Menü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2016 . . . Download hier ➜

Warum ist Fracking in Deutschland so umstritten?

Im April 2015 hat das Bundeskabinett ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, dass Fracking auch in Deutschland unter bestimmten Auflagen erlauben soll – doch die Fördermethode zur Öl- und Gasgewinnung ist umstritten.

Fracking hat in den vergangenen Jahren insbesondere in den USA einen regelrechten Boom erlebt, so dass viele Beobachter die aktuellen Überkapazitäten auf den Ölmärkten und den damit verbundenen Ölpreissturz auch mit dem Fracking-Boom in den USA in Verbindung bringen.

In Deutschland ist die Fördermethode sehr umstritten, auch wenn sich Fracking im Norddeutschen Becken, in der Münsterländer Kreidebucht, im Thüringer Becken oder im Molasse Becken durchaus lohnen könnte.

Was ist Fracking und was sind die Risiken?

Um die Diskussion rund um das Fracking zu verstehen, ist es zunächst notwendig, die Technik zu verstehen. Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und sehr kleinen Mengen Chemikalien mit hohem Druck (mehrere hundert Bar) in das Gestein gepresst, um dieses aufzubrechen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots....

  • Die IND & COMM BANK OF CHINA ist die teuerste Bank der Welt
  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Cemex (Mexico), drittgrößter Zementhersteller der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • GAZPROM (Russland) die Nummer 3 der Welt
  • Und Petrobras (Brasilien), die Nummer 4 weltweit

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Durch die dadurch entstehenden Risse in einer Tiefe von mehreren tausend Metern soll das Erdgas bzw. Erdöl entweichen und so an die Oberfläche geholt werden. Das Problem: Das in die Tiefe gepumpte Gemisch bleibt teilweise im Boden und kann so unter Umständen in das Grundwasser gelangen und so das Trinkwasser verseuchen.

Zudem ist Fracking sehr flächen- und wasserintensiv. Das heißt, es muss an mehreren Stellen tief gebohrt werden, um den Schiefer aufzubrechen – dadurch könnten ganze Landstriche zerstört werden. Zudem werden pro Frack mehrere Millionen Liter Wasser benötigt.

Fracking in Deutschland – das sagt der Gesetzentwurf

Zunächst soll Fracking in Deutschland unter strengen Auflagen und zu Probezwecken erlaubt werden, wodurch Fracking direkt unter der Oberfläche und bis zu einer Tiefe von 3.000 Metern in Schiefer- und Kohlflözgestein grundsätzlich nicht erlaubt sind.

  • Unternehmen sollen Probebohrungen (Erprobungsmaßnahmen) durchführen und mit dem Fracking beginnen können, wenn eine entsprechende Kommission nach Prüfung des „Fracking-Antrags“ zustimmt – dabei haben Behörden und Länder in Vetorecht.
  • Ab 2018 bzw. 2019 können kommerzielle Fracking-Projekte zugelassen werden, wenn eine Expertenkommission zu dem Ergebnis kommt, dass Fracking in den entsprechenden Regionen unbedenklich ist.
  • Ferner will der Gesetzgeber auch die Auflagen für das konventionelle Fracking unterhalb von 3.000 Metern neu regeln, wodurch auch in tieferen Regionen Bohrungen stattfinden können.
  • Insgesamt will die Regierung sieben einzelne Gesetze im Berg- und Wasserrecht ändern, wobei die Fracking-Regeln erneut überprüft werden sollen.

Fracking in Deutschland bleibt umstritten

Der Mangel an Transparenz bezüglich der verwendeten Chemikalien und der Langzeitauswirkung von Fracking verunsichert viele Menschen. Experten halten zwar Fracking für grundsätzlich beherrschbar, doch ein gewisses Restrisiko für Mensch und Natur bleibt bestehen. Aus diesem Grund wurde Fracking zum Beispiel im US-Bundesstaat New York und auch in Frankreich verboten.

In Deutschland haben sich inzwischen mehrere Konzerne sogenannte Aufsuchungsrechte gesichert, um Erdöl- bzw. Erdgas-Vorkommen mittels Fracking zu erschließen. Vor allem Exxon Mobile gilt nach wie vor als Verfechter der Fracking-Methode – auch in Deutschland.

Allerdings könnte sich die Diskussion um Fracking in Deutschland bald von selbst lösen, denn Fracking ist relativ kostenintensiv. Bleibt der Ölpreis im Keller, dürfte dies dazu führen, dass zahlreiche Fracking-Projekte ohnehin aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden.

Dies würde auch deutsche Anleger treffen, die in den vergangenen Jahren in Öl -und Fracking-Spezialisten wie EOG Resources, Chesapeake Energy, Anadarko Petroleum und Antero Resources investiert haben. Auch Siemens-Aktionäre hätten wohl dann das Nachsehen, denn auch der Münchner Konzern ist nach der Übernahme des US-Fracking-Spezialisten Dresser Rand in diesem Geschäft aktiv und steht damit zunehmend in der Kritik.

3. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands