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Facebook-Börsengang: Warum er gefloppt ist

Facebook zählt weltweit inzwischen mehr als 950 Millionen registrierte Nutzer und ist somit das weltgrößte soziale Netzwerk.

Und so war der Medien-Hype rund um dessen Börsengang riesengroß.

Mehr dazu: Facebook Aktie: Der größte Börsengang aller Zeiten

Doch entwickelte sich dieses Unterfangen zum Flop, wie wir mittlerweile wissen.

Wie genau es dazu gekommen ist, soll im Folgenden veranschaulicht werden.

Mehr dazu: Facebook und der verpatzte Börsengang

Die Gier der Anleger und Investmentbanken nach dem schnellen Geld

So mancher Anleger witterte das große Geschäft und zeichnete bereitwillig Facebook-Aktien. Schließlich sind Internet-Börsengänge meist ein einträgliches Geschäft, wie das Beispiel von Google zeigt.

Zudem ist Facebook eine Marke, die jeder kennt und an der kaum mehr jemand im Internet vorbeikommt – weder der Konsument, noch ein Unternehmen.

Der „Like“-Button ist zur festen Größe im Internet geworden, wenn es darum geht, Artikel, Fotos, Videos und andere Dinge weiterzuempfehlen.


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Das große Geschäft witterte aber nicht allein Facebook-CEO Mark Zuckerberg, der durch den Börsengang zum mehrfachen Milliardär wurde.

Auch die Investmentbanken, die den Börsengang von Facebook begleiteten, spekulierten in ähnlicher Weise – allen voran die federführende US-Investmentbank Morgan Stanley, die als Lead-Underwriter fungierte.

Facebook hat zu viele Aktien zu teuer platziert

Ursprünglich sollten 337,4 Millionen Facebook-Aktien zwischen 28 und 35 US-Dollar am Markt platziert werden.

Doch aufgrund der hohen Nachfrage von Seiten der Privatanleger und institutionellen Investoren wurden Preisspanne und Zahl der Aktien sehr schnell angehoben.

Schließlich wurden 421,5 Millionen Aktien bei 38 US-Dollar bei den Anlegern platziert – 25 Prozent mehr Aktien als zuvor geplant. Damit wurde Facebook an der Börse mit 104 Mrd. US-Dollar bewertet.

Eine utopische Bewertung, wie sich sehr schnell herausstellte, denn Facebook setzte 2011 gerade einmal 3,71 Mrd. US-Dollar um.

Dabei wurde ein Gewinn von rund 1,0 Mrd. US-Dollar erzielt. Somit wurde Facebook de facto mit dem 100-fachen des Gewinns bewertet.

Investmentbanken korrigieren Schätzungen nach unten

Schon unmittelbar im Vorfeld des Börsengangs kam es zu Merkwürdigkeiten.

Morgan Stanley-Analyst Scott Devitt hatte seine Umsatzschätzungen für Facebook nach unten korrigiert, nachdem offensichtlich wurde, dass sich die Wachstumsraten von Facebook deutlich verlangsamen würden – ein Novum in der Branche, zumal der Börsengang unmittelbar bevorstand.

Andere führende Brokerhäuser wie JPMorgan Chase und Goldman Sachs folgten dem Beispiel und korrigierten ihre Schätzungen ebenfalls nach unten. Damit war der Börsenflop praktisch schon vorprogrammiert.

So kam es dann auch. Nach einem kurzen Höhenflug nahm der Verkaufsdruck auf Facebook-Aktien zu und beschleunigte sich nochmals, als das Unternehmen erstmals Zahlen als börsennotierte Gesellschaft vorlegte.

Dabei musste Facebook eingestehen, dass sich das Umsatzwachstum deutlich verlangsamt hat. Der Börsengang war gefloppt.

Keine Trendwende in Sicht

Eine Trendwende scheint vorerst nicht in Sicht.

Der Grund: Zum einen laufen in den nächsten Monaten weitere Lockup-Fristen aus, so dass bis Mai 2013 insgesamt bis zu zwei Milliarden weitere Facebook-Aktien auf den Markt kommen.

Zum anderen meiden immer mehr Facebook-Nutzer die mit viel Werbung bestückte Startseite des Unternehmens und rufen den Dienst über das Smartphone bzw. über den Tablet auf.

Zuletzt waren es nach Facebook-Angaben bereits 543 Millionen Nutzer, die den Dienst über mobile Endgeräte nutzen.

Für Facebook ist dies ein großes Problem, da dieser schnelle Wandel den Social-Networking-Giganten unvorbereitet trifft.

Das Unternehmen generierte zuletzt über 80 Prozent seiner Einnahmen über Online-Werbung und ist erst seit Kurzem mit einer eigenen mobilen Werbeplattform am Start.

Daher kann Facebook den mobilen Traffic derzeit noch nicht wirklich effektiv monetarisieren.

11. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.