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Warum der Börsengang von Facebook gefloppt ist

Zum Zeitpunkt des Börsengangs machte sich das Online-Netzwerk Facebook gerade daran, den Gipfel von einer Milliarde Nutzern zu erklimmen, es stand kurz davor.

Eine Milliarde Nutzer im Internet kann man auch betrachten als eine Milliarde Kunden – und das war der erste Grund, warum alle Welt auf diesen Börsengang schaute.

Nach dem Platzen der Internet-Blase an den Finanzmärkten im Jahr 2000 versprach dieser Börsengang zudem Zuversicht, dass auch Neuzugänge nach 2000 im Internet erfolgreich sein können.

Mehr zum Thema: Facebook und der verpatzte Börsengang

Facebook – eine Erfolgsgeschichte

Und zweifellos ist das Unternehmen einen beispiellose Erfolgsgeschichte: Das Angebot des jungen US-Amerikaners Mark Zuckerberg startete erst im Jahr 2004.

Bis zum Börsengang im Mai 2012, also nur acht Jahre später stieg die Zahl seiner Nutzer auf rund 950 Millionen weltweit an, im Oktober 2012 knackte Facebook die Milliardengrenze, was die Nutzer betrifft.

Im Jahr 2011 lag der Umsatz des sozialen Netzwerkes bei knapp vier Milliarden US-Dollar und der Nettogewinn bei einer Milliarde.

Auch von den Geschäftszahlen war Facebook also ein solides Unternehmen.


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Exorbitanter Börsenwert

Allerdings betrug der Börsenwert von Facebook am Tag des Börsengangs gigantische 104 Milliarden Dollar – und spielte damit in einer Liga von Großkonzernen wie dem Elektronik-Riesen Siemens in Deutschland oder der amerikanischen Fast-Food-Kette McDonald’s.

16 Milliarden Dollar nahm das Unternehmen durch den Börsengang ein und sicherte sich den bis dato ersten Platz bei den Erlösen, die ein Internet-Unternehmen jemals an der Börse bei seinem IPO erzielt hatte.

Bei solchen Zahlen und einem geschätzten Publikum von rund einer Milliarde Menschen haben sich natürlich auch die Medien auf den Börsengang gestürzt.

Der Hype und die Erwartungen lagen also hoch – zu hoch, wie sich herausstellen sollte.

Aktie rauscht in den Keller

Denn vom Ausgabepreis der Aktie von 38 Dollar ist bereits nach wenigen Monaten nicht mehr viel übrig.

Sie fällt innerhalb eines halben Jahres auf die Hälfte, wer die Aktie beim Börsengang gekauft hatte muss also einen langen Atmen haben, wenn er darauf hofft, dass sich sein Investment irgendwann rentiert.

Mehr dazu: Facebook-Aktie: Wie lang geht das noch gut?

Frage nach dem Geschäftsmodell

Mindestens zwei wesentliche Gründe dürften eine Rolle gespielt haben, warum der Börsengang von Facebook gefloppt ist:

Erstens der mediale Hype und die damit verbundenen überschäumenden Erwartungen, die den Ausgabepreis der Aktien in zu hohe Regionen pushten.

Zum zweiten aber sind eine Milliarde Nutzer im Internet eben nicht einfach gleichzusetzen mit zahlenden Kunden.

Da Facebook in erster Linie mit Werbung sein Geld verdient, kamen bereits zum Zeitpunkt des Börsengangs Zweifel auf.

Denn die Endgeräte der Nutzer, wurden mit der Zeit immer kleiner – heute surfen die Menschen im Internet zunehmend mit Smartphones oder kleineren Flachcomputern.

Auf denen aber ist Werbung wegen Platzmangels nicht einfach unter zu bringen.

Beim Vergleich mit den Unternehmenszahlen in 2011 und dem Börsenwert müssten die Umsatz- und Gewinnzahlen schnell exorbitant wachsen.

Doch wie das geschehen sollte, diese Antwort blieb Facebook in den Monaten nach seinem gigantischen Börsengang schuldig.

Deswegen verlor die Aktie in wenigen Monaten die Hälfte ihres Wertes – und machte den Mega-Börsengang im Nachhinein zu einem Flopp für die Anleger.

11. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.