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Double-Dip Rezession: Warum sie so gefährlich ist

Von einer Rezession spricht man dann, wenn das Wirtschaftswachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen negativ war.

Von einer Double-Dip Rezession wird dann ausgegangen, wenn die Wirtschaft nach einem oder zwei Quartalen positiven Wirtschaftswachstums erneut ins Negative rutscht.

Deutschland hält die Stellung – Großbritannien ist bereits in einer Double-Dip Rezession

Die Gefahr einer Double-Dip Rezession ist aktuell so groß wie nie. Insbesondere Europa kämpft derzeit mit einer Wirtschafts- und Finanzkrise, welche zunehmend die Konjunktur in den einzelnen Ländern belastet.

Nur dem starken Wirtschaftswachstum in Deutschland ist es zu verdanken, dass die Eurozone im ersten Quartal 2012 nicht in die Rezession abglitt.

Das BIP stagnierte im ersten Quartal 2012 in der Eurozone, nachdem es Ende 2011 bereits 0,3 % zurückgegangen war.

Ein weiterer Rückgang des BIPs und die Währungsunion wäre offiziell in die Rezession abgerutscht.

Einzelne Länder befinden sich dennoch schon in einer Rezession. Seit Mai 2012 befindet sich die britische Wirtschaft offiziell in der ersten Double-Dip Rezession seit den siebziger Jahren.

Die Gründe für eine Double-Dip Rezession sind verschieden, gehen aber häufig mit einer rückläufigen Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen einher.

Double-Dip Rezession: Die Anzeichen

Eine Double-Dip Rezession lässt sich unter anderem an stetig sinkenden Immobilienpreisen und einer stetig steigenden Arbeitslosenquote erkennen.

Auch werden Banken in einem solchen Wirtschaftsumfeld vorsichtiger, wodurch kleine und mittelständische Firmen oft keine Kredite mehr erhalten.

Zudem fällt das Verbrauchervertrauen in diesem Umfeld deutlich (Consumer Confidence Index). In einem von einer Double-Dip Rezession geprägten Umfeld erhalten immer mehr Menschen soziale Unterstützungszahlungen.

Auswirkungen einer Double-Dip Rezession

Die Auswirkungen einer Double-Dip Rezession auf die einzelnen Wirtschaftssektoren und die Gesellschaft sind oft verheerend.

Unternehmen reagieren in der Regel auf die schwache Konjunkturlage mit weiteren Entlassungen und Ausgabenkürzungen und dämpfen dadurch den privaten Konsum zusätzlich.

Bei Konsumenten steigt wiederum die Furcht vor einem länger andauernden konjunkturellen Wirtschaftsabschwung. Die Konsequenz: Die Konsumausgaben gehen zurück, die Sparneigung nimmt zu.

Unternehmen leiden an einer sinkenden Nachfrage nach ihren Produkten, investieren dadurch weniger. Dieses Szenario macht einen Aufschwung bzw. eine wirtschaftliche Erholung noch schwieriger.

Eine Double-Dip Rezession trifft aber nicht nur Unternehmen und private Haushalte, sondern auch den Staat.

Durch sinkende Steuereinnahmen ist der Staat ebenfalls zu Sparmaßnahmen gezwungen, wodurch im öffentlichen Dienst häufig Stellen abgebaut werden.

Eine Double-Dip Rezession kann sogar ganze Sozialsysteme ins Wanken bringen und führt diese oft zu Massenarbeitslosigkeit, wodurch Renten- und Sozialkassen wichtige Beitragszahlungen fehlen.

Insgesamt scheint die Gefahr einer Double-Dip Rezession in Europa größer denn je, solange die Schulden- und Finanzkrise in einzelnen EU-Ländern wie Griechenland und Spanien ungelöst bleibt.

31. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.