wave: Schachtelmodell mit Fraktalstruktur

Somit kann eine Zykluswelle in 34 kleinere Wellen unterteilt werden. Aufgrund ihrer Fraktalstruktur sind die verschiedenen Teilwellen alle nach dem gleichen Muster aufgebaut – Fraktale bestehen aus vielen verkleinerten Kopien ihrer selbst. Allerdings: Die Wellenbewegungen sind unterschiedlich lang und überlagern sich auf verschiedenen Ebenen.

Und genau hierin liegt das Problem. Das System ist im Detail derart komplex, dass die zeitliche Zuordnung bei den unterschiedlichen Wellenlängen eine Herausforderung ist, die ohne langjährige Erfahrung in der reinen subjektiven Spekulation endet.

Welcher Welle lässt sich die jüngste Kursbewegung zurechnen? Gehört sie noch zur bisherigen Korrekturbewegung oder markiert sie schon den Anfang einer neuen Welle?

Richtige Antwort, falscher Zeitpunkt

Die Antwort zeigt sich meist im Nachhinein. Dann zwar präzise, aber nach Verlusten leider zu spät. Angenommen, die Prognose einer Elliott-Wave-Analyse erweist sich als richtig und der DAX ist um 800 Punkte gestiegen.

Dann ist das Ergebnis im Rückblick zwar zutreffend, nützt aber wenig, wenn Trader nicht zuvor erkannt haben, was auf diesem Weg geschieht. Geht der Kurs zielgerade nach oben oder fällt er zwischendurch ab?

Wenn auf jeden Anstieg eine Korrektur folgt, dann sollte auch schnell erkennbar sein, wann, wo und wie sie stattfindet. Ist ein Trader sozusagen in der falschen Welle und fährt als erstes gleich Verluste ein, wird das Problem durch eine nachträgliche Erkenntnis auch nicht besser.

Elliott-Wave-Methode: Irrgarten mit Fehlprognosen

Gerade Korrekturen werden in der Regel zu spät identifiziert. Vor allem zu Anfang einer Entwicklung nehmen sich die vielen Möglichkeiten im Wellenmuster meist sehr ähnlich aus und sind kaum voneinander zu unterscheiden. Dies führt zu Fehlinterpretation von Korrekturen sowie deren Zeitlauf und somit zu schlicht falschen Prognosen.

Die Elliott-Wave-Methode mag sich für Anwender mit jahrelanger einschlägiger Erfahrung und geübtem Auge eignen. Für alle anderen lässt sie kaum eindeutige Zeitpunkte und Vorgänge erkennen. Sie ist mit ihrem ausgefeilten Regelwerk und weitem Auslegungsspielraum derart komplex, dass man sich als Trader in der Analyse regelrecht verliert.

Dann lieber auf eine Charttechnik setzen, die sich auf Trendlinien stützt und mit Candlesticks und deren Formationen die Marktverfassung leicht interpretieren lässt.

13. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.